Walser erzeugt Einknicker bei Aula-Burschenschafter Pfeiffer

walser-wilke-burschenschafterpacktausGegen Rechte und ihre Burschenschafter-Partei in Österreich hilft nur eins: Druck der demokratischen Gesellschaft mit all ihren vier Gewalten. Wie das in Österreich geht, führt der Nationalratsabgeordnete Harald Walser gerade beispielhaft vor. Mit einer Anzeige gegen die rechten Burschenschafter Martin Pfeiffer und Fred Duswald. Als die Staatsanwaltschaft das Verfahren nicht eröffenen will, was sogar das Justizministerium kritisiert, bringt Walser das Thema ins Parlament. Und richtig in Fahrt gekommen ist das Thema, als ZIB2, Blog BPA und Der Standard sowie dann weitere Medien sich des Themas angenommen haben.

Harald Walser hat damit offenbar eine Art Panik inklusive Einknicker bei Burschenschafter Pfeiffer, Chefredakteur Aula, erzeugt – so kann man die Verteidigungsschrift von Pfeiffer für Duswald interpretieren. Im FPÖ-nahen Blättchen „Zur Zeit“ (Chef ist Corpsier Mölzer junior) äußert Pfeiffer in Ausgabe 6-7 seine Panik und versucht, Duswald halbherzig zu verteidigen. Er titelt „Lügenpresse“. Er ergießt sich im Wort „Sudeljournalismus“. Dabei schreibt Pfeiffer panisch aber respektvoll, dass Walser „die Medien scheu gemacht“ habe. Walser, so Pfeiffer, wolle beim Artikel von Duswald „gewisse historische Fakten nicht anerkennen“. Pfeiffer schreibt – tatsächlich in Bezug auf Fred Duswald – von einem „akribisch recherchierenden Aula-Autor.“ Und in typischer Manier der extrem Rechten kommt dann der Einknicker unter öffentlichem Druck: Duswald, so Pfeiffer, habe „niemals alle Insassen von Mauthausen als Kriminelle“ bezeichnet.

Kommentar BPA: Extrem rechte Burschenschafter sind unter Druck in Österreich dank des Engagements von Harald Walser und anderen Grünen. Durch die Verteidigungsschrift für Duswald im FPÖ-nahen Blättchen Zur Zeit zieht Pfeiffer nun auch die FPÖ von Drei-Finger-Burschenschafter Heinz C.S. mit in den abwärtsreißenden Strudel des Duswald-Falles. Noch ist die Machtübernahme 2018 nicht sicher. Bis dahin fließt noch viel Wasser die Donau hinab und kann viel Braunes mit sich in Richtung der russisch annektierten Insel reißen.

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2 Antworten zu “Walser erzeugt Einknicker bei Aula-Burschenschafter Pfeiffer

  1. Sehr geehrte Damen und Herren! Als Autorin des Buches „Werwölfe im Waldviertel? Das Jahr 1945 im Granithochland habe ich dem Justizminister geschrieben, dass ich mich für seinen Rechtsbeauftragten Strasser und das Urteil der Staatsanwältin (die mein Buch offensichtlich gar nicht gelesen hat) geniere und mich voll Entsetzen von der unglaublichen Schmierage in der AULA distanziere, wodurch meine Reputation als Wissenschaftlerin in den Schmutz gezogen wurde. Bereits im August habe ich mich beim Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes mit einer schriftlichen Stellungnahme von dem Artikel aufs Schärfste distanziert (Siehe unten) und hoffe, dass ich meine jüdischen Mitstreiter in der Israelitischen Kultusgemeinde (bin Mitglied der Freunde von Yad Vashem) im Kampf gegen den Rechtsextremismus, der mir auch in meiner beruflichen Laufbahn im Heeresgeschichtlichen Museum immer ein Anliegen war, davon überzeugen kann, dass mein Buch in höchstem Maße missbraucht wurde.

    Diesen Brief schrieb ich bereits vor der Anzeige der Grünen im Sommer 2015 an das DÖW:

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Jetzt ist genau das eingetroffen, was ich mit meinem Buch Werwölfe im Waldviertel? Das Jahr 1945 im Granithochland (edition innsalz, 19.5.2015) nie wollte: Ein Mistkerl namens Fred Duswald hat in der rechtsextremen Zeitung „Die Aula“ (S 91) mein Buch rezensiert und darin Lügen über Lügen verbreitet. Überschrift: Mauthausen – Befreite als Massenmörder!!!! Ich erlaube mir, Ihnen in den nächsten Tagen mit getrennter Post ein Exemplar des Buches und dieses Schmierblatt zu schicken, das mir ungefragt zugesandt wurde, mit der Bitte, mich zu beraten, wie ich mich am besten wehre, ohne dem Blatt zuviel Ehre angedeihen zu lassen. Eine Entgegnung in demselben Schmierblatt halte ich nicht für Ziel führend. Die würde man wahrscheinlich gar nicht bringen. Herr Duswald gibt den beiden anonymen KZ- Häftlingen, die die acht minderjährigen Hitlerjungen laut Pfarrchronik von Arbesbach am 19. 5. 1945 erschossen haben, falsche Namen. Jene Namen nämlich, die ich in einem ganz anderen Zusammenhang als bestattete KZ- Häftlinge auf dem dortigen Friedhof erwähne. Herr Duswald schreibt auch, dass ich nachgewiesen hätte, dass die Hitlerjungen Burschen in „Wehrmachtsuniform“ gewesen seien, aber keine „Werwölfe“. Genau das habe nicht ich geschrieben. Der Obmann des Kameradschaftsbundes hat in einem Mail an mich behauptet, dass es keine „Werwölfe“ gewesen seien und sie Wehrmachtsuniformen getragen hätten. Da einer dieser Burschen jedoch falsche Papiere hatte, deren rechtmäßiger Eigentümer sich in Bochum noch bester Gesundheit erfreut, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich sehr wohl um „Werwölfe“ gehandelt hat. Herr Duswald behauptet auch, dass der Denunziant ein Gendarmeriebeamter gewesen sei, der die Burschen verraten habe. Das habe ich zwar angenommen, aber mit einem Fragezeichen versehen, wie überhaupt in meinem Buch die Wörter „vielleicht, vermutlich und wahrscheinlich“ sehr gezielt eingesetzt wurden. Bereits im Buchtitel ist ersichtlich, dass ich äußerst vorsichtig war, was „die Wahrheit“ anbelangt. Herr Duswald bezeichnet die KZ- Häftlinge abwertend als „Kazeteska“, wohl in Anlehnung an das Wort „Soldateska“ (= zügelloser Soldatenhaufen), ein Wort, das ich nie in den Mund genommen hätte. Weiters behauptet er, ich sei auf eine Fülle von Verbrechen gestoßen, die durch „Kazetler“ begangen worden seien. Dieser abwertende Terminus wird nur dann von mir wiedergegeben, wenn er im Zitat Verwendung findet. Auch die in den Quellen als „Kriminelle“ Bezeichneten werden immer mit Vorsicht als solche genannt, weil ich niemals den Jargon der Nationalsozialisten unkritisch übernommen hätte. Ich bin mir bewusst, dass diese Einteilung der NSDAP alles inkludiert, was nicht in ihre Ideologie gepasst hat und habe sogar auf die vorbildliche Ausstellung von Mag. Kranebitter über die „Grünwinkler“ in Mauthausen in meinem Buch aufmerksam gemacht. Die in den Gedenkbüchern und Schulchroniken erwähnten Verbrechen gingen teilweise bereits auf das Konto regulärer Truppen der Rotarmisten. Diese Rezension ist mir besonders peinlich dem Mauthausen Memorial gegenüber, dessen Mitarbeiter mir behilflich waren bei meinen Recherchen. Ich halte es für eine große Schweinerei, mein Buch für rechtsextremes Gedankengut so zu vereinnahmen, von dem ich mich vehement distanzieren möchte – eine Negativwerbung für mein ganzes wissenschaftliches Schaffen!
    Mit einem freundlichen Herrn im Archiv des DÖW habe ich bereits telefoniert und mein Anliegen telefonisch vorgebracht. Auf alle Fälle ist es mir ein Bedürfnis, mich auch bei Ihrer Institution für diese unerfreuliche und verlogene Schmierage in dem Hetzblatt zu entschuldigen.
    Mit besten Grüßen
    Ilse Krumpöck

    Mag. Dr. Ilse Krumpöck
    Kunsthistorikerin & Schriftstellerin
    Josef- Elter Platz 1
    3632 Bad Traunstein
    http://www.ilsekrumpoeck.at
    Mobil: 0043 (0)699 122 22 561

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