Zweiter Rauswurf für DB-Burschenschafter aus Ausschuss in Thüringens Parlament

burschenschafter-gegen-neonazis-twDie AfD versucht, den Sprecher der Deutschen Burschenschaft, Torben Braga, in Ausschüssen des Thüringer Landtages zu platzieren und scheitert damit. Am 8. Dezember hat auch der Bildungsausschuss Braga ausgeschlossen, wie die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Astrid Rothe-Beinlich, dem Blog BPA auf Nachfrage via Twitter bestätigte. Bereits in der Woche zuvor wollte die AfD den Burschenschafter Braga von der DB-Vorsitzenden Germania Marburg als Praktikanten in den Innenausschuss einschmuggeln. Dies scheiterte daran, dass die Abgeordnete der Linken, Katharina König, Braga erkannt hatte und die Regierungskoalitionen auf Antrag seinen Ausschluss beschlossen.

Bragas Burschenschaft Germania Marburg wird selbst unter Burschenschaftern sehr kritisch gesehen. Die liberale Burschenschaft Arminia Marburg bezeichnete Germania in einem TV-Beitrag öffentlich als „rechtsradikal“. Ähnlich sieht es die Politik: Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel sagte im gleichen TV-Beitrag, er empfinde es als Provokation, dass die Germanen rechtes Gedankengut in die Unistadt brächten. Noch weiter in ihrer Beurteilung geht die Gießener Wissenschaftlerin und Forscherin zu Burschenschaften, Dr. Alexandra Kurth, im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau: „Es bestehe die Gefahr, dass es zu einer Öffnung auch zur militanten Neonaziszene komme. Nicht zuletzt die Ästhetik der Facebook-Seite der Germania ist für Kurth ein Indiz für eine solche Entwicklung. „Dort treten sie stellenweise fast auf wie eine Neonazi-Kameradschaft“, sagt sie über die Bilder und Postings. „Auch wenn diese kitschig wirken, sind sie Ausdruck gefährlicher Omnipotenzfantasien.“

Torben Braga als Sprecher der Deutschen Burschenschaft vertritt einen Verband, in dem mittlerweile vier Burschenschaften vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Zwei Burschenschaften von vier sind allein in den letzten beiden Jahren unter Beobachtung genommen wurden, seitdem Medien vom Rechtsruck des Verbandes schreiben und über 40 konservative Burschenschaften den Verband verlassen haben. In der DB sammeln sich noch ca. 60 aktive rechte und extrem rechte Bünde. Oberster politischer Repräsentant des Verbandes in einem dt. Parlament ist Dr. Alexander Wolf in der Hamburger Bürgerschaft für die AfD, dessen Burschenschaft Danubia München der bayerische Verfassungsschutz als rechtsextremistische Organisation einstuft und seit mehreren Jahren im Verfassungsschutzbericht aufführt.

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