Erster Münchner Biergarten verbannt Burschenschafter und Korpos

Szenefoto aus "Waffenschweine", der Uraufführung des Theater Bonn / (C) Thilo Beu

Verbannt: erster Biergarten will keine pöbelnden braunen Buxen mehr. Symbolfoto aus Theaterstück „Waffenschweine“ über rechte Buxen/Uraufführung des Theater Bonn / (C) Thilo Beu

Meist sind auch rechte Burschenschafter gerngesehene Gäste in Biergärten, lassen sie doch die Kassen klingeln. Doch in München ist damit Schluss: als erster  Biergarten verbannt der Münchner Hofbräukeller als Traditionsbiergarten  und -Restaurant rechte und ausfällige Burschenschaften und andere Studentenverbindungen – wegen Pöbeleien, Randalen und rechten Liedern. Er werde zukünftig deren Reservierung „sehr restriktiv“ behandeln, schreibt der Biergarten in einer Stellungnahme auf seiner Facebookseite.

Daraufhin traten rechte Burschenschafter und Korpos eine Shitstorm-Kampagne gegen den Biergarten los, berichtet die Süddeutsche. Bei den shitstormenden Kommentatoren auf der Hofbräukeller-Facebook-Seite entdeckt man das namentlich bekannte rechte Burschenschafterpersonal, z.B. auch von Bünden, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Auch NPD- und DB-Burschenschafter Jürgen Gansel (Dresdensia-Rugia Gießen) kommentiert mit einem gelernten Satz der extrem Rechten im Opfer-Modus: „Die gewohnte Intoleranz der angeblich Toleranten ist hier am Werke! Ab jetzt wird das Geld bei München-Besuchen anderswo ausgegeben!“  Der österreichische FPÖ-Nationalratsabgeordnete und DB-Burschenschafter bei Nibelungia Wien, Christian Hafenecker, schließt sich an mit einem typischen entgleisten FPÖ-Burschenschafter-Kommentar: „Tipp: das nächste mal als IS-Terrorist reservieren, gegen die liegt ja offenbar nichts vor…

 

Der Biergarten begründet seinen „Burschenschafter-Bann“ mit schlechten Erfahrungen: „Wir hatten bedauerlicherweise in der Vergangenheit mit einzelnen, unterschiedlichen Studentenvereinigungen, die hier im Hofbräukeller Räume reserviert hatten, erhebliche Probleme. Diese reichten von der Bepöbelung unseres Personals und unserer Gäste, über die Beschädigung unseres Inventares bis hin zu lautstarkem Gesang rechtsradikaler Lieder.“ Der Biergarten macht aber auch deutlich, dass er es bedauere, wenn er mit seinem „Burschenschafter-Bann“ auch Studentenverbindungen treffe, die sich benehmen könnten.


Advertisements

7 Antworten zu “Erster Münchner Biergarten verbannt Burschenschafter und Korpos

  1. Billige Werbung für ein schlecht geführten Biergarten.
    Aber vielen Dank für den Hinweis auf eine Lokalität, die ich nicht mehr besuchen und schlecht bewerten werde.

    Gefällt mir

  2. Das Wort Burschenschafter wird als Oberbegriff für Studentenverbindungen benutzt, wie so oft. Eine Beteiligung einer Burschenschaft an solchen Ausfällen wird nicht berichtet und ist auch nicht bekannt.

    Gefällt mir

  3. Na ja, der Wirt des Hofbräukellers hat der Katholischen Studentenverbindung Alemannia untersagt, die Räumlichkeiten für Veranstaltungen zu benutzen, da alle Studentenverbindungen zukünftig Hausverbot haben, bzw. dort nicht mehr ihre Veranstaltungen abhalten dürfen (was bisher Tradition war). Der Grund sei, dass zuletzt im Hofbräukeller von einer Verbindung die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen wurde. Das sei ihm zu neonaziverdächtig und er wolle das nicht in seinem Haus haben. Das nun wirklich lächerlich, denn wir wissen alle, dass das Lied der Deutschen (wenn auch durch Nazis mißbraucht) nicht verboten ist. Es ist nur lustig, dass letztens erst die AfD mit dem Rechtsradikalen Gauland dort eine Veranstaltung abhalten durfte und dies anscheinend in Ordnung war. Ausserdem hätten in der Vergangenheit betrunkene Kopros angeblich Stühle beschädigt und Gäste angepöbelt. Das ist sicherlich nicht schön, aber ich frage mich ob sich manche Touristen nicht manchmal ebenso benehmen. Da spricht man einfach ein Hauverbot an eine oder mehrere bestimmte Korporationen aus und gut ist. Der Wirt Ricky will hier aber unter fadenscheinigen Gründen pauschal alle Verbindungsstudenten ausgrenzen und über einen Kamm scheren. Das er jetzt die Klatsche mit über 3000 schlechten Bewertungen bekommt, ist eine Reaktion, die man vorhersehen könnte und ist meiner Ansicht nach auch gerechtfertigt. Er sollte sich halt besser mit Vertretern der doch recht großen Münchener Verbindungszene an einen Tisch setzen und alles regeln. Die Bewertungen lassen sich ja schnell wieder zurücknehmen. Allerdings ist es ein Hit, alles in der Presse so aufzublasen und dann von den bösen rechtsradikalen Buxen zu reden. Der eine Verein, der dafür evtl. in München in Frage kommt, hat bei dem Skandälchen keine Bedeutung, da es alle trifft, auch Corpsstudenten, CVer, Landser, Buxen etc…

    Gefällt 1 Person

  4. davon, dass eine ungerechtfertigte Pauschalisierung von Burschenschaften, und Verbindungen allgemein, unter dem Druck der Oeffentlichkeit und mit Hilfe eines korporierten Ministers in Zusammenarbeit mit dem Wirt relativiert wurde. Unter Ramsauer haette es das wohl nicht gegeben. Auch schoen zu sehen, dass viele Kritiker des Korporiertenbanns, mich eingeschlossen, ihre Bewertung des Hofbraeukellers nach abstellen des Mißstandes revidiert haben.
    Damit nehme ich allerdings Personen/Buende, die Personal/Gaeste anpoebeln, Inventar zerstoeren oder VERBOTENE Lieder (nucht das Lied der Deutschen) nicht in Schutz. Hier kann und muss der Wirt ein Hausverbot aussprechen, damit hatts sich aber dann auch.
    Jetzt kann es wieder in Kehle und Kasse klingeln, oans, zwoa, …

    Gefällt mir

  5. Gerade der letzte Satz ist herrlich:
    „Söder und Neumeyer baten Wirt Steinberg dringend um Rücknahme des Total-Banns. Der reagierte prompt und setzt sich am Sonntag zum Friedensgespräch mit Verbindungsstudent Schmidkonz und Kollegen zusammen. Da die „Alemannia“ nicht schlagend ist, dürfte es ein gefahrloses Treffen werden.“ 😀

    Gefällt mir

Gerne können Sie sich mit einem Kommentar in die Diskussion einbringen. Motto: Farbe tragen heißt Farbe bekennen, heißt Namen nennen. So wie wir. Sonst no comment. Und aus gegebenem Anlass: Bitte bleiben Sie sachlich beim Kommentieren. Für den Inhalt der Kommentare sind die Kommentarschreiber verantwortlich. Und geben Sie sich einen eindeutigen Nickname, denn lauter "Anonyms" können nicht besonders gut miteinander diskutieren. Danke für Ihren Beitrag.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s