ex-Burschenschafter bezeichnete NSU-Böhnhardt als Freund: Blog BPA veröffentlicht NSU-Prozess-Mitschrift der Vernehmung von Mario B.

burschenschafter-gegen-neonazis-twIm NSU-Prozess war Mario B. als Zeuge am 15.7. geladen. Relativ wenig Details wusste die Öffentlichkeit bislang darüber, wie nahe auch Burschenschafter dem NSU-Trio kommen konnten – ausgerechnet ex-Burschenschafter Mario B. selbst lüftete den Vorhang in der fast dreistündigen Zeugenvernehmung. Dazu veröffentlichen wir im Blog BPA eine Mitschrift seiner Vernehmung im NSU-Prozess. Mario B. war von 1997 bis 2008/2009 mit Unterbrechungen bei der Anschrift der Burschenschaft Thessalia gemeldet, wie Medien berichteten. Thessalia war in einer Pressemitteilung auf Distanz zu Brehme gegangen.

Bislang wusste man, dass Mario B. neben Tino Brandt Stv. Leiter des Thüringer Heimatschutzes war und dass er Burschenschafter bei der DB-Burschenschaft Thessalia Prag zu Bayreuth gewesen ist. Im NSU-Prozess machte Mario B. deutlich, dass er „immer noch stramm auf Rechtskurs“ ist, wie der Bayerische Rundfunk schreibt. Und den NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt bezeichnete Mario B. als „Freund“, Uwe Mundlos als „Kamerad“, berichtet ebenfalls der BR. Als Zeugenbeistand brachte Mario B. den Rechtsanwalt Stefan Böhmer mit, so der Bayr. Rundfunk. Böhmer ist Alter Herr der Burschenschaft Frankonia Erlangen, schrieb u.a. Nordbayern.de.

Am 15.7. fand nur der vernehmerische Aufgalopp statt: Mario B. wird erneut zur Vernehmung geladen, so der BR.

Zahlreiche Medien und Experten widmen sich der Aussage von Mario B., darunter Bayerischer Rundfunk, taz, Thüringer Allgemeine, Tagesspiegel, Spiegel online, ZEIT NSU-PROZESS-BLOG, die Anwälte der NSU-Nebenklage.

Damit sich die Leser von Blog BPA ihr eigenes Bild von der Aussage Mario B.s im NSU-Prozess machen können, veröffentlichen wir vom öffentlichen Prozess die Mitschrift eines Prozessbeobachters. Da es sich um die schriftliche Übertragung von Gehörtem handelt, können sich natürlich Lücken, Fehler und Missverständnisse einschleichen. Die Mitschrift ist daher ohne Gewähr.

 

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Mitschrift NSU Prozess, 15.7.2015

Zeuge Mario B., Vernehmung beginnt um 13.35 Uhr

Mario B. im Anzug, Haare als Seitenscheitel links.

Wirft einen Blick hoch zum Publikum

38 Jahre alt

  • Angestellter, gelernter Pharmareferent. Will nicht sagen, welchen Beruf er derzeit ausübt
  • Adresse: „Die Ladungsadresse“
  • Richter: „Was sollen diese Mätzchen.“
  • Mario B.: „Beruhigen Sie sich mal.“
  • Richter weißt Mario B. und seinen Rechtsanwalt scharf zurecht
  • Rechtsanwalt muss ihn anweisen, ordentliche Angaben zu machen
  • (Zeuge nennt seine Adresse)
  • Richter: „Zum ersten Mal in diesem Verfahren, dass wir bei den Personalien diese Probleme haben.“
  • Streit um die Frage, ob Mario B. belehrt wurde. Richter: „Bevor wir zu den Personalien gekommen sind, habe ich den Zeugen belehrt.“
  • Richter: „Bitte sehr.“ Mario B.: „Ja bitte die erste Frage.“
  • Richter: „Sie sollen dazu Stellung nehmen, inwiefern Sie diese genannten Personen kennen.“
  • „Kenne Wohlleben mehrere Jahre. Zschäpe, Böhnhardt, Mundlos „habe ich auch gekannt.“
  • Wann kennengelernt? Mitte der 90er Jahre in Rudolstadt oder in Jena
  • Infos zu einzelnen Personen? Böhnhardt ist mein Jahrgang. „hatten damals einen recht guten Kontakt.“
  • War auch auf der letzten Geburtstagsfeier vor dessen Untertauchen
  • Mundlos? Im selben Jahrgang Abitur gemacht.
  • „Beate Zschäpe kenne ich halt auch. Kann es nicht weiter konkretisieren.“ Irgendwo zwischen Jena und Rudolstadt „gab es den Erstkontakt“.
  • Trio nach dem 1.1.1995 kennengelernt. „Da habe ich Tino Brandt kennengelernt.“
  • Kann nicht konkretisieren, wann, wo und wie er Zschäpe kennengelernt hat.
  • Wie war der Kontakt im weiteren Verlauf?
    • Mario B.: „Der Kontakt war gut. Ich habe einen der vier genannten mindestens einmal die Woche gesehen. Trotz der Entfernung zwischen Jena und Rudolstadt.“ Die vier (+Wohlleben) oder die drei sind nie als Gruppe aufgetreten. „Wir haben sie nicht als Trio bezeichnet.“
    • Mit Böhnhardt zu Sportveranstaltungen gegangen. „Bei anderen Veranstaltungen waren 5, 6, 7 Jenaer dabei.“
  • Infos zu Wohlleben?
    • Mitte der 90er Jahre und letzten Endes erst ab 2001 in eine „verantwortungsvollere Position gekommen“.
    • Seit V-Mann aufgeflogen war, „bestand ein Vakuum. Das wurde dann wieder besetzt.“
  • Mario B.: „Wohlleben ist zu einer demokratischen Partei gegangen. Ich denke, es war wohl die NPD. Das hat sich dann so ein bisschen getrennt.“
  • Wohlleben vor 2001 gleichberechtigtes Mitglied der Kameradschaft Jena. „Hat da keine Führungsverantwortung übernommen.“
  • Fragen zu Kameradschaft Jena? „War eine typische Kameradschaft auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.“ Kommen und gehen. Die meisten kommen zwischen 15 und 16 Jahren und verlassen die Kameradschaft wieder wenn sie den Wohnort wechseln.
  • Wer gehörte zur Kameradschaft? Mario B.: „Wenn ich sie sehen würde, würde ich sie wiedererkennen.“ Ordnet Wohlleben zu. „Ich war nicht für Jena zuständig.“
  • Richter: „Dann müssen Sie mir erklären, wie Sie zur Annahme kommen, dass Wohlleben ein gleichberechtigtes Mitglied der Kameradschaft war.“ Mario B.: „Ich kann was zu Rudolstadt sagen. Jena ist ziemlich groß.“
  • Richter: „Ich knüpfe an das an, was Sie mir gesagt haben. Ich will umschrieben haben, wie Sie zu dieser Einordnung kommen.“ Mario B.: „Er kam aus Jena, er war Kamerad und er ist nicht nach oben abgewichen.“
  • „Ich kann zu Jena in den 90er Jahren nicht viel sagen.“ Jena ist groß mit eigenständigen Gruppen in den verschiedenen Stadtvierteln. Kennt Mitte der 90er Jahre keinen aus der Führungsebene.
  • Mario B.: „Ab 2001 würde ich schon sagen, dass der Herr Wohlleben Einfluss hatte.“
  • Struktur vor 2001? „Irgendwann bildeten sich die ersten Kameradschaften.“ In der Wendezeit gab es noch keine Strukturen. Bildete sich dann erst aus. „Wer das geordnet hat, kann ich nicht sagen.“
  • Spielte Mundlos eine Rolle in Jena? Mario B.: „Ich denke schon, ja. Weil er aus Jena kam. Er war ein Kamerad.“ Böhnhardt? „Gleichfalls“ Zschäpe? „Kann ich so nicht sagen, ob Sie sich direkt der Kameradschaft zugeordnet gefühlt hat. Die Ränder waren eher fließend. Es gab keinen abgeschlossenen Personenkreis.“ Andre K.? „Zunehmende Bedeutung ab 2001.“ Welche? „Richtungsweisend.“ Im Hinblick worauf? „Auf die Kameradschaft Jena.“ Mehr kann er nicht sagen, „weil ich auch da nicht in Jena war.“
  • Richter: „Was meinen Sie mit Richtungsweisend?“ Mario B.: „Die Straftaten in Jena wurden weniger. Auch durch seine (Andre K.) Richtungsvorgabe.“ (Straftaten durch Mitglieder der Kameradschaft)
  • Mario B.: Andre K. hat dafür gesorgt, dass möglichst wenig Jugendliche in staatlichen Fallen treten. „Er hat sie darauf hingewiesen.“
  • Kennen Sie Holger G.? „Ja.“ Auch aus Jena. Dieselbe Zeit.
  • Kennen Sie Herrn S.? „Auch aus Jena. Aber später.“ Schätzt ab 1998.
  • Kennen Sie Andre E.? „Nein.“
  • Rolle Tino Brandts? Mario B.: „Der Kontakt war bis 2001 sehr gut. Tino Brandt war die Schlüsselfigur für gesamt Thüringen.“ Auch Bundesweit zunehmende Bedeutung durch Mitgliedschaft in der NPD. Richter: Ihr Kontakt zu ihm? Mario B.: „Sehr gut. Wir sind beide aus Rudolstadt.“ Brandt 1994 kennengelernt, weil Brandt in Bayern aus politischen Gründen die Arbeit gekündigt wurde. Dann kam er wieder nach Rudolstadt. Hatte keine große Rolle in der Kameradschaft Jena. Hat erst später dort Einfluss gewonnen.
  • Wann wurde die Struktur enger? Mario B.: „Übergang von Anti-Antifa Ostthüringen zum Thüringer Heimatschutz.“ Jahr 1996. Was bedeutet engere Struktur? In Rudolstadt Anti-Antifa gegründet. „Als Reaktion durch die vielen Übergriffe der Linksextremisten. Die Leute, die jetzt als Sachverständige genannt werden“ haben Mario B. und seine Leute angegriffen, Reifen abgestochen, Eltern angegriffen.
    • Mario B.: „Letztendlich war das Brandts Idee.“ (Gründung THS)
  • Übergang Anti-Antifa zum THS? „Es gab eine Mitwirkungserklärung.“ Andere Bedeutung als eine einzelne Kameradschaft. Weil Anti-Antifa Früchte getragen hat, wurde daraus in einem weiteren Aktionsradius der THS. „Gauweit organisieren.“
  • Mario B.;: „Wir brauchten uns nicht mehr um die Linken kümmern sondern hatten eine andere Zielrichtung.“ Ab Mitte der 90er Jahre „der gewaltbereite Linke nicht mehr der Hauptfeind. Den hatten wir in den Griff bekommen.“ Dann „um ein besseres Deutschland“ kümmern. Umwelt, bessere Arbeitsbedingungen. „Ein Land, in dem man von seiner Arbeit leben kann. Ein Land, das sich nicht an Auslandskriegen beteiligt. Ein Land, in dem es keine drei Jahre Gefangenschaft gibt ohne Urteile.“ → Anspielung U-Haft Zschäpe. „Wir waren Jugendliche und hatten eine Idee des Besseren.“ Gegen Beteiligung der Bundeswehr beim Serbien-Krieg. Sofort Austritt aus der Nato. Gegen den Irakkrieg. „Öffentlich und nicht öffentlich“ für diese Ziele eingetreten. Bei Podiumsdiskussionen, Stammtischen, Unterhaltungen.
  • Richter: Wer ist wir? Mario B.: „Wir als Idee.“ Richter: „Wir sprechen jetzt vom THS. Beschränken Sie es mal auf den THS.“ Mario B. nennt Brandt. Richter: „Sie weichen meiner Frage aus.“ Mario B.: „Ich habe sie doch beantwortet.“ Richter: „Bestand der THS aus Ihnen und Brandt?“ Mario B.: „Auf alle Fälle.“ Richter: „Nur Sie und Brandt?“ Mario B.: Noch weitere. Mario B. sagt, würde der Richter offen legen, wer V-Mann war, könnte Mario B. sagen, wer noch Mitglied im THS war. Richter: „Ich habe Sie belehrt. Sie dürfen auch nichts verschweigen.“ Mario B.: „Ich werde nur was wiedergeben, was ich zu 100 Prozent rekonstruieren kann.“ Richter: „Es geht darum, dass Sie auf meine Fragen wahrheitsgemäße Antworten geben. Wer gehörte zum THS außer den genannten?“ Mario B.: „Das kann ich nicht mit letzter Gewissheit sagen, ohne Gefahr zu laufen, eine Falschaussage zu machen. Legen Sie mir doch Fotos vor.“ Mario B. sagt, er habe es nicht so mit Namen. Richter: „Meine Fragen sind klipp und klar, also antworten Sie.“ Mario B.: „Zum THS zählten definitiv Brandt und ich.“ Lange Pause. Richter: „Nur damit wir uns richtig verstehen: Es ist das letzte mal, dass ich das frage: Sind ihnen weitere Namen des THS bekannt?“ Mario B.: „Der THS war ein Zusammenschluss eines großen Netzwerkes. Da haben sich auch Personen zugerechnet, die ich oder Brandt nicht zugerechnet hätten.“ Richter: „Haben Sie ein Abgrenzungsproblem? Meine Frage geht im Hinblick auf die konkreten Personen und Sie weichen mir aus.“ Richter: „Wer zählt noch zum THS?“ Mario B.: „Ich versuche es, wahrheitsgemäß zu beantworten. Mit letzter Gewissheit kann ich es nicht sagen. Vielleicht verstehe ich ihre Frage nicht.“ Richter: „Die Frage ist doch klipp und klar.“ Pause, Mario B. spricht mit seinem Beistand. Mario B.: „Wenn mir Namen einfallen, werde ich sie selbstständig beifügen.“ Richter: „Können Sie mir jetzt Namen nennen?“ Mario B.: „Ich weiß es nicht. Nicht 100 prozentig.“
  • Staatsanwalt regt an, Mario B. das Aussageverhalten zu erklären und wie es sich mit Erinnerungen verhält, die man vor Gericht wiedergibt und die auch mal unsicher sein dürfen. Richter glaubt nicht, dass Mario B. diesen Unterschied nicht versteht, sondern dass er Spielchen spielt.
  • Mario B. nochmals zu Namen befragt: „Aktuell fallen mir keine ein. Ich werde sie selbstständig nachholen, wenn sie mir einfallen.“
  • Wen zählt er zum Dunstkreis des THS? Mario B.: „Letzten Endes nur Brandt. Er hat den Namen erfunden.“ Hat die Umstrukturierung von der Anti-Antifa gemacht.
  • Andere namentlich genannte außer Brandt? Richter zählt auf: Wohlleben, Mundlos, Holger G., Zschäpe, Böhnhardt. Mario B.: „Die Personen befanden sich in der Szene.“ Mario B.: „Es heißt nicht, dass sie Mitglied des THS waren.“
  • Was ist die Voraussetzung für eine THS-Mitgliedschaft? Mario B.: „Man durfte entscheiden über die eine oder andere Richtungsweisung.“ Richter: „Haben Sie ein Beispiel?“ Mario B.: Nato-Einsatz gegen Serbien.“ Richter: „Wer war zugegen?“ Mario B.: „Brandt und ich. Nicht alle Teilnehmer waren THS-Mitglieder.“ Richter: Wer war dabei? Mario B.: „Bei welchem Stammtisch meinen Sie? Nennen Sie mir das erste Datum, dann kann ich das sagen.“ Richter: „Nein Herr Mario B., so nicht.“ Mario B.: „Kai D.“ Pause. Richter: „Als ob das jetzt ein besonderes Ereignis wäre, dass Sie mir den Namen Kai D. nennen. Sie sind dran nicht ich. Nennen Sie mir doch mal ein paar Namen, wer dabei war.“ Mario B.: „Die Stammtische waren besetzt von 2 Personen bis 62.“ Richter: „Dann müssten sie ja eine Menge Namen im Kopf haben.“ Mario B.: „Ich habe Gesichter im Kopf, aber keine Namen.“ Richter: Waren die namentlich genannten dabei? Mario B.: „Die waren gelegentlich Teilnehmer der Stammtische.“ Richter: „Sind das keine Namen? Sind das Gesichter?“ Mario B.: „Die sind nicht zwangsweise Mitglieder des THS.“ Richter: „Waren die genannten Mitglied im THS und ggf. wer?“ Mario B.: „Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand eine tragende Funktion hatte.“ Richter: „Was ist denn eine tragende Funktion und welche Funktionen gab es?“ Mario B.: „Nicht jede Struktur erschloss sich jedem Mitglied. Es gab Entscheidungsgremien etwas höher und es gab einfache Mitglieder.“ Richter: Welche Personen sind Führungsleute? Mario B.: „Letzten Endes rechne ich Brandt zu und mich.“
  • „Damit wir mal weiterkommen“ will der Richter die Namen einzeln durchgehen.
    • Mario B.: „Kann mich an eine Sommersonnwende erinnern, wo der Kamerad Holger G. dabei war. Ich denke, das war in der Nähe von Nürnberg.“
    • Mario B. verweist auf andere Feiern in Jena und Rudolstadt. „Vorwiegend Sommersonnwenden und Winterveranstaltungen.“
    • Zschäpe, beide Uwes, Wohlleben und Holger G. waren dabei
    • Richter: „Sonstige Ereignisse?“ Mario B.: „An eine Sportveranstaltung kann ich mich noch erinnern mit Böhnhardt.“
    • Richter: „Sonst noch etwas?“ Blick auf Wohlleben? Mario B.: „Er ist irgendwann in die NPD eingetreten und das war nicht die Hauptausrichtung des THS.“ NPD hat das „demokratisch“ im Namen. „Das war für uns nicht zielführend für eine bessere Welt.“ Mario B.: „Kann mich nicht erinnern, dass Wohlleben eine tragende Rolle gespielt hat. Er war einfach dabei.“
  • Mario B.: „Verhältnis (zu Wohlleben) war nicht ganz so eng wie zu Böhnhardt oder Mundlos.“ Einen der beiden mindestens einmal pro Woche in den Jahren von 95 bis 97 gesehen.
  • Verhältnis zu Zschäpe? Mario B.: „Ich kannte sie, das Verhältnis war gut. Sie hat sich nicht nach oben hervorgetan.“ … „Wir haben sie nicht als Dreiereinheit wahrgenommen. Ich hätte ihr damals keine tiefer gehende Vertrauensstellung eingeräumt.“ Sie hat die Garage angemietet. Mario B. schätzt, dass Zschäpe nicht wusste, was in der Garage drin war. „So war das damals.“ Die einen haben Handyverträge abgeschlossen, die anderen haben Garagen angemietet. Hätte Zschäpe keine verantwortliche Rolle zugeteilt. „Das Verhältnis war gut, aber das war es auch.“ Schätzt, dass er Zschäpe einmal im Monat getroffen hat.
  • Verhältnis zu Wohlleben? „Etwas distanzierter.“ Einmal im Monat Kontakt zu ihm. Bei welchen Gelegenheiten? „Bei verschiedenen Seminaren.“
  • Interview Stern? 28.10.2000 oder 1998. „Weiß ich nicht genau.“
    • Damaliger thüringer Innenminister „polterte damit, den THS zu verbieten“ (Mario B.). „Da war eine gewisse Sorgfalt geboten, damit es nicht zum Verbot des THS kommt.“
    • Mario B.: „Damals wurde regelmäßig was verboten in der freiheitlichen BRD. Wir mussten einfach Sorge tragen, dass das in Thüringen nicht der Fall ist.“
    • Angebot: 50-60000 Mark für ein Interview? Mario B.: „Haben uns dagegen entschieden, um die Sicherheit des THS nicht zu gefährden.“
    • Richter Worum ging es in der Interview-Anfrage? Mario B.: „Die drei Jenaer sollten zeigen, sie können Kontakt aufnehmen. Und der Staat schafft es nicht.“ Sollten nach dem Interview freies Geleit bekommen. Wer? „Die drei Jenaer, die sich ab 1998 auf der Flucht befanden.“ Richter: „Wen meinen Sie?“ Mario B.: „Das hatte ich vorher schon erklärt.“
    • Richter: Wer hat die Gespräche mit dem Stern geführt? Mario B.: „Das Interview kam nicht zustande.“ Richter: Wer hat die Kontakte aufgenommen? Mario B.: „Wer mit dem Stern Reporter gesprochen hat? Welcher Stern-Reporter war es denn?“ Richter: „Ich beantworte hier keine Fragen.“ Mario B.: „Wenn Sie mir gesagt hätten, welcher Stern-Reporter das war, könnte ich mich vielleicht erinnern.“
    • Mario B. sagt, man habe die Vor- und Nachteile eines Interviews abgewogen. Ergebnis: „Nein, die Nachteile überwiegen.“ Wer hat das Interview abgesagt? Mario B.: „Das kann ich nicht sagen, weil ich nicht weiß, welcher Stern-Reporter das war. Wir hatten damals verschiedene Kontakte zu Reportern.“
    • Richter: „Das ist eine ganz einfache Frage: Sie haben mir wortreich geschildert, wie die Vor- und Nachteile abgewogen wurden. Wer war dabei?“ Mario B.: Definitiv Brandt und Mario B.. An weitere kann er sich nicht erinnern. „Ich kann Ihnen auch nicht sagen, wie die Anfrage zustande kam.“
    • Richter: Von wem haben Sie die Information der Interviewanfrage bekommen? Mario B.: „Ich gehe davon aus, dass mich Brandt rangeholt hat.“
    • Richter: Hat Wohlleben eine Rolle gespielt? Mario B.: Keine wesentliche. „Ralf Wohlleben hat das ganze vor der kleinen Gruppe vorgetragen und das war’s. Eine weitere Rolle hatte er nicht.“
    • Richter stellt Fragen: Was hat Wohlleben vorgetragen? Was ist die kleine Gruppe? Sachverhalt zur genannten Summe. Unklar, warum zwischen 50 und 60000 Mark.
    • Richter: „Wie sollte der Kontakt zu den Dreien aufgenommen werden? Mario B.: „Das hätten wir in einem weiteren Gespräch besprochen, wenn wir uns dazu entschieden hätten, wir wollen das realisieren.“ Richter: „Man kann sich jedes Gespräch sparen, wenn nicht die Möglichkeit besteht, Kontakt aufzunehmen.“
    • Richter: Wer gehörte zu der kleinen Gruppe? Mario B.: „Ich kann mich nicht mehr daran erinnern.“ Brandt dabei, Wohlleben hat etwas vorgetragen. Beim zweiten Treffen Wohlleben nicht mehr dabei.

— PAUSE — (14.51 Uhr → weiter um 15.16 Uhr)

  • Richter: Wer hat die Entscheidung zur Absage getroffen? Mario B.: „Ich denke, das war basisdemokratisch.“ Wer? „Wahrscheinlich Brandt und ich.“
  • Richter: Wer war zugegen? Mario B.: „Ich kann mich an Brandt erinnern und an mich.“ Wohlleben war nicht mehr dabei. „Ich habe gelesen, wer dabei gewesen sein soll, kann mich aber nicht erinnern.“ Gelesen „in öffentlich zugänglichen Quellen“. Richter: Wo? Mario B.: „Ich führe im Kopf kein Quellenregister.“ Richter: „Beantworten Sie bitte meine Fragen.“ Mario B.: „Fahren Sie bitte fort.“ Richter: „Ja, Sie sind dran! (laut)“ Mario B.: „Beim zweiten Gespräch haben wir beschlossen, dass wir kein drittes mehr brauchen.“
  • Richter: Wäre der Kontakt zum Trio herstellbar gewesen? Mario B.: „Das stand nicht zur Debatte zu dem Zeitpunkt.“
  • Richter: Hat Andre K. eine Rolle gespielt? Mario B.: „Kann ich nicht mit letzter Gewissheit sagen.“ Richter: Was haben Sie in Erinnerung? Mario B.: „Ausschließen kann ich es nicht. Weder beim ersten noch beim zweiten Gespräch. Ich habe nicht in Erinnerung, ob er teilgenommen hat oder nicht.“
  • Vorhalt aus den Akten zum THS: Jenaer Aktivist Wohlleben sagt Mario B. und Brandt in pers. Gespräch am 27.10.2000, dass er am 25.10.2000 von einem Stern-Reporter aus Berlin angesprochen worden sei. Er will 50-60000 Mark für ein Interview zahlen. Richter: Was sagen Sie dazu? Mario B.: „Die zeitliche Einordnung kann zutreffen.“ Dass Wohlleben nicht zugesagt hat, „ist ebenso plausibel, weil er uns erstmal anhören musste“.
    • Im Vorhalt auch von Andre K. die Rede. Mario B.: „Ich habe den Text nicht verfasst. Vielleicht waren wir auch zu viert oder zu fünft. Das weiß ich nicht mehr.“
    • Vorhalt: Andre K. und Wohlleben tendierten dazu, das Interview zu manchen. Mario B. habe abgelehnt, weil unsicher und politisch gewagt. Mario B.: „Könnte sich so dargestellt haben, das habe ich ja vorhin versucht, darzulegen.“
    • Vorhalt: 1.11.2000 fragt Stern-Reporter nochmal bei Andre K. nach. Andre K. habe Gespräch mit Mario B. gesucht. Mario B.: „Kann ich mich nicht mehr daran erinnern.“

    • Vorhalt: Mario B. habe die Aktion als politisch sehr gefährlich eingestuft. Mario B. und Brandt lehnen Kontakte ab, auch wenn es ein Treffen in Weißrussland geben könne. Mario B.: „Ich kann mich an Andre K.s Worte nicht erinnern.“
    • Vorhalt: Andre K. wird vom Gesprächskreis aufgefordert worden, den Kontakt abzubrechen. Mario B.: „Klingt plausibel.“ Richter: „Da sehe ich einen Widerspruch. Mir geht es um die Rolle Andre K.s.“ Mario B.: „Ich kann mich an Andre K.s Zutun nicht erinnern. Ob das Bote X oder Bote Y übernimmt, spielt ja keine Rolle.“
  • Richter: Welche Rolle sollte Gewalt für das Erreichen ihrer politischen Ziele spielen? Mario B.: „Ich habe keine Gewalt ausgeübt.“
    • Mario B.: „Ich wurde überfallen von 5 Antifaschisten.“ Nase gebrochen, mit Schlagstock attackiert. „Das wurde diskutiert.“
    • Richter: Ist die Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele diskutiert worden? Mario B.: „Durch die Polizei, ja.“ Die Polizei sei die erste Assoziation gewesen, als er vom Richter das Wort „Gewalt“ gehört habe.
  • Vernehmung beim BKA? Mario B.: „Zweimal, ja.“
    • Vorhalt: Andre K. bei den Stammtischen kennengelernt, 1996. Gab Personen, die Gewalt nicht abgeneigt waren. Mario B.: „Ich habe das Wort Gewalt (Anmerkung: im Verhör) von mir aus nicht verwendet und Andre Andre K. nicht zugeordnet.“
    • Haben Sie das Protokoll abgezeichnet? Mario B.: „Ich habe es durchgelesen. Ob ich es unterzeichnet habe, kann ich nicht mit Gewissheit sagen.“
    • Richter bittet Mario B. nach vorne und zeigt ihm die Protokolle. Unten rechts steht das Kürzel von Mario B.. Richter: „Haben Sie das so gesagt, wie das hier steht?“ Mario B.: „An den genauen Wortlaut kann ich mich nicht erinnern. Ich erinnere mich aber, dass ich beim zweiten Verhör eine Blanko-A4-Seite bekommen habe, die unterschreiben sollte.“
  • Richter: Wie haben Sie vom Untertauchen der drei Personen erfahren? Mario B.: „Ich wurde 5 Tage später angerufen.“ Erste Reaktion war: „Wer noch, wenn schon Beate Zschäpe dabei ist?“ Richter: Über den Aufenthaltsort etwas erfahren? Mario B.: „irgendwann später hieß es in Bad Blankenburg, dass Mundlos und Böhnhardt erschossen auf Kreta aufgefunden wurden. Das war Jahre später.“ Info soll von einem Bereitschaftspolizisten aus Rudolstadt gekommen sein.
    • Tenor in der Szene: Sie sind im Ausland. Und Tenor: Zschäpe kommt zurück und stellt sich, „weil sie nichts zu erwarten hat“ (Mario B.).
    • Von wem kommen die Infos? Mario B.: „Von Brandt“ Wann? Mario B.: „Im ersten Vierteljahr irgendwann.“ (1998)
    • Wo soll das Trio im Ausland sein? Mario B.: „Nur, dass sie im Ausland wären. Wovon auch alle ausgegangen sind. Sowohl wir als auch die Polizei.“ Richter: Wer ist wir? Mario B.: „Das ist eine unbestimmte Personengruppe mit einem Gemeinschaftsgefühl.“ Richter will eine Erklärung? Mario B.: „Wir unterliegen ja nicht dem Individualismus der heutigen Gesellschaftsform.“
    • War mal von Südafrika die Rede? Mario B.: „Das war nicht der Fall.“
    • Waren Sie in Südafrika? Mario B.: „Jawohl. Ich denke Sommer 1998.“ Richter: Alleine? Mario B.: „Nein, das Land war voll.“ Richter: „Sie sollten sich solche Unverschämtheiten verkneifen.“ Mario B.: „Ich war nicht alleine im Staate Südafrika.“ Mit wem waren Sie dort? Mario B.: „Ich bin mit Andre K. hingeflogen. Wir haben mehrere Orte und mehrere Personen besucht.“ Wen? Mario B.: „Im Krüger-Nationalpark.“ Richter: „Ist es Ihnen nicht möglich, meine Fragen zu beantworten. Haben Sie da irgendwelche Probleme?“ Wen besucht? Mario B.: „An Namen kann ich mich nicht mehr erinnern.“ Richter: „Auch wenn Sie es sich genau überlegen?“ Mario B.: „Wenn Sie mir behilflich wären.“ Richter: „Nein, ich bin ihnen nicht behilflich“ Mario B.: „Fällt mir augenblicklich nicht ein.“
    • Zweck der Reise? Mario B.: „Urlaub.“ Wie lange? Mario B.: „Mehrere Wochen.“
    • Mit Andre K. diskutiert, ob das Trio nach Südafrika reisen könnte? Mario B.: „Kann ich mich nicht erinnern, kann es aber als theoretische Frage nicht ausschließen.“
    • Kennen Sie einen Dr. N.? Mario B.: „Ist mir bekannt von verschiedenen Seminaren und Kongressen.“ Beispiel in Gera. Weiß das Jahr nicht mehr. Aber in Erinnerung weil das Tagungshotel wegen einer Bombendrohung durch die Antifa geräumt werden musste. Mario B.: „Ich kenne ihn, aber nicht weitergehend.“ … „Ich kannte ihn vor Gera, aber an Gera kann ich mich konkret erinnern.“ Wo lebt er? Mario B.: „Ist mir aktuell nicht bekannt.“ Vorhalt: N. war Gastgeber in Südafrika. Mario B.: „Unter Umständen auch. Wir waren bei verschiedenen Personen in verschiedenen Orten.“
  • Mario B. soll Böhnhardt beschreiben, irgendwelche besonderen Verhaltensweisen? Mario B.: „Wir hatten ähnliche Charakterzüge. Ich kann das nicht weiter ausführen. Wir hatten keine Angst vor der Polizei. Wenn zwei Thüringer Polizisten vor der Haustür stehen, hätte er mit Sicherheit keinen Selbstmord gemacht.“ Er war für Sportveranstaltungen offen, im Gegensatz zu Brandt und Wohlleben oder Andre K.. Was sonst? Mario B.: „Er war eine emotionale Person auf dem Weg der totalen Selbstfindung. Ein angenehmer Zeitgeselle.“ Nachfrage zu dem Begriff? Mario B.: „Zeitgeselle“ (vermeidet offenbar bewusst das Wort Genosse). Sonst noch was? Mario B.: „Fällt mir momentan nichts weiter ein.“
    • was heißt emotional? Mario B.: „Hat Gefühlsregungen zugelassen.“ Reagiert auf Gefühle von anderen. Konnte lachen.
    • Selbstfindung? Mario B.: „Er war im Heranwachsenden Alter und musste seinen Platz in der neu entstehenden Gesellschaft erstmal finden.“
    • Was ist mit Zeitgeselle gemeint? Mario B.: „Er war mir gegenüber korrekt, höflich, freundlich. Ich habe ihn als Freund wahrgenommen, nicht nur als Kamerad.“
    • Mundlos hat noch mehr gelacht. Er hat auch mehr geredet. „Ich dachte ursprünglich, Mundlos wäre der Spitzname.“
  • Thema Mundlos:
    • Mario B.: Hat bei einem Lagerfeuer Quatsch gemacht. Dabei sind auch Fotos gemacht worden. Kam bei den Mädels gut an. „Ein Schwiegermuttertyp“ … „hatte einen deutlich erweiterten Horizont.“

  • Verhältnis von Mundlos und Böhnhardt zu Zschäpe? Mario B. hat die drei nicht als Trio wahrgenommen. Später bekannt geworden, dass sie mit einem der beiden wohl liiert ist. Von wem erfahren? Mario B.: „Von Brandt“.
  • Verhältnis Mundlos zu Böhnhardt: Mario B.: „Ich denke, das Vertrauensverhältnis der beiden untereinander war stärker als das Vertrauensverhältnis zu Beate.“
  • Vorhalt Vernehmung: Mario B. soll gesagt haben: „Man könnte schon sagen, dass das Trio irgendwie enger unter sich verbunden war.“ Mario B. vor Gericht: „Das Wort Trio wurde vom BKA eingebracht.“ Trio nur, damit man nicht immer alle drei Namen nennen muss. Mario B.: „Ich denke, dass die drei schon befreundet waren. Aber auf politischer Ebene oder auf Kameradschaftsebene waren sie nicht gleichberechtigt. Beate hat sich einfach nicht eingebracht.“ Richter: „Was ist damit gemeint? Mario B.: „Sie war auch auf Stammtischen, aber sie hat sich darüber hinaus nicht eingebracht. Sie hatte nichts organisiert und wurde dazu nicht berufen. Wollte es auch gar nicht, wahrscheinlich.“
  • Zahlungen an die Untergetauchten? Mario B.: „Das wurde zumindest diskutiert.“ Es wurden Gelder gesammelt. Unter anderem in Heilsberg auf Konzerten. Gesamtsumme aller Sammlungen kam nicht zur Übergabe. „Die ist verschwunden irgendwann. Aus einem Auto heraus bei Ilmenau.“ Aus dem leeren Auto raus. „Ich war nicht dabei.“ Richter: Info von wem? Mario B.: „Von Brandt.“ Keine Info, wer das Geld aufbewahrt hat. Richter: Wann war das? Mario B.: 98, 99. „Ich habe es gerade an Heilsberg festgemacht, weil in Heilsberg gesammelt wurde.“
  • Zu Südafrika: Wer hat die Reise finanziert? Mario B.: „Ich habe sie vorfinanziert für Andre K. und für mich. Die beiden Tickets gemeinsam gekauft.“ Wer sollte das letztlich bezahlen? Mario B.: „Andre K. hat es in Teilbeträgen später zurückgezahlt.“ Bezieht sich nur auf beide Flugtickets. Richter: Wer hat letztlich den Flug für Sie beide bezahlt? Mario B.: Andre K. „hat begonnen, Ratenzahlungen zu leisten.“
  • Näheres zu Andre K.? Mario B.: „Er war ein angenehmer Zeitgeselle, sonst wäre ich nicht mit ihm in Urlaub gefahren. Man konnte es längere Zeit mit ihm an einem Ort aushalten.“
  • Waren Waffen ein Thema? Mario B.: „Wir haben uns über die Waffen der Polizei unterhalten und über die Waffen der Linksextremisten.“ Richter: Und das Tragen von Waffen in der rechten Szene? Mario B.: „Das Tragen von Waffen wurde vom ein oder anderen bestimmt verfolgt. Bei uns gabs auch ein Schützenfest.“ Richter: Wie finden Sie Waffen? Mario B.: „Ich finde waffen okay.“ Richter: Kennen Sie sich mit Waffen aus? „Nicht zur genüge.“ … „ich habe die Einstellung, nicht Waffen töten Menschen sondern Menschen töten Menschen.“ Richter: Einstellung zu Waffen? Mario B.: „Ich denke, sie sind erforderlich. Sonst würde sie die Polizei nicht tragen.“ Richter: Wie kennen Sie sich mit Waffen aus? Mario B.: „Nicht zur genüge. Ich würde den Waffentest von der Bundeswehr in der Wiederholung nicht unbedingt bestehen.“
  • Zweite Vernehmung beim BKA am 15.3.2012: In der Vernehmung über Waffen gesprochen? Mario B.: „Das kann sein.“ Richter: Genauer? Mario B.: „Wahrscheinlich um die Tatwaffen in diesem Prozess.“
    • Vorhalt aus dem Vernehmungsprotokoll: Fällt ihnen was zu Wohlleben oder S. oder das Trio ein? Antwort damals: Ich weiß aus der Presse, dass der S. eine Waffe gekauft haben soll. Welche Waffe? Ja, eine tschechische Ceska. / Aussage jetzt vor Gericht: „Ich denke, dass der S. eine Schreckschusspistole nicht von einer scharfen Waffe unterscheiden kann.“ S. kam später in die Szene. Und die Gewaltbereitschaft baute von Jahr zu Jahr ab. „Als S. dazu kam, war das quasi überhaupt kein Thema mehr.“
    • Vorhalt aus dem Verhör: „Verstehen Sie was von Waffen? Nein.“ Richter fragt, ob das so richtig ist? Mario B.: „Bis jetzt ist das so korrekt.“
  • Mario B. soll Wohlleben beschreiben.
    • Mario B.: „Bis 2001 eher zurückhaltend. Und ab dann hat er Verantwortung übernommen.“
    • In Jena politisch aktiv in einem Stadteilrat.
    • Hat Familie gegründet. „Das schätze ich. Er ist zukunftsorientiert.“
    • Mario B.: „Er ist kein Typ für Gewalt und kein Typ für Sport. Er ist keiner der zu Gewalt anhält, der immer beschwichtigt hat. Mehr fällt mir aktuell nicht ein.“

— Unterbrechung für heute, Ende 16.20 Uhr —

Mario B. wird erneut als Zeuge geladen.

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