Stellungnahme: Germania Erlangen kritisiert rechte Burschenschaften und Zwischentag

marke-burschenschaftÜber 30 Parteien, Organisationen, Kirchen protestieren an diesem Wochenende in Erlangen gegen die DB-Burschenschaft Frankonia sowie die rechte Messe Zwischentag auf deren Haus. Auch die liberale Burschenschaft Germania Erlangen hat sich gegen den Zwischentag gestellt und als Zeichen des Protestes ihr Facebook-Profil mit dem Banner „Wer die Demokratie links liegenläßt, tritt rechts in die Schei..e“ des Blogs BPA gestaltet. Nun verschärfen die Aktiven und Alten Herren der Burschenschaft Germania Erlangen zusammen ihre Kritik an rechten Burschenschaften und am Zwischentag in einer Stellungnahme, die sie dem Blog BPA zur Verfügung stellen. Germania kritisiert an rechten Burschenschaften die Panikmache vor der angeblichen Überfremdung Deutschlands und Europas, die real nicht stattfinde. Am Zwischentag kritisiert Germania u.a. den aus ihrer Sicht zu erwartenden Versuch, Ängste zu schüren, damit Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie und Rassenideologie in der Gesellschaft besser gedeihen könnten. Dies sei nicht mit den Grundsätzen Germanias sowie burschenschaftlichen Grundsätzen vereinbar.

Germanias Stellungnahme in voller Länge hier im Blog BPA:

„Stellungnahme der Burschenschaft Germania Erlangen im Süddeutschen Kartell
(Red. Hinweis: für die Inhalte ist die Burschenschaft Germania Erlangen verantwortlich)

Nachdem wir uns via Facebook öffentlich zum „Zwischentag“ positioniert hatten, wurde uns von Seiten anderer Burschenschafter, hauptsächlich Mitglieder der Burschenschaftlichen Gemeinschaft, vorgeworfen, Teil einer „links-liberalen Meinungsdiktatur“ zu sein. Dieser Vorwurf ist grundlegend lächerlich und spiegelt die abstruse Gedankenwelt mancher „Burschenschafter“ wider.

Als Burschenschaft Germania Erlangen stehen wir für die absolute Freiheit jedes Einzelnen, seine Meinung, im Sinne des Grundgesetzes, öffentlich kundzutun. Dementsprechend verlangen wir für uns selbiges Recht, auch wenn unsere Meinung diametral der der Befürworter des „Zwischentages“ gegenübersteht.

Unvereinbar mit unseren Grundsätzen sind Fremdenhass, Respektlosigkeit gegenüber der Würde jedes Menschen, die Verbreitung von Unwahrheiten und das Projizieren einer Utopie auf eine verklärte, menschenverachtende Vergangenheit. Ehrbar ist für uns, wer ohne Furcht vor Neuem und mit dem Bewusstsein über seine Vergangenheit in die Zukunft schreitet.

Eine Panikmache vor einer Überfremdung Deutschlands und Europas, welche real nicht stattfindet, zeigt nun mal mehr auf, wessen Geistes Kind manche „Burschenschafter“ sind. Kultur ist kein zerbrechliches Gut, sondern lebt vom Dialog mit anderen und nicht vom reflexartigen Gegeneinander.

Der am Zwischentag zu erwartende Versuch durch die Verbreitung von Unwahrheiten nicht existente Bedrohungen zu fingieren und unbegründete Ängste zu schüren, damit Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie und Rassenideologie in unsere Gesellschaft besser gedeihen können, bedeutet in unseren Augen jedenfalls das Verlassen des politischen Diskurses vom Pfad des Anstandes und ist damit nicht vereinbar mit unseren und generell burschenschaftlichen Grundsätzen.

Die Absage daran, auf eine solche Weise die politische Meinungsbildung manipulieren zu wollen ist unserer Meinung nach auch gerade keine Frage von links, rechts oder liberal, sondern eine Frage der Ehre.

Aktivitas und Philisterium der Burschenschaft Germania Erlangen im Süddeutschen Kartell“

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2 Antworten zu “Stellungnahme: Germania Erlangen kritisiert rechte Burschenschaften und Zwischentag

  1. Bei aller Hochachtung und Wertschätzung der Erlanger Germanenaktion, es ist und bleibt ein Streit um des Kaisers Bart. Eine „Buchmesse“ auf einem Verbindungshaus, pardon, darüber lachen doch die Hühner, so bedeutend ist das.
    Seit Jahr und Tag treten damit sattsam bekannte Buxen-Verbindungen in Aktion, deren Namen wir langsam in Kanon rückwärts singen können. Weder Sie als BPA, noch die Erlanger Germanen, noch andere werden daran ein Jota ändern. Das kann wahrscheinlich nur ein Gerichtsbeschluss bewirken.
    Dieser Blog sollte sich vielmehr um die Frage bemühen „warum sind (manche) Buxenverbindungen so anfällig für rechtsextremes Gedankengut und dessen Folgen“. Das würde vermutlich sehr schnell in das „Eingemachte“ gehen.

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  2. Pingback: Neurechter „Zwischentag“ auf Sparflamme | Endstation Rechts. Bayern·

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