Burschenschaft Dresdensia siedelt wieder in Sachsen

polizei-burschenschaftDie östlichen Bundesländer sind ganz vorne auf der Besiedlungsliste von extrem Rechten, um sich eigene „national-befreite Zonen“ zu schaffen. Offenbar finden nun auch die Rechten unter den Burschenschaften diesen Trend interessant.

Am 13. Juni würde man sich in Leipzig „wiedergründen“ verkündet eine Burschenschaft unter dem Namen „Dresdensia Leipzig“ auf einer Facebook-Seite. Man sei „pflichtschlagend“ und stehe „seit 1853 für akademische Tradition an der Universität Leipzig“. Wer am Kommers der Burschenschaft teilnehmen möchte, so die Facebookseite der Dresdensia, solle sich an eine Mail-Adresse unter dem Account xy@dresdensia-leipzig.de wenden. Die Domain der Website von Dresdensia-Leipzig.de ist momentan auf die Burschenschaft Dresdensia-Rugia Gießen registriert, wie eine Denic-Abfrage zeigt (Link). Die Farben der Dresdensia in Leipzig sind violett-weiß-rot, ebenso wie die des einen Bandes der Dresdensia in Gießen.

Die Gießener Dresdensia-Rugia ist bekannt durch ihre beiden NPD-Kader Gansel und Schimmer. Dresdensia (in Gießen) ist auch eine der wenigen rechten Burschenschaften, die unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz (Link zu Beobachtungsmeldung des Landes Hessen) steht. Öffentlich ist auch ihre Erwähnung in hessischen Verfassungsschutzberichten (u.a. in Berichten von 2013 und 2012). Dresdensia-Rugia Gießen wurde laut Wiki von Mitgliedern der Burschenschaften Dresdensia Leipzig und Rugia Greifswald gegründet. Die Greifswalder Rugia ist u.a. durch ihren NPD-Kader Rigolf Hennig bekannt, dessen Haus die Polizei wegen des Verdachts auf Volkshetzung im März durchsuchte.

Wenig erfreut dürften die schon länger in Leipzig vertretenen rechten Bünde unter den Burschenschaften sein, wird sich dass mediale Interesse durch Dresdensia für das Thema Rechtslastigkeit zunehmend verstärken, wie bereits die erste Meldung der Online-Zeitung LIZ zeigt. Zusätzlich konkurrieren die (rechten) Burschenschaften um den ideologisch ähnlich ausgerichteten potentiellen Nachwuchs am rechten Rand. Hessen ist ein heißes Pflaster für eine extrem rechte Burschenschaft. In Sachsen kann man sich einen ideologisch passend rechten Resonanzboden erhoffen, wie Pegida, AfD und NPD zeigen.

Unter besonderer Beobachtung wird auch der sächsische Verfassungsschutz stehen – ob er unter seinem Präsidenten und Burschenschafter Sebastian Meyer-Plath zu einer gleichen oder anderen Bewertung als der hessische Verfassungsschutz in Bezug auf manche Burschenschaften kommt.

Kommentatoren im Blog BPA finden deutliche Worte. Monokel schreibt, „Dresdensia-Rugia flieht aus Giessen nach Leipzig. Offensichtlich wird ihnen in Hessen der Boden zu heiß…“

Vielleicht könnte es eine vorbildliche Aktion der DB-Vorsitzenden Germania Marburg sein, wenn sie Dresdensia mit einem Stützburschen in Leipzig etwas aushelfen würde – so als Vorschlag?

Weitere Hintergründe berichtet auch die Leipziger Internet-Zeitung im Artikel „Umstrittene Gießener Burschenschaft möchte in Leipzig Wurzeln schlagen“

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14 Antworten zu “Burschenschaft Dresdensia siedelt wieder in Sachsen

  1. „Die östlichen Bundesländer sind ganz vorne auf der Besiedlungsliste von extrem Rechten, um sich eigene “national-befreite Zonen” zu schaffen.“ Ganz großes Kino.

    Ich lese hier schon länger still mit und hab schon über manche Diskussionen und Anmerkungen nur noch mit dem Kopf schütteln können (AfD=rechtsextrem, Überlegung der Transformierung von Burchenschaften zu CVs, Katja Wolf als Gradmesser der Demokratie, etc…) Es ist ja schon echt grenzwertig, wenn sich Becker beim linksaußen angesiedelten Blatt „Neues Deutschland“ als „Experte“ auftut, während er sich auf seinem Blog als Hüter der Demokratie und des Pluralismus‘ aufspielt. Pauschalisierender Unfug wie dieser (Womit will man das überhaupt belegen, dass der Osten so rechts ist? Etwa mit den methodisch-statistisch so „stichhaltigen“ Mittestudien der SPD? Mit den Wahlmisserfolgen der NPD bei den letzten Bundes- Landes- und Kommunalwahlen? Mit dem kommunistischen Einheitsfront-Ministerpräsidenten in Thüringen?), welchen ich schon desöfteren hier lesen musste, machen diesen Blog oftmals unseriös und niveautechnisch zum Abklatsch einer drittklassigen „Für-Sozialismus-und-Zivilcourage“-Seite, deren Argumentation von ähnlich geringer Substanz geprägt ist und eben jene mangelnde Substanz mit Provozierung zu füllen getrachtet. Welche, der vom Verfassungsschutz beobachteten Burschenschaften kommt jetzt nochmal aus dem Osten?

    Peinlich, dass hier mittlerweile solche Sätze ausgestoßen werden: „Unter besonderer Beobachtung wird auch der sächsische Verfassungsschutz stehen – ob er unter seinem Präsidenten und Burschenschafter Sebastian Meyer-Plath zu einer gleichen oder anderen Bewertung als der hessische Verfassungsschutz in Bezug auf manche Burschenschaften kommt.“ Gibt es jetzt also schon eine Verschwörung der pöhsen rrrechten Zoni-Purschen, die sich gegenseitig schützen und unterstützen?

    Was mir als mitteldeutschen Korporierten – in dessen Nachbarschaft die Unistadt Leipzig ist – trotz der zweimaligen Erwähnung der LIZ als Quelle und der Zitierung eines BPA-treuen Foristen in diesem Beitrag jedoch völlig fehlt, ist die Information, ob nun Dresdensia von Gießen aus wiederbegründet wird oder ob Dresdensia-Rugia aus Gießen nach Leipzig unter den Namen Dresdensia Leipzig umsiedelt? Bleibt Dresdensia-Rugia also in Gießen oder packen sie ihre Koffer?

    Würden Becker & Friends mal mehr Zeit in Recherche statt Vergangenheitsbewältigung stecken, dann würde die Qualität dieser Seite auch (wieder) ansteigen. Dies würde ich sehr begrüßen.

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    • @Krai, zwei einfache Fragen:
      wenn Ihnen beim Lesen dieses Blogs so der Kamm schwillt, weil auch das ND neben vielen anderen Medien uns zitiert – warum lesen Sie ihn dann noch?
      Wie fänden Sie es als nahe-bei-Leipzig-Korporierter, wenn Dresdensia-Rugia mit seinem NPD-Personal in Leipzig aufmacht?

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      • Wenn das einzige, was Ihnen auf meine Kritik einfällt, zwei Fragen sind, dann finde ich das schon etwas schwach und leicht kindisch. Schwach ist vorallem auch, dass Sie beispielsweise der Erste wären, der es DB-Burschenschaftern negativ vorhalten würde, wenn diese einen Beitrag in Sezession und Ähnlichem geben würden und jenes als Beweis für deren Rechtsaußen-Kurs sähen. Dass Sie sich selbst hingegen im ehemaligen SED-Parteiblatt zitieren lassen, ist dann wiederum kein Problem. Ich finde das schon äußerst spannend. Sie nicht?!

        zu 1.) Warum ich Ihren Blog lese? Weil es zum einen in einer pluralistischen Demokratie mein Recht ist, mir einen breiten Meinungskatalog einzuholen und zum anderen, weil es durchaus amüsant ist, hier zu lesen. Sei es aufgrund der unfassbar undifferenzierten politischen Plattheit nach dem Motto: DB=böse, die anderen=gut. So ist es jüngst erst gewesen, dass die auf diesem Blog einst bei ihrem Austritt als gut konservativ und vorbildlich abgefeierte Hannovera Göttingen, ideologisch wieder irgendwie verrucht sei, weil sie vom Burschentag ein paar Fotos hochgeladen hat.

        Zum anderen muss ich aber auch eingestehen, dass der Blog eine Möglichkeit ist, zeitsparend über einen großen Teil der DB-relevanten Informationen einzuholen und trotz der oben von mir erwähnten Tendenziösität immer ein kurzweiliges Leseerlebnis bietet, was gerade in den Kommentarspalten, in dem es zum Glück noch Pro-und-Contra gibt, eine gewisse Vielfalt besitzt.

        zu 2.) Ich freue mich natürlich darauf, dass eine weitere Korporation sich hier in der Zone wiederbegründet. Ob ich trotz Schimmer und Gansel eine Prognose über deren politische Entwicklung zu geben vermag? Eher nicht. Es wird von der Aktivitas abhängen, wohin sich Dresdensia diesbezüglich entwickeln wird. Dass ich die NPD für demokratieunfähig und im Bezug auf das demokratisch-rechte/konservative Lager für schädigend halte, ist meine persönliche Meinung. Deswegen aber einen ganzen Bund vorzuverurteilen und in Form einer vorgenommenen Distanzierung um politischen Ablass zu betteln, halte ich unfair gegenüber den jungen Aktiven und hoffentlich bald eintretenden Füen, die vielleicht ganz korrekte Typen sind. Die Tatsache, dass Bünde unterschiedliche Richtungen gehen können, haben doch zuletzt Normannia Leipzig und Normannia Leipzig zu Marburg bewiesen.

        Mich würde aber weiterhin brennend interessieren, ob Dresdensia-Rugia nun als Dresdensia nach Leipzig geht oder ob sie in Gießen bleiben und in Leipzig einen Gliedbund wiederbegründen. Nutzen Sie doch da mal Ihre Korpofunk-Kontakte!

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      • Habe deren Facebook-Seite entdeckt. Dort steht:

        „Die Burschenschaft Dresdensia ist eine eigenständige Neugründung mit seperaten Mitgliedern und verfügt über keine Altherrenschaft. Sie steht der Deutschen Burschenschaft als einzigen maßgeblichen burschenschaftlichen Dachverband nahe, eine Mitgliedschaft besteht derzeit nicht.“

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        • Das stimmt nicht. Aus guter Quelle ist mir bekannt, daß die Reaktivierung der B! Dresdensia in Leipzig ein Versuch ist, von der B! Dresdensia-Rugia noch etwas zu retten. In Gießen sind die nämlich tatsächlich vertagt.

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        • @Krai
          Mit dem Blog BPA geht es wie mir wie Ihnen: manchmal amüsant und eine gewisse Vielfalt der Meinungen. (Das Problem des Mediums ist aber, dass Sarkasmus und Ironie manchmal nicht vermittelbar sind, das liegt aber an niemandem).
          Aber ich bin kein Freund von B. oder BPA-treu. Nur manchmal muss ich meinen Adrenalinspiegel steigern.
          Was aber DR angeht, so habe ich meine, durchaus gut begründeten, Vorbehalte. Da freue ich mich einfach, wenn sie „eine draufkriegen“.

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    • Es ist schon reichlich amüsant zu lesen, wie Sie sich über -möglicherweise- überzogenes „Nazi- Nazi“ Rufen echauffieren, während Sie gleichzeitig solche Knaller raushauen:
      „Mit dem kommunistischen Einheitsfront-Ministerpräsidenten in Thüringen“,
      „“Für-Sozialismus-und-Zivilcourage”-Seite“
      Demonstrieren Sie hier Ihr satirisch- komödiantisches Talent, oder gehen Sie montags gern „Lügenpresse, Lügenpresse“ skandierend spazieren?
      Beste Grüße für ein sonniges Wochenende nach Ostdeu-…. ach nein, man nennt es in Ihren Kreisen ja „Mitteldeutschland“…

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      • Der kleine aber feine Unterschied zwischen mir als nichtpublizierender Privatperson und Becker als selbsterkorenen Aufklärer ist, dass Letzterer an eine journalistische Sorgfaltspflicht gebunden ist, wenn er hier eine gewisse Qualitätsgarantie für seinen Blog ausstellt.

        Merkwürdig ist mir, dass Sie danach trachten, eine Replik darauf aufzubauen, polemische Beispiele für meine Argumente rausgreifen – ohne eigentümlicherweise auf die Punkte im Geringsten einzugehen – mir hernach Polemik vorwerfen, aber wiederum selbst nichts als inhaltslose Polemik und Nazismusbezichtigungen zu liefern. Was versuchten Sie, damit zu bezwecken? Persiflieren Sie hiermit den typischen linken Spinner, der lange, schmutzige Fingernägel hat, nach Gras und Schweiß stinkt, fettiges, langes Haar trägt und bei der Antifa ist? Persiflieren Sie den typischen alternativen Aktivisten, der im 203. Semester das Sozialwesenstudium eines honorigen Urgroßvaters fortführt, dessen einzige – kurz vor seinem Tode abgegebene – wissenschaftliche Arbeit über Männlichkeitskonstruktionen in Manns Untertan postum mit 4,0 bewertet wurde?

        Nun einmal etwas mit Substanz: Wenn man ca. 30 Kilometer vom geographischen Mittelpunkt eines – für europäische Verhältnisse – durchschnittlich großen Staates wie Deutschland wohnt: Kann man da sagen, dass man Mitteldeutscher ist? Oder liegt Thüringen jetzt neuerdings an der polnischen Grenze? Dann bäte ich darum, meinen Einwand zu entschuldigen.

        Ich wünsche Ihnen auch noch ein schönes Wochenende und viele Grüße in das himmlische Königreich der Gerechten und Rechtschaffenden!

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  2. Das mit dem Mitteldeutsvhland habe ich, obwohl ich auch Buxe bin, nie verstanden. Aber wenn man mal normale Menschen fragt, meinen die Meisten es ist die Lage in der Mitte zwischen Nord und Süd gemeint. Für mich steht auf jeden Fall fest Deutschland endet an der Oder-grenze!

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    • Rein vom volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff ausgehend, ist es das Ziel der sich hierauf berufenden Burschenschaften, das Deutsche Volk unabhängig seiner politischen Grenzen in einem zusammenhängenden Staatsgebiet zu einigen. Wie Turnerschafter schon gesagt hat, wurden in die ehemalig deutschen Gebiete Menschen aus Ostpolen umgesiedelt und Deutsche hieraus vetrieben. Rein technisch betrachtet leben da also keine Deutschen mehr in einem zusammenhängenden Gebiet, sondern siedeln in kleinen Sprach- und Kulturinseln in binnenpolnischen Raum.

      Ich glaube daher nicht, dass Burschenschafter hieraus automatisch revanchistische Grenzänderungsfantasien ziehen, sondern vielmehr danach streben, die dort lebenden Deutschen im Bewahren der Kultur, der Sprache und des Brauchtums ihres historischen(!!!) Siedelraums zu unterstützen, beziehungsweise deutsche Kulturgüter vor dem Vergessen zu bewahren. Soetwas ist ja auch völlig okay und absolut richtig, machen dies ja andere Staaten auch vor (in Frankreich beispielsweise mit dem moselfränkischen Sprachschätzen in Lothringen oder in Britannien mit dem Bewahren des Keltischen Erbes, das Sorbische in Ost(!)deutschland. etc.) Was daran für einige Unverbesserliche verwerflich sein soll, erschließt sich mir absolut nicht.

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  3. Mir persönlich ist es egal, ob DR in Gießen scheitert oder D in Leipzig. Eine Zukunft sehe ich nicht für Verbindungen, die sich mehr oder weniger an eine Partei anbinden. Vor allem wenn es eine Partei ist, die mehr oder weniger ein Anziehungsmagnet für Politspinner ist und die u.a. deswegen nicht verboten werden konnte, weil ihre Kader in größerem Ausmaß auf den Gehaltslisten des Verfassungsschutzes standen.

    Zu den Grenzen: Der Vorteil der Europäischen Union ist, dass jeder wohnen kann wo er will und wo er seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann. Den Geografiekünstlern unter den Kommentatoren empfehle ich den Umzug nach Breslau, Straßburg oder meinetwegen auch ins keltische Britannien. Sie werden sehen, dass die Lebenswirklichkeit vor Ort (Breslau polnisch, Straßburg wie ich finde mehr oder weniger arabisch) eine andere ist als die im historischen Weltatlas.

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