Burschentag muss schwere Niederlagen hinnehmen: 200-Jahre-Ersatzfeier in Eisenach statt Jena

logo-debeadeEinmal im Jahr treffen sich die rechten Burschenschafter der Deutschen Burschenschaft (DB) zum Burschentag. Dies ist eine Art Leistungsschau, die zeigt, welche Relevanz ihr Verband noch in der Burschenschafterszene und in der Gesellschaft hat. So ist Eisenach auch wieder ab diesen Donnerstag Treffpunkt der DB. Und in beiden beschriebenen Öffentlichkeiten müssen die DB-Burschen schwere Niederlagen verkraften.

Über die Niederlage in der Burschenschafterszene schreibt die Tageszeitung „Freies Wort“. Im Jahr der 200-Jahre-Burschenschaft dürfe die DB nicht an den offiziellen Feierlichkeiten in Jena bei den (lange aus der DB ausgetretenen) Jenaer Urburschenschaften teilnehmen, sondern dürfe ihre eigene Ersatzfeier nur in Eisenach ausrichten. Die offiziellen großen 200-Jahr-Feierlichkeiten finden am 12. Juni in Jena auf Einladung der Jenaer Urburschenschaften statt, ohne dass die DB eingeladen ist.
Auch in der Frage der gesellschaftlichen Relevanz heißt es für die DB, wieder eine Niederlage zu verkraften. So wird ihr wieder die Wartburg für den Festakt verwehrt, schreibt die Thüringische Landeszeitung. Und die Thüringer Allgemeine titelt „Wartburg bleibt den Burschenschaften erneut verwehrt“. Dies ist für die DB besonders bitter mit Blick auf das Wartburgfest 2017.

Eine weitere Leistungsschau ist, wie die DB ihre Ersatzfeier in Eisenach statt Jena zu 200-Jahren ausrichtet. Bei 200 Jahren könnte man doch davon ausgehen, dass sich der Verband etwas Mühe gibt. Doch woraus besteht die Mühe? Die sonst üblichen Burschentags-Programmpunkte wie Kommers in der überdimensionierten Turnhalle, Fackelzug etc. werden einfach unter dem Motto 200 Jahre umettiketiert.
Ein weiteres Symbol für die schwindende Relevanz ist die Wahl des Festredners beim Burschentag. Ende der 90er Jahre kam noch der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl zum BT. 2015 steht als Festredner jemand vor den Burschenschaftern, dessen gesellschaftliche Relevanz das genaue Gegenteil von Kohl darstellt, der aber dafür in der ganz rechten Szene eine große Nummer ist: der neurechte Mastermind Götz Kubitschek. Er ist ein eindeutiges Symbol, wie rechts die DB sich verortet. Bei der AfD hatte Pegida-Redner Kubitschek keine Chance, die DB nimmt ihn mit Kußhand als Redner.

So schwankt die DB in Eisenach offensichtlich zwischen gesellschaftlich schwindender Relevanz und dem rechten Rand. Dagegen helfen offenbar nur noch Durchhalteparolen, wie sie die DB neuerdings auf ihrer Website verbreitet: „Ruhig bleiben und Burschenschafter werden.“

Links -> Freies Wort, print und online, 23.5., „Eine Niederlage zum Jubiläum“, Thüringische Landeszeitung, 23.5., print, Thüringer Allgemeine online „Wartburg bleibt den Burschenschaften erneut verwehrt“, 27.5.

 

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