Gesetzesantrag: 8. Mai soll Feiertag werden als Tag der Befreiung vom NS-Regime

blitzeüberbraunbuxenkleinIn Sachsen-Anhalt soll der 8. Mai zum Feiertag erklärt werden, um den Tag als Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu begehen. Dies ist als Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht. In der Begründung tauchen auch Burschenschaften auf, da diese aus Sicht des Antragstellers neben „Neonazis und anderen konservativen Kräften“ den 8. Mai nicht als „Tag der Befreiung“, sondern als „Tag der deutschen Niederlage“ für sich nutzen würden.

Im Gesetzentwurf (Drs 6/3980 vom 15.4., Fraktion Die Linke) heißt es:

„Der 8. Mai 1945 war für Millionen Menschen in Europa und weltweit ein Tag der Hoffnung und Zuversicht. „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“, erklärte Altbundespräsident Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 anlässlich des 40. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa.
Und doch gestaltet sich der Umgang mit diesem historischen Datum in Deutschland bis heute schwierig. In der rechten Szene wird der Tag für Demonstrationen genutzt, die häufig mit der Verhöhnung der Opfer des NS-Regimes einhergehen und einer faschistischen Mythenbildung dienen. Neonazis, Burschenschaften und andere konservative Kräfte verbinden den Tag nicht mit dem Gedanken an Befreiung, sondern mit der deutschen Niederlage und all ihren Folgen: Vertreibung, Besatzung, deutsche
Teilung, Verlust von Heimat. Das alles hätte es jedoch nicht gegeben, wenn es den 1. September 1939 nicht gegeben hätte. Der 8. Mai ist nicht vom 1. September zu trennen. In ihm lagen die Grundlagen des Fortgangs der Geschichte. Am 8. Mai dieses Jahres jährt sich der Tag der Befreiung zum 70. Mal, ohne dass dieser Tag bislang eine seiner historischen Bedeutung entsprechende Würdigung als gesetzlichen Feier- und Gedenktag in Sachsen-Anhalt erfahren hat.“
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4 Antworten zu “Gesetzesantrag: 8. Mai soll Feiertag werden als Tag der Befreiung vom NS-Regime

  1. Gott sei Dank gibt es noch Institutionen, die an Vertreibung, Verlust der Heimat, Teilung, Besatzung erinnern!!! Eine Unverschämtheit, in diesem Sinne Neonazis einerseits und Burschenschaften/andere Konservative in einem Zuge zu nennen!!!

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  2. Naja, so´n Gesetzentwurf von der Partei „Die Linke“ ist ja besonders vertrauenserweckend und glaubwürdig ;). Die Befreiung von Millionen Bürgern durch den Stalinismus sollte doch gebührend gefeiert werden.
    @BPA-Buxen: verraten Sie doch bitte einmal, ob wir, wenn das Wochenblatt der Gemeinde Kuhkackerode das Wort „Burschenschaft“ schreibt, das hier umgehend präsentiert bekommen? Regionale Erkenntnisse sollte doch bitteschön nicht unter den Tisch gekehrt werden. Da würde sich doch für BPA ein breites Feld öffnen 😉

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  3. Will die Linke auch darauf eingehen, dass unter ihrer politischen Verantwortung Konzentrationslager mit anderem Etikett weiter betrieben worden sind?

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