Burschenschafter sind Thema in drei NSU-Ausschüssen und NSU-Prozess

polizei-burschenschaftDie Morde des NSU-Terrorsystems versuchen momentan ein Gericht und zwei parlamentarische Untersuchungsausschüsse zu durchleuchten, ein weiterer Untersuchungsausschuss in Thüringen ist bereits abgeschlossen. Mit welchem Thema beschäftigten sich diese auch? In allen vier Institutionen – den drei Ausschüssen und im Prozess –  waren rechte Burschenschafter und Burschenschaften schon ein Thema. Und zwar einschlägig bekannte rechte Bünde und Personen. Auffällig oder Zufall?

Im Münchner NSU-Prozess sprach ein Zeuge über seine „Gastmitgliedschaft“ in einer Jenaer Burschenschaft und die Vernetzung dieser in das Unterstützerumfeld.

Im Thüringer Untersuchungsausschuss war u.a. ein Bayreuther Burschenschafter als einer von zehn NSU-Unterstützern ein Thema. Der Ausschuss wird fortgesetzt.

Im NRW-Untersuchungsausschuss war ein Burschenschafter und seine mögliche V-Mann-Tätigkeit ein Thema. Ein Experte empfahl, das Thema weiter zu durchleuchten.

Im Baden Württembergischen Untersuchungsausschuss war ebenfalls eine Jenaer Burschenschaft Thema. Ein Experte durchleuchtete das Netzwerk des Bundes.

Ist es auffällig oder ist es Zufall, dass sich drei Untersuchungsausschüsse und der NSU-Prozess punktuell schon mit dem Thema rechte Burschenschaften beschäftigten? Werden die parlamentarischen Ausschüsse das Thema weiter bearbeiten?

 

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9 Antworten zu “Burschenschafter sind Thema in drei NSU-Ausschüssen und NSU-Prozess

  1. Langsam können die Leser hier diese Meldungen im Kanon rückwärts (musikalisch richtig: „al rovescio“) singen. 😉
    Und wat nu? Hat jemand geeignete Vorschläge?

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    • @Otto Framm, vielleicht sollten progressive Burschenschafter (so etwas soll es geben) beginnen zu diskutieren, wie man in Zukunft vermeiden kann, dass Bünde zum Einfallstor für extrem Rechte werden. Und zuvor sollte man vielleicht diskutieren, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass extrem Rechte sich in Burschenschaften breit machen konnten. Da Sie offenbar das Problem in Ihrem Bund nicht haben, könnten Sie mit gutem Beispiel vorangehen und schildern, wie sich Ihr Bund gegen die Rechten gewappnet hat und wappnen wird. Und vielleicht könnten Sie anderen Bünden raten, wie Sie ihr Beispiel auf sich übertragen. Dies mal als konstruktiven Vorschlag.

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      • @ BPA-Buxen,
        stimmt, diese „Problemfälle“ haben wir nicht. Die wenigen bei uns existierenden „Problemfälle“ haben sich biologisch erledigt.
        Es gibt keine Wundermittel für (Buxen)Verbindungen gegen Rechtsradikalismus es sei denn, man will diese Typen nicht in den eigenen Reihen haben. Das hat bei BSE schon Ende der Fünfziger begonnen (als die ersten, „echten“ Nachkriegsbbr. eintraten). Die haben einfach abgelehnt diese „Vaterlandsanbeter“ aktiv zu machen und diese zu anderen Buxenvereinen „weiterempfohlen“ (kann man leicht ohne Nachwuchsprobleme unternehmen).
        Weiter: 1., 2., 3. Priorität haben der Bund, das Studium, die Bundesbrüderlichkeit, alles weitere ist unwesentlich. Die Burschenschaft soll versuchen ihre Mitglieder zu verantwortungsbewussten Staatsbürgern heranzubilden. Das wars dann aber auch. Jedwede parteiische Tätigkeit im Bund war und ist strikt verpönt. Das läuft bekanntlich immer auf eine Vergewaltigung einer Minderheit hinaus, was äusserst unbundesbrüderlich. Deswegen wurden seitens BSE auch seit Jahrzehnten grundsätzlich sämtliche Anträge auf BT´s, wie „der Bundestag, Landtag….vielleicht auch „Gott, der Allmächtige“ möge beschließen… abgelehnt.
        Details:
        – Traditionspflege: Aufräumen mit verquasten Buxentraditionen, die meist einen „vaterländischen“ Inhalt haben. Beispiel: bei BSE hat jenes grauenvolle (textlich wie musikalisch) „Lied der deutschen Burschenschaft…Schwört bei dieser blanken Wehre“ schlicht Hausverbot. Es wird seit Jahrzehnten nicht mehr gesungen. Wird es woanders gesungen, singen BSE´ler nicht mit und bleiben sitzen. Hat uns schon manchen Ärger eingebracht, sei´s drum!
        Jeder Buxenbund sollte seine eigenen Traditionen haben und pflegen und nicht ständig sich auf an den Haaren herbeigezogenen „urburschenschaftliche“ Traditionen berufen. Das sind bekanntlich alles reine Auslegungssachen. Gut, ein Bund an einer alten, ehemals montanistischen Hochschule mag es da einfacher haben. Er kann die montanistischen, Harzer, Clausthaler Traditionen pflegen und bewahren. Wir wollen uns nicht nur durch das Couleur von anderen Buxenbünden unterscheiden.
        – Aktivierung junger Mitglieder: der erste aus der Verfassung gestrichene § war „aufgenommen kann jeder ordentliche DEUTSCHE Studierende an der TU Clausthal werden“. Verblieben ist: „jeder ordentlich Studierende“. Wir genügen unserer burschenschaftlichen Aufgabe auch damit, dass wir Inder, Norweger, Marokkaner zu verantwortungsbewussten, freiheitlichen Staatsbürgern versuchen heranzubilden. Wenn diese dann später mithelfen deutsche Arbeitsplätze zu sichern, haben wir mehr für das deutsche Vaterland getan als die Kommerszelebrierer in einem Königsberger Kellerloch.
        Ob diese Bemerkungen weiterhelfen, vermag ich nicht zu beurteilen.

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      • @ BPA-Buxen,
        Sie sehen, ich bin mit „gutem Beispiel“ vorangegangen und habe geschrieben.
        Wie Sie aber auch sehen, kann sich der Blog vor diesbezüglichen Beiträgen kaum mehr retten. Was könnte man daraus schließen? 2 Eckpunkte zur Wahl:
        – die hier lesenden/schreibenden Buxen haben/sehen dieses Problem nicht, also uninteressant.
        – Dieser Blog wird von der Sache her als ungeeignet für eine derartige Diskussion angesehen.

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        • @Otto Framm, Danke für Ihre Antwort:
          – sicherlich möchten viele Buxen das Thema „Rechtsruck – wie kam es dazu und was kann man dagegen künftig tun“ am liebsten unter den Tisch kehren und schon gar nicht öffentlich diskutieren
          – für viele liberale Buxen ist das Thema aus ihrer Sicht nicht relevant, da es nur andere Bünde aus ihrer Sicht betrifft. Allerdings kennen wir auch viele liberale Buxen, die sich sehr wohl mit dem Thema beschäftigen.

          Und nun: sollen Buxen die Augen verschließen und weitermachen, als ob das Problem irrelevant wäre?

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          • @ BPA-Buxen,
            ob viele Buxen das Thema „Rechtsruck“ unter den Tisch kehren möchten, vermag ich nicht zu beurteilen. Das Thema „Rechts“ oder „Rechtsruck“ ist nun wahrlich nichts Neues in der DB. Jeder Buxe und Bund hatte also genügend Zeit, sich (intern) mit dieser Problematik zu beschäftigen.
            Pardon, die „altliberalen“ Bünde sind schon vor 2000 aus der DB ausgetreten, sehr genau wissend warum. Die Entwicklung der DB (dahin, wo sie heute gelandet ist) war schon damals klar absehbar. Dazu bedurfte es keinerlei „prophetische Gaben“. Die meisten, fakultativ schlagenden Bünde haben sich in der NDB wieder versammelt, die wenigen pflichtschlagenden wie Würzarminen, Pflüger, BSE haben da nicht mitgemacht (auch aus weiteren Gründen).
            Warum so viele Bünde erst nach 2011 aus der DB ausgetreten sind hat sicherlich mehrere, meist bundesinterne Gründe, von Bund zu Bund unterschiedlich.
            Daraus folgt: für die „altliberalen“ Bünde ist das Thema „Rechtsruck“ uninteressant, es betrifft sie nicht. Die Verbindungen zur DB sind völlig gekappt, die kann jetzt machen was sie will. Missionarisch will da kein Bund mehr tätig werden.
            Diese Problematik müsste folglich von den später Ausgetretenen aufgegriffen werden (wenn sie denn wollen), auch um das Misstrauen der „Altliberalen“ zu zerstreuen. De facto ist davon leider wenig zu bemerken, Ein kleines Beispiel dafür ist die vehemente Beteiligung hier bei diesem Thema.

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  2. @BPA und Otto Framm
    Beispiele hierfür gibt es ja zuhauf:
    – Berliner B! Gothia. Die haben schneller als der bayrische Verfassungsschutz gemerkt, dass mit ihrem Fuxen Maik B. etwas komisch war
    – B! Teutonia Karlsruhe, die vor einiger Zeit die braune Aktivitas herausgeschmissen haben
    – B! Chruskia Dresden soll sich auch so geholfen haben.
    Das alles sind immer noch DB- Bünde- von anderen gar nicht zu reden.
    Ja, ich kenne sogar BG-Mitglieder, die eine hoch effiziente Arbeit mit Flüchtlingen machen, aber nicht darüber reden.

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