Neuer Burschenschafter-Verband will sich politisch einmischen

marke-burschenschaftZur 5. Verbandsgründungstagung des neuen Burschenschafter-Verbandes zitiert auch die Frankfurter Rundschau den Sprecher der IBZ, Michael Schmidt. Der neue Verband, dessen Gründung die IBZ anregte, werde sich „politisch einmischen“, aber keine bestimmte Ausrichtung haben, versicherte Schmidt der FR. Ähnlich wie im Gießener Anzeiger betonte Schmidt wieder, dass sich die Burschenschafter „aus je verschiedenen Gründen“ dem Verband NeueDB nicht anschließen wollten.

Link Print: Frankfurter Runschau, 7.3.2015, „Burschen treffen sich“

 

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12 Antworten zu “Neuer Burschenschafter-Verband will sich politisch einmischen

  1. Darauf hat die Welt gewartet: „Die IBZ fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestags auf, dies oder jenes unverzüglich zu beschließen.“ Ein bisschen Pegida hier, etwas AfD dort. Die gleiche Hybris, wie in den alten DB-Zeiten.
    Aber bitte keine Kontakte zu den „Schmuddelkindern“ der Neuen Deutschen Burschenschaft. Die haben ja eindeutige Positionen, die für die national-konservativen Herren ganz offensichtlich viel zu links sind. Es bleibt dabei: die IBZ ist eine DB-Light. Ich wage mal die Vorhersagen, dass es in spätestens 10 Jahren zum erneuten Schulterschluss der dann noch übrigen IBZ-Mitglieder mit der DB kommen wird. Gleich zu gleich gesellt sich gern. Nur blöd, dass die BG und Ösi-Buxen es derzeit etwas übertrieben haben, so dass man seine Gesinnung ein wenig anders bemänteln muss. Das ist besser für die Außenwirkung.
    Wer in der IBZ das „Burschenbanner wallen“ lässt, muss sich kritische Fragen gefallen lassen. Zum Beispiel die nach den Inhalten einer „Bekenntnisgemeinschaft“. Hört sich für mich übrigens immer ein wenig wie „Volksgemeinschaft“ an. Und darin war das Prinzip der Aus- und Abgrenzung ja bis zur „Endlösung“ durch dekliniert. Sarkastisch? Nicht wirklich. Die Gesellschaft braucht schon lange keine organisierten, politischen Burschenschaften mehr. Wohl aber vielfältige lebendige Freundschaften und Kontakte in einer zunehmend virtueller werdenden Erlebniswelt. Das ist die einzige Daseinsberechtigung einer Korporation.

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    • “Die IBZ fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestags auf (…)“ – nein, so was wird nicht passieren. Es herrscht keine „Hybris“ vor, sondern Demut, was den Zustand der burschenschaftlichen Bewegung, deren Image und deren politisches Gewicht angeht. Eine Ausrichtung an Parteien ist ausdrücklich unerwünscht. Unter den Gründen, warum sich eine IBZ gebildet hat, und sich die Bünde nicht der NeuenDB angeschlossen haben, ist die politische Ausrichtung nur ein kleinerer. „die IBZ ist eine DB-Light“ – sieht die IBZ selbst nicht so. „dass es in spätestens 10 Jahren zum erneuten Schulterschluss der dann noch übrigen IBZ-Mitglieder mit der DB kommen wird“ – es ist durchaus erhofft, daß sich aus der aktuellen Rest-DB noch ausgewählte Bünde lösen und den Weg in den neuen Verband finden. Dafür ist mit anderen ausgewählten Rest-DB-Bünden bis auf weit absehbare Zeit eine gemeinsame Zukunft in einem Verband ausgeschlossen. Dazu werden auch die heute verbandsfreien Bünde und ausgewählte NeueDB-Bünde als Potential für einen wachsenden Verband gesehen. Die „Bekenntnisgemeinschaft“ ist ein fundamentaler Unterschied zur DB, wo „deutsch“ über die Abstammung definiert wird. Und ja, auch der korporative Faktor soll in gemeinsamen Veranstaltungen hoch gehalten werden, da ist, angesichts der bei den in der IBZ engagierten Bünde, aber auch heute schon kein Mangel.

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      • Es wird auch inder xten Wiederholung nicht richiger, daß in der DB nur über die Abstammung das Deutschtum definiert wird. Es wäre hilfreich, wenn diese Tatsachenverdrehung nicht immer kolportiert wird!

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  2. In meiner Turnerschaft gibt es aktuell Diskussionen, daß wir mit Ex-Füxen oft schlechte Erfahrungen machten, wenn diese aus fremden Kulturkreisen stammten. Wir haben unsere Aktivitas gebeten, diesbezüglich kritisch zu sein, wenn es um die Aufnahme von Bundesbrüdern geht. Oder anders ausgedrückt: Mit neuen Mitgliedern aus dem deutschen Kulturkreis haben wir diese schlechten Erfahrungen oftmals nicht gemacht. Wenn also ein Dachverband entsprechende Regeln zur Mitgliedschaft aufstellt, warum denn nicht? Die Mitgiedsbünde haben doch frei und demokratische eine Willensbildung betrieben und per Satzung oder wie auch immer verankert. Was maßt sich jemand an, derartiges in welche Ecke auch immer zu rücken?

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  3. @ lichtgestalt und turnerschafter: Vielen Dank für Ihre Kommentare. Beide zeigen die Befangenheit in alten Denk- und Argumentationsmustern.
    Auf diesem Niveau wird sich wohl auch die IBZ als Sammelbecken von Bekenntnisburschen bewegen.
    Ich meine: Chance vertan. Zukunft ade. Es bleibt, wie es ist.

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      • So weit ist es nunmehr schon gekommen. Deutsch sein schwere Sprache. Es gibt mehrere Bedeutungen des Wortes „Befangenheit“. Hier war diese nicht im juristischen Sinne gemeint, sondern i.S. von „in bestimmten Denkmustern verhaftet“ zu sein.
        Wenn Sie also das auch noch erklärt bekommen müssen, dann, oh Deutschland, bin ich bei solch akademischer Bildung in der Nacht um den Schlaf gebracht.

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        • @Uwe Ströcker
          Tatsächlich wirklich erschreckend ist es, wie wenig Diskussionskultur Sie mitbringen! Wenn die Argumente ausgehen, ist man das ja von akademischen Überfliegern ja gewohnt!

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          • @lichtgestalt und @Uwe Ströcker – bitte denken Sie beide daran, dass hier auch viele Nicht-Korporierte interessiert mitlesen. Sie beide und andere Korporierte sind für diese Mitleser Repräsentanten für das Verbindungsstudententum. Bitte denken Sie daran bei Ihren Kommentaren und bleiben Sie sachlich und ziehen Sie die Diskussion nicht auf eine persönliche Ebene. Danke.

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  4. @ lichtgestalt: Ich habe nie behauptet, dass für eine Mitgliedschaft in der DB ein Deutschtum im Sinne der Abstammung als einzig valides Aufnahmekriterium gefordert wird. Dem entsprechend habe ich auch nicht, wie von Ihnen unterstellt, falsche Tatsachen behauptet.

    Offensichtlich habe ich in meinem Beitrag jedoch Punkte angesprochen, die bei Ihnen eine Abwehrreaktion in Form der „Richtigstellung“ hervor gerufen haben.

    Allerdings war eine solche Antwort gar nicht nötig. Es gab ja keinen Grund dazu. Es scheint also eine unbedachte, reflexartige Reaktion zu sein. Eine kritische Sicht der DB und IBZ wird sogleich als ein unsachlicher Angriff dargestellt. Darin sehe ich ein bestimmtes Denk- und Argumentationsmuster. Eine Be- und Gefangenheit, die leider bei vielen Burschenschaftern (und anderen Korporierten) dazu führt, das Bestehende als „alternativlos“ anzusehen. Und nur das habe ich in meinem zweiten Beitrag dieses Diskussionsstrangs geschrieben.

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    • S.g. Herr Alemin,
      wenn Sie sich den Diskussionsverlauf ansehen, habe ich auf den Stuttgarter geantwortet und die Richtigstellung nicht auf Sie bezogen, deswegen auch mein Einwurf!

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  5. Sehr geehrte Kneipcorona, meinen Korporationsstudentischen Gruss zuvor!

    STUFEN … STUFEN …,
    STUFEN ist der Titel eines der bekanntesten philosophischen Gedichte von Herrmann Hesse. Er schrieb das Gedicht am 4. Mai 1941 nach langer Krankheit, es trug ursprünglich den Namen „Transzendieren“. In Stufen beschreibt Hesse das Leben als fortwährenden Prozess, bei dem auf jeden „durchschrittenen“ Lebensabschnitt (auch: Raum, Stufe) ein neuer Lebensabschnitt folgt:

    “Wie jede Blüte welkt —–
    und jede Jugend dem Alter weicht, —–
    blüht jede Lebensstufe, Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend —– Zu ihrer Zeit —–
    und darf nicht ewig dauern.

    Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
    Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    In andre, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    An keinem wie an einer Heimat hängen, ….
    Usw.

    Das ist nur vermeintlich trivial, denn was Hesse mit Entwicklung über Lebensstufen meint, bedeutet im Kern möglicherweise das Fallenlassen gewohnter Sprüche und Verhaltensweisen, auch für uns Korporierte.
    In der Wissenschaft, speziell bei ihrer Theorienbildung wurde durch die bahnbrechnenden Gedanken von Sir Karl Popper, im Anschluss daran auch von Thomas Kuhn der Begriff PARADIGMENWECHSEL geprägt.
    WAS IST EIN PARADIGMA?
    Der Ausdruck Paradigmenwechsel aus dem Jahre 1962 bezeichnet den Wandel grundlegender Rahmenbedingungen für einzelne wissenschaftliche Theorien, z. B. Voraussetzungen „in Bezug auf Begriffsbildung, Beobachtung und Apparaturen“,[1] die Kuhn als Paradigma bezeichnet.
    Auch In der Umgangssprache wird von „Paradigmenwechsel“ öfter gesprochen. Entweder sind dann für besonders wichtig gehaltene wissenschaftliche Entwicklungen gemeint oder beispielsweise ein Wechsel der Lebenseinstellung (etwa grundlegende Werte betreffend) oder auch Umbrüche in anderen lebensweltlichen oder fachlichen Zusammenhängen.
    Wir kümmern uns heute einmal um den Korporativen Zusammenhang sozusagen, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Ich habe als Vorstandsmitglied des CDA eine Vision, einen Traum – der aber ernsthaft Wirklichkeit werden soll:

    Paradigmenwechsel #1:
    Das Korporations-Studententum wird wieder ein gesellschaftlich relevanter Faktor.
    Das wünschen sich natürlich viele Korporierte, nur stellt sich die sozialtechnologische Frage nach der Umsetzung. Bevor wir der Lösung näher treten
    Wie haben wir die jetzige Situation erreicht?
    1. Ursprüngliche Annahmen die nicht mehr gültig sind oder noch nie gültig waren
    (Zum Beispiel , dass es bessere und damit auch schlechtere Verbindungen gebe)
    (Zum Beispiel, dass der Akademische Abschluss den besseren Menschen ausmacht)
    2. Flügel und Grabenkämpfe als Folge von Mängeln in der Geschichts-Interpretation
    (Nebenschauplätze: Bestimmungsmensur, Kriegsdienstverweigerer, Vaterlandsbegriff, Damenverbindungen, Ausländer als Verbindungsbrüder oder –schwestern)
    Sehr eindrucksvoll die Diplomarbeit von Sonja Kuhn:
    DB – eine Gruppierung im Spannungsfeld zwischen Traditionsformalismus und Traditionsstiftung, gesponsert von Hilaritas Stuttgart.
    Nach dieser Lektüre spätestens kommen einem die Tränen angesichts der dort wissenschaftlich für alle korporativen Schattierungen dokumentierten und im Einzelnen erklärten
    Heillosen Zersplitterung
    von Verbänden und Dachverbänden Ihrer Verbände und als jüngstes Beispiel auch ihres Dachverbandes, nämlich des CDA und auch des Dachverbandes der Aktiven, dem CDK.
    Böse Zungen behaupten, diese heillose Zersplitterung sei ein Charakterzug von Verbänden und Dachverbänden. Sozialpsychologisch analysiert ergibt sich Folgendes:
    Die meisten Korporierten zeichnen sich aus durch ein überdurchschnittliches Bedürfnis nach Zugehörigkeit, gegenseitiger Hilfe und Unterstützung und wenn der innere Zusammenhalt (mehr oder weniger vermeintlich) der Verstärkung bedarf, suchen die „Hardliner“ nach Abgrenzungsmöglichkeiten oder überbetonen eigentlich belanglose Unterschiede und versuchen so eine grössere Gruppenkohäsion herzustellen.
    Man würde sich hier wünschen, sinnlose Binnendifferenzierungen zugunsten eines gemeinsamen Nenners zurückzustellen.
    Paradigmenwechsel #2:
    Die bis heute andauernden Binnendifferenzierungen verlieren an Bedeutung
    Und drittens:
    Paradigmenwechsel #3
    Das korporative Kompetenznetzwerk wird vorbildlich,
    d.h. Hohe Prozessqualität bei der Weiterentwicklung des Netzwerkes
    – Rangfreie Pluralität des Korporationsstudententums
    d.h. keine ungerechtfertigten Dominanzansprüche unter den Korporationen
    – Konstruktiver Diskurs innen, d.h. man „tritt nicht aus“ weil einem die Richtung nicht passt, sondern man wirkt mit. Detlef Welke, ebenfalls Vorstandsmitglied im CDA hat zwei sehr schöne treffende Bilder gebraucht in seiner Rede anlässlich der Wintertagung des Miltenberger Ringes in Heidelberg:
    Beispiele: Briefmarkensammler und Perlenkette
    Ich persönlich finde das Beispiel mit dem Brückenbau und vielleicht auch für die Ingenieure unter uns aber auch für mich ganz passend: Auch gewagte Neu-Konstruktionen sind besser als welche einzureissen
    – Die richtigen Botschaften nach aussen:
    Die akademische Freiheit und die pluralistische Gesellschaft liegt uns allen sehr am Herzen – so verhalten wir uns jederzeit glaubhaft und authentisch. Somit kommen wir zum
    Paradigmenwechsel #4
    Ich als „Alter Sack“ darf das sagen: Saufen, Kotzen, Randalieren, Fechten und dumme Sprüche auf Facebook klopfen und das Bier als sozialer Schmierstoff haben mit Sicherheit beim Gebrauch der persönlichen studentischen Freiheit ihren Platz – in diesem „Rauschen“ darf aber der eigentliche Auftrag, den BDIC Bundessenior Kießel und mein CDA-Vorstandskollege vollends zutreffend formulierte, nicht untergehen
    Er schreibt:
    >>>Nur dann hat unser Dasein als Korporationsstudent einen Sinn, wenn wir … das Format erwerben, um unserer Gesellschaft vervielfältigt das zurückgeben, was sie uns in Bildung und Ausbildung gegeben hat <<<
    Ich möchte das sehr unterstreichen und möchte Sie alle bitten, uns beim Wiederaufbau des CDA -soweit möglich- mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, helfen Sie mit, die Perlen die sich gegenwärtig unter dem Sofa verkrochen haben wieder hervorzuholen und gemeinsam —Betonung im Sinne einer Prozessqualität- wieder aufzufädeln.
    Zusammenfassung: Ich habe zwei voneinander unabhängige Wege aufgezeigt, die zum selben Ergebnis führen: Die Bahn der Gefühle aus der Feder des Poeten und das Ringen der Ratio des Kritischen Rationalismus der Wissenschaftstheorie: Gefühl und Verstand sind sich einig:
    Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Paradigmenwechsel auch für mich persönlich:

    Es kommt im Leben gelegentlich der Moment in welchem man weiss: Dieses Mal kann es kein anderer und schon gar nicht besser machen als man selbst.

    Deshalb stehe ich heute hier und bei dieser Partie vor mir der ganze Saal, da bin ich mir sicher – mit einem offenen Herz für den dringend nötigen Paradigmenwechsel.

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