Verfassungschutz hat Auge auf Burschenschaften Normannia Jena und Arminia Zürich

polizei-burschenschaftGanz am rechten Rand findet man zwei Burschenschaften im Blickfeld des Verfassungsschutzes: Burschenschaft Arminia Zürich zu Karlsruhe und Burschenschaft Normannia Jena. Akademische Burschenschafter verweisen gerne darauf, dass die beiden keine klassischen Burschenschaften seien. Trotzdem häufen sich in letzter Zeit in der Szene die Gerüchte um Annäherung an die akademische Szene. Sogar Gerüchte über Verzahnung von Strukturen mit akademischen Bünden machen die Runde. Unser Leser Roger beispielsweise hat als Kommentator hier im Blog BPA einige Fragen gestellt, z. B. ob zwei Jenaer Bünde verschmolzen seien.

Wie bewertet der Verfassungssschutz Normannia und Arminia im Detail?

In einer Kleinen parlamentarischen Anfrage „Weiteres Wirken der Burschenschaft Normannia Jena“ von 2012 an die Thüringer Landesregierung fragte die Landtagsabgeordnete Katharina König: „Ist die Gruppierung nach Kenntnissen der Landesregierung weiterhin Beobachtungsgegenstand des Landesamts für Verfassungsschutz?“ Der Thüringer Innenminister antwortet darauf mit „Ja“. (Kleine Anfrage und Antwort Drucksache 5/4812 Thüringer Landtag, Quelle Blog Katharina König).

„Die „Burschenschaft Arminia Zürich zu Karlsruhe“ ist rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt des LfV BW“, schreibt der Verfassungsschutz 2014 im Bericht „Strukturen der rechtsextremistischen Szene in Baden-Württemberg ab 1991“ für die Enquete-Kommission des Landtages. Die Verfassungsschützer führen weiter aus: „In der Vergangenheit gab es Aktivitäten einer „Burschenschaft Arminia Zürich zu Heidelberg“. Sie war – mit einer Unterbrechung von 1995 bis 1998 – bis zum Jahr 2008 aktiv. Bei dieser Burschenschaft handelte es sich nicht um eine Burschenschaft im klassischen Sinn, sondern um eine rechtsextremistische Kleinstgruppierung, die burschenschaftliches Brauchtum nachahmte und keinem studentischen Dachverband angehörte. Anfang des Jahres 2012 wurde die „Burschenschaft Arminia Zürich zu Heidelberg“ im Raum Karlsruhe von Rechtsextremisten reaktiviert. Sie nennt sich seitdem „Burschenschaft Arminia Zürich zu Karlsruhe“. Auch für diese Gruppierung gilt, dass es sich um keine Burschenschaft im klassischen Sinn handelt, sondern um eine rechtsextremistische Kleinstgruppierung, die burschenschaftliches Brauchtum imitiert.“ (Quelle Bericht des LfV für Enquete-Kommission 2014, als PDF öffentlich einsehbar, Seite 28).

Selbst rechte „akademische“ Burschenschaften, die bisher durch das VS-Raster gerutscht sind, werden sich des behördlichen Risikos bewusst sein, wenn sie ihre Strukturen mit kameradschaftsähnlichen Bünden verzahnen, die unter VS-Beobachtung stehen.

 

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6 Antworten zu “Verfassungschutz hat Auge auf Burschenschaften Normannia Jena und Arminia Zürich

  1. Wieso sind „Gerüchte“ dem Moderator eine Meldung wert, wenn sogar des Verfassungsschutz zur Erkenntnis gelangt, diese Gruppierungen seien keine Burschenschaften im klassischen Sinne und demzufolge keine Korporationen.
    Derartige Meldungen sind tendenziös, schade, wenn das Niveau hier derart tief sinkt….

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    • @turnerschafter, das Thema wird noch einige Überraschungen bringen. Und Sie sind hier rechtzeitig informiert. Wenn die beiden Bünde angeblich so eine Art Anti-Korporation unter dem Deckmantel einer Korporation sind, warum verkehren dann so viele Korporierte mit ihnen?

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      • Ob Normannia Jena und Arminia Zürich zu irgendwo zusammenarbeiten, ist mir nicht bekannt. Ob ‚viele‘ Korporierte (also Einzelpersonen, nicht deren Verbindungen) mit denen Umgang haben, weiß ich ebenfalls nicht. Ich bitte nur zu beachten, dass man unter „Verkehr mit einer Korporation“ den regelmäßigen und aktiv gewollten Umgang mit ihr versteht und nicht, dass diese Leute auf größeren Veranstaltungen auftauchen und von den Veranstaltern nicht richtig eingeordnet und vor die Tür gebeten werden.

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        • Nachtrag: letzteres wäre das einzig richtige. Sie nicht zu kennen oder ihre Farben nicht zu erkennen ist aber nichts, was ich jemandem zum Vorwurf machen möchte.

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      • Arminia Zürich geistert ja schon seit über 20 Jahren durchs Ländle, und ist dem VS ebenso bekannt wie die „echten“ Korporationen davon wissen. Diese Leute werden von „echten“ Korporationen nicht mal mit der Kneifzange angefasst – ein Club von rechten Spinnern, die sich als Verbindungsstudenten verkleiden und sich „Burschenschaft“ nennen, so einen Stiefel sollte man sich nicht anziehen.

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        • Mal ein paar Fragen:
          – in welchem Waffenring fechten sie bzw. haben sie überhaupt eine Aktivitas?
          – sind die herausgeworfenen Tuiskonen dabei?
          – 2013 war eine interkoporative Kneipe. War dort überhaupt noch ein anderer Bund dabei?
          – hat dieser „Bund“ eine Konstante?
          – sind die hier (arminiazuerichzukarlsruhe wordpress com )angegebenen Mitglieder wirklich dabei?
          – und: kann ein Jurist mal sagen, ob eine website ohne Impressum überhaupt zulässig ist?

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