Burschenschafter unterwegs im Blood & Honour-Netzwerk

polizei-burschenschaftBeispiele für extreme Rechte in Burschenschaften gibt es mittlerweile – leider – viele. Wir hatten für den Störungsmelder von ZEIT ONLINE über die Ursachen geschrieben. Das Blog Thüringen- rechtsaussen.net schildert das konkrete Beispiel eines Burschenschafters von Normannia Jena, der im Netzwerk des thüringischen „Freien Netzes“ und von Blood & Honour unterwegs sei und als rechter Liedermacher auftrete.

Das Blog zeigt Fotos von Auftritten bei Blood & Honour-Events, u.a. in Ungarn und England. Weiter verweist das Blog mit Foto auf einen Youtube-Beitrag, in dem der Burschenschafter vor einer Hakenkreuzfahne ein Lied der Band Landser singe (das Video wurde inzwischen vom Nutzer gelöscht). Das Blog zeigt Fotos des Burschenschafters vor Verbrennungsöfen im Konzentrationslager Buchenwald, die er anschließend „zur Verhöhnung selbst im Internet“ veröffentlicht habe. Das Blog zeigt ausserdem ein Foto des Burschenschafters in Couleur bei einem Liedermacher-Auftritt zum Kongress der NPD-Nachwuchsorganisation Junge Nationaldemokraten.

Das Blog Thüringen-Rechtsaussen.net ist mit der Einstufung des Burschenschafters von Normannia Jena in der rechten Szene nicht allein. Auch die Bundesregierung nennt ihn mit Klarnamen als Liedermacher mit Auftritt in Gera 2014 in einer parlamentarischen Anfrage zu „rechtsextremistischen Musikveranstaltungen“.

Links: Blog Thüringen-rechtsaußen.net über Burschenschafter im Blood & Honour-Netzwerk, Anfrage und Antwort der Bundesregierung zu rechtsextremistischen Musikveranstaltungen im Bundesgebiet (Drs 18/3034 von 2014)

Advertisements

30 Antworten zu “Burschenschafter unterwegs im Blood & Honour-Netzwerk

    • Dafür, dass die Bande (tatsächlich) keine Burschenschaft ist, haben doch so manche „anständige“ Buxen gern mit denen gekungelt. Würde mich nicht im mindesten wundern, wenn hier und da immer noch ganz einvernehmliche Beziehungen bestehen. Aber das ist stochern im braunen Nebel…

      Gefällt mir

      • Es mag sein, dass einige gekungelt haben. Aber dennoch ist Normannia keine Burschenschaft, sondern ein Neonaziclub mit Farbanstrich und ohne jedes Niveau.

        @BPA: ich war sachlich. Die von mir gewählte Bezeichnung war allenfalls wenig akademisch…

        Gefällt mir

  1. Ekelhaft! Laut Netzauftritt der Deutschen Burschenschaft wird die Normannia Jena nicht geführt, wohl aber neuerdings die Dresdner Burschenschaft Salamandria. Und die ist wohl eher lächerlich. Aber halt so wie der Verband: mittlerweile eher medioker. Wohin sind nur die steilen Buxen entschwunden?

    Gefällt mir

    • Normannia ist und war auch nie in der DB. Warum sollte die Seite sie also führen? Salamandria ist alles andere als lächerlich. Beschäftigen sie sich mal mit deren Historie!

      Gefällt mir

      • „Menschen, die sich auf ihre Vorgänger berufen gleichen den Kartoffeln: die besten Teile liegen unter der Erde“ (frei nach Swift) So ist es auch mit B! Salamandria: sie hat ihre beste Zeit schon hinter sich.

        Gefällt mir

        • Salamandria ist 1966 gegründet worden. Allzu viele der Gründungsmitglieder dürften noch nicht „unter der Erde liegen“…

          Mag sein, dass die besten Zeiten vorbei sind, da momentan keine Aktivitas vorhanden ist. „Lächerlich“ ist dieser Bund jedenfalls nicht – allenfalls ist es lächerlich sich selbst als „Buxe“ zu bezeichnen.

          Gefällt mir

  2. Tja, warum sollte man sich in diesem Blog mit der braunen, selbsternannten Pseudo- Burschenschaft Normannia Jena befassen…
    Vielleicht, weil die Öffentlichkeit „Buxe= Nazi“ wahrnimmt- dumme oder voreingenommene Presse hin oder her.
    Vielleicht könnte dies ein Grund für anständige Buxen sein, sich noch deutlicher mit ihrer Außenwirkung, ihrem (neudeutsch ;-)) „Image“ zu beschäftigen, anstatt zu weinen und auf den bösen Zeitgeist zu schimpfen (bloß keine Selbstreflexion, das vermehrt Erkenntnis und zerstört Weltbilder).
    Vielleicht ist noch so manchem auch über DB- Kreise hinaus in Erinnerung, dass es da doch mal gemeinsame Kneipen mit diesen Leuten gab.
    Vielleicht kann sich so mancher noch an Besuche dieser Leute beim BT erinnern.
    Muss auch alles nicht stimmen, aber wie das immer so ist mit solchen, hm, nennen wir es „Gerüchten“.

    Aber letztlich bleibt es wahr- die gehören nicht zur Deutschen Burschenschaft..

    Gefällt mir

    • Naja, bei genauerer Betrachtung sehen die Mitgliederzahlen bei etlichen Burschenschaften innerhalb und außerhalb der DB auch nicht entscheidend besser aus, zumindest für die Zukunft.
      Man sehe sich bloß einmal die homepages der Bünder an: tolle Häuser, noch tollere Zimmer (kostengünstig) in Uninähe, allgemeines Buxengeblubber, aber von der Stärke der Activitas, deren Mitglieder, gar Fotos ist da selten etwas zu sehen/lesen. Das ist schon recht vielsagend. (ich würde da nicht activ werden).
      Offensichtlich sind dort die Energien für Verbandsgründungen besser angelegt als für die Nachwuchsfrage. Sei ´s drum.

      Gefällt mir

      • Es soll eine bei der Neugründung sehr aktive Burschenschaft geben, die über 30 Aktive hat. (Ein Dutzend Kommentare, und die Diskussion hat mit der Meldung nichts mehr zu tun…)

        Gefällt mir

        • Davon gibt es sicherlich mehrere, nicht nur in Stuttgart, bekannt, bekannt. Nur, die sind auch nicht das Maß aller Dinge. Mindestens die gleiche Anzahl an „Verbandsgründungskandidaten“ krepeln gewaltig vor sich hin. Denen ist anzuraten vorab ihre eigene „Bude“ i.O. zu bringen, bevor sie sich in Verbandsabenteuer stürzen.
          Danach können die immer noch prüfen, ob ein Verband für sie nutzbringend ist. Selbiges sollten auch die „starken“ Bünde unternehmen. Ein Verband nur um des Verbands wegen ist noch kein positives Argument.

          Gefällt mir

    • Zur wundersamen Mitgliedervermehrung bei Salamandria und der allgemeinen Gerüchteküche habe ich auch ein paar Fragen:
      Dresden: Ist die Aktivitas von Cheruskia Dresen nach dem Hausverbot schon zu Salamandria gewechselt oder steht das noch bevor?
      Jena: Sind Normannia Jena und die Renegaten-Abspaltung der Burgkellerarminen schon nach Würzburger Vorbild verschmolzen oder steht das noch bevor? Wurde BG-Eintritt schon beantragt?
      Karlsruhe: Ist die rechtsradikale „Europaburschenschaft“ Arminia Zürich, Heidelberg derzeit Karlsruhe bereits als Ersatz für Tuiskoniain die BG aufgenommen worden oder steht das noch bevor?

      Gefällt mir

      • Weil´s sonst nicht hereinpasst: die neue Werbung der DB:
        „Hier ist deine Uni Deutsche Burschenschaft Kein Studium ohne uns“ An Lächerlichkeit kaum zu überbieten

        Gefällt mir

      • „..und ewig lockt die DB und ihre Mitgliedsvereine….“, und das von TN hier, deren Bünde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr dort Mitglied sind.
        Wie wär´s denn damit, dass man diesen Fuzziverein links, äh pardon, rechts liegen lässt und sich um wesentliche Dinge, hier der eigene Bund kümmert? Mein Bund betreibt das nunmehr seit knapp 20 Jahren und das relativ erfolgreich. Das Thema DB ist abgeschlossen, wir werden sowieso daran nicht ändern, und deren Relikte sind dort gelandet wo sie hingehören: in den Müll!
        Oh, diese Phantomschmerzen und nachträgliche Rechtfertigungen……kommt mal langsam auf den Teppich der Realitäten.

        Gefällt mir

        • @Otto Framm
          Ich kann nur für mich persönlich sprechen. Wenn ich mich ärgern will (weil ich mich z.B. von anderem Ärger ablenken will) suche ich nach Aussagen der DB. Früher war es kreuz.net, dann Bubenetz, jetzt sind es die Aussagen der DB. Das sind keine Phantomschmerzen- sondern nur Ablenkung.
          Was die neuen Dachverbände angeht: ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie nur als Resonanzboden für den eigenen Bund dienen sollen und die eigene Bedeutungslosigkeit überdecken sollen. (Das ist wie bei Affen, die keinen großen Brustkorb haben und statt dessen auf hohlen Bäumen trommeln).

          Gefällt mir

          • Die Bedeutungslosigkeit wird offenbar, wenn Burschenschaften (intern) ehrlich miteinander darüber reden, was der Daseinszweck für die Zukunft sein soll. Dann wird es dünn, weil der vielschichtige Meinungschor sich nicht auf den Punkt bringen lässt und man eigentlich nur zusammenbleibt, weil es bislang so schön war. Zumindest in den Altherrenschaften.

            Gefällt mir

              • @ BPA-Buxen,
                neue Strukturen, intern oder als Verband, können sich doch erst dann entwickeln, wenn die Fehler der Vergangenheit erkannt und ausgemerzt worden sind. Und da liegt der Hase bekanntlich im Pfeffer. Sagen Sie doch einmal dem „Durchschnittsbuxen“, dass die angeblich zeitlosen Buxenwerte heute nur noch Schnee von Vorgestern sind, ihre Ziele mit wurden mit viel Wehen erreicht, sie reif für die historischen Seminare sind. Da werden Sie Ihr blaues Wunder erleben: die meisten träumen doch noch von der Wartburg und 1848 und glauben, dass man damit noch Bedeutung erlangen könnte. De facto holt man damit keinen Hund mehr hinter dem Ofen vor.
                Seit 1871 sind die Buxen das geworden, was sie heute sind: eine 2-klassige „Currykopie“ mit pflichtgemäßen Politgelaber. Punkt. Ende der Durchsage.

                Gefällt mir

                • Gut gesagt – also gleich Frisia Göttingen nacheifern? Oder eher die Richtung Sängerschaft einschlagen? 😉
                  Im Ernst, falls wir den Blick von den Buxen lösen wollen, es gibt einige korporierte Dachverbände, die ein starkes und eigenständiges Profil haben und deren Einzebünde großenteils starke Aktivitates aufweisen, wo also die „Hausaufgaben gemacht“ wurden:
                  CV: – Katholisch, spießig, nett. Fast durch die Bank mitgliederstarke Bünde.
                  ATB: Teils mehr turnend als korporiert, aber in aller Regel mitgliederstark
                  SV: Zuweilen mehr trällernd und theaterspielend als korporiert, aber auch viele mitgliederstarke Aktivitates, allen voran der AGV München mit über 750 Mitgliedern, darunter 70-100 Aktive. Und als kultureller Faktor an der Hochschule oft genug gar nicht schlecht.
                  VDSt: Hat auch recht häufig starke Aktivitates, das politische Prinzip und die augearbeitete Vergangenheit wurden gut „verdaut“.

                  Wo sehen Sie denn die Perspektiven?

                  Gefällt mir

              • Es gibt leider keine Struktur, die nicht von den Rechten übernommen werden könnte, siehe der Marktfrühschoppen in Marburg. Deshalb sehe ich nicht, wie ein neuer Verband, „vandalensicher“ sein könnte.

                Gefällt mir

                • Zur Abschreckung gegen rechte Unterwanderung empfehle ich den Einbau von Giftpillen. Kluge Punkte, die bei Rechtsradikalen Brechreize auslösen. Offene Freunde über Zuwanderer nach Deutschland, die die Vielfalt im Land fördern, klare Trennung zwischen Österreich und Deutschland, in Marburg ein offensives Bekenntnis zur Marburger Erklärung und und und. 😉

                  Gefällt mir

                  • @Roger
                    Ihren Vorschlag in allen Ehren, aber er funktioniert nur bei rational denkenden Menschen. Diese Ideologen denken aber nicht rational, sondern sind bereit, im Extremfall Menschleben für die „Sache“, d.h. die Wiederherstellung von Deutschlands Grenzen in den Grenzen von 19.. zu opfern.

                    Gefällt mir

              • Wenn man sich mit den Forderungen der Urburschenschaft auf dem Wartburgfest beschäftigt, wird man erkennen, dass die in viele heutige Verfassungen als Grundrechte eingeflossen sind. Themen wie Meinungs- und Pressefreiheit sind zeitlos und heute anderen Anfeindungen ausgesetzt als vor 200 Jahren.

                Gegen Einflüsse totalitär gesonnener Idi…. muss sich jeder Bund selbst schützen. Da hilft ein Verband nichts.

                Gefällt mir

  3. Interessante Diskussion, die ich ähnlich gerade gestern beim Pauken mit jungen Aktiven geführt habe:
    Von der Frage nach Sinn und Nutzen eines neuen Verbandes zu der Frage, was es eigentlich a.d. 2015 bedeutet, Burschenschafter zu sein.
    Was unterscheidet uns eigentlich heute noch von Turnern, Sängern oder Corpsiers? Wir sind studentische Verbindungen, in aller Regel schlagend, wir halten BA`s, die wie bei allen anderen auch historische, aktuelle, gesellschaftliche Themen behandeln. Die Kneipkultur ähnelt sich in den wesentlichen Abläufen.
    Eine Antwort habe ich darauf nicht und es war schön zu sehen, wie bei auch bei den Jungs die Zahnrädern anfingen zu arbeiten.

    Gefällt mir

  4. @ Roger
    wir, und Frisia Göttingen nacheifern? Weinheimer werden, also 2. Wahl bei den Curries? Davon gibt es genügend in Clausthal, die brauchen uns nicht (und wir die auch nicht). 😉
    Sänger? Das warnende Beispiel kennen wir nur allzu gut.
    Als pflichtschlagender und überwiegend von Niedersachsen (also Lutheranern) bevölkerter Bund hätte der CV keine große Freude an uns (wir werden den „Papst“ auch nicht in „Luther“ umbenennen ;). Selbiges gilt für alle weiteren Vorschläge.
    Nee, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht……kein Verband mehr. Verbände studentischer Natur wollen sowieso nur unser Bestes: Mitglieder und Knete! Nein danke für Gehabtes.
    @ Monokel,
    richtig! Ein weiteres Argument für die Verbandsabstinenz.

    Gefällt mir

  5. Auch wenn ich kein Burschenschafter bin: Kaum eine Korporationsgattung mit Ausnahme der Burschenschaften, vielleicht noch der VDSts, führen Veranstaltungen mit politischem Bezug durch.
    Deshalb haben Burschenschaften auch eine Art Alleinstellungsmerkmal. Und wieso sollten nicht auch einige Burschenschaften konservative Grundprägungen haben, andere liberale und dann eben einige rechte Grundprägungen?! Halt ein Spiegel der Gesellschaft. Jeder möge nach seiner Facon leben bzw. selig werden.

    Gefällt mir

Gerne können Sie sich mit einem Kommentar in die Diskussion einbringen. Motto: Farbe tragen heißt Farbe bekennen, heißt Namen nennen. So wie wir. Sonst no comment. Und aus gegebenem Anlass: Bitte bleiben Sie sachlich beim Kommentieren. Für den Inhalt der Kommentare sind die Kommentarschreiber verantwortlich. Und geben Sie sich einen eindeutigen Nickname, denn lauter "Anonyms" können nicht besonders gut miteinander diskutieren. Danke für Ihren Beitrag.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s