Pro (und Contra) für einen neuen Burschenschafter-Verband

marke-burschenschaftIm Jahr des 200. Geburtstag der Burschenschaft möchte sich im Herbst ein neuer Burschenschafter-Verband gründen. Dies wäre der dritte Verband neben NeuerDB und Dt. Burschenschaft. Von den ca. 250 Burschenschaften in Deutschland ist die Mehrheit nicht in einem dieser Verbände vertreten. Also stellt sich die Frage, welche Anziehungskraft der neue Verband auf die Mehrheit der Burschenschaften haben sollte oder haben wird. Andererseits stellt sich auch die Frage, ob mit den existierenden Verbänden die beiden entgegengesetzten Pole der Burschenschaften mit liberal und rechts bis extrem rechts nicht schon abgedeckt sind. Hier im Blog BPA wird von Kommentarschreibern schon seit längerer Zeit über den neuen Verband diskutiert, vor allem von kritischen Burschenschafter-Stimmen. Fürsprecher haben sich bislang eher wenig eingefunden.

Wir möchten unseren – in diesem Fall burschenschaftlichen – Lesern die Möglichkeit geben, sich über das Pro (und das Contra) zum neuen Verband auszutauschen. So könnte ein realistisches Anforderungsprofil durch die Kunden des neuen Verbandes entstehen – Burschenschafter und Burschenschaften. Und vielleicht könnte der neue Verband daraus etwas lernen, indem er seinen Kunden selbst im Blog BPA zuhört. Wir halten uns bei diesem Blogeintrag zurück, sondern möchten unseren Lesern die Möglichkeit geben, das Thema zu gestalten und zu kommentieren.

Einige Fragen zur Anregung: wie ist Ihre Meinung zu einem neuen Verband? Was sollte er leisten? Wie sollte er sich von vorhandenen Verbänden unterscheiden? Was für Auswirkungen hätte es, beispielsweise, wenn der neue Verband als einziger Verband sich in der Mensurfrage für das Pflichtschlagen entscheiden würde? Findet ab Herbst ein Wettstreit zwischen DB und neuem Verband statt, wer die Marke Burschenschaft wie repräsentiert? Oder wird es eine Übereinkunft geben – tust Du mir nichts, tue ich Dir nix? Wie wird die DB auf den neuen Verband reagieren, immerhin besteht er zum großen Teil aus ihren Ex-Mitgliedern?

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9 Antworten zu “Pro (und Contra) für einen neuen Burschenschafter-Verband

  1. Gut gebrüllt, Löwe! vermutlich jedoch in die Leere. DB´ler werden sich hier wohl selten melden, NDB´ler haben genug mit sich selbst zu tun. Selbiges gilt für die IZB´ler. Deren (Pseudo)Argumente sind übrigens bis zum Abwinken bekannt.
    3 Verbände oder Alternativen dazu? Da zähle ich aber schon mehr:
    – das SK: seit den Siebzigern aus der DB, 1 Bund an 6 Hochschulen. Die werden vermutlich nirgendswo mehr mitspielen. Möglicherweise nehmen die den einen oder anderen Bund noch mit in das SK, das wars dann aber auch.
    – die AdB: eine Versammlung „weißer“ Burschenschaften, konservativ/liberal, gegen die Zustände in der DB. Von einer Mitarbeit dieser Burschenschaften in der IZB ist nichts bekannt.
    Und dann gibt es noch etliche Burschenschaften, liberal, traditionell, renommiert, die lose freundschaftlich verbunden sind aber von einem „Verband“ nichts mehr wissen wollen. Auch deren Argumente sind bis zum Abwinken bekannt.
    Der Traum, dass die Jenaische „Urburschenschaft“ geschlossen da mitspielt dürfte wohl ausgeträumt sein. Die DB hat den extra dafür geschaffenen Renegatenclub, das SK die Teutonen, die IZB vermutlich die Arminen, Germania ist auf der Seite der Verbandsgegner.
    Beruhigende Aussichten.

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  2. Zustimmung. Ich weis aus Bonn, dass der Zuspruch aller freien Burschenschaften zum neuen Verband sehr, sehr verhalten ist. Die neue Satzung ist sehr DB-light. das ist nicht gerade der neue Wurf gelungen. Wir legen uns mal wieder nicht zur Mensurfrage fest. Das sollte übrigens jedem Bund selbst überlassen sein. Das Herumgelabbere zum Thema „Deutsches Vaterland“ setzt sich fort. Den Schritt, dass jeder Burschenschafter sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennen muss, unabhängig seiner staatsrechtlichen, politischen, ethnische oder s.ä. Herkunft wurde mal wieder nicht gewagt. Und die Frage kann schon berechtigt sein, ob in einem neuen Dachverband die Dominanz der BG als starke Fraktion in einem neuen Verband nicht gegen eine neue Fraktion eingetauscht wird.

    Ich halte es auch für sinnvoller, den Kontakt zu gleichgesinnten Bündern aufzu bauen und zu pflegen. Ohne jegliche Regeln.

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    • Diese dämliche Mensurfrage könne wir schon nicht mehr hören. Was geht es den Nachbarbund oder einen „Verband“ an, ob BSE schlägt oder nicht (die Activitas unternimmt das zur Genüge). Da das Pflichtschlagen eine Angelegenheit der Activitas ist, hält sich bei uns selbst der AH-Verband raus.
      Selbiges gilt dür diese elendige Vaterlandsdiskussion. Sie ist seit Anbeginn der Burschenschaft ein übler Spaltpilz, Anlass zur schönsten Vereinsmeierei. Ohne uns! Dass ein Bundesbruder sich an die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland halten muss ist eine Selbstverständlichkeit. Wir haben brasilianische, kroatische, norwegische, indische, türkische, marokkanische Bundesbrüder. Deren Vaterland wird gleich dem unsrigen geachtet. Und wer da glaubt, uns da reinreden zu können, bekommt einen gewaltigen Tritt in die entsprechende Körperstelle.
      Ein Kontaktaufbau zu gleichgesinnten Bünden ist die realistische Lösung. Wir werden uns bessern 😉

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  3. Ein neuer Verband ist nur dann sinnvoll, wenn es Punkte gibt, die sich nur durch eine Vielzahl von Burschenschaften gemeinsam erreichen lassen, mangels Masse nicht durch einzelne Bünder oder Kartelle wie das SK. Sich einmal im Jahr zum Biertrinken in Eisenach zu treffen scheint mir da etwas wenig zu sein. Ich persönlich sehe derzeit in überhaupt keinem Verband mehr einen Sinn.

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    • Befürchtungsweise gibt es nur sehr wenige Punkte, welche sich „durch eine Vielzahl von Burschenschaftern gemeinsam erreichen lassen“. Welche sollten das denn sein (worüber sich die Vielzahl der Burschenschafter vorab einigen müssten)? Ich sehe da nur die Weiterbildung (in jeder Richtung) der jungen Bundesbrüder. Das wiederum ist ausschließlich eine Geldfrage. Schafft das der einzelne Bund nicht, so wird er sich mit anderen Burschenschaften zusammentun, heute mit diesen, morgen mit jenen, je nach Bedarf und Interessenslagen. Da ist ein Verband nur hinderlich, schon wg. der enormen Reibungsverluste.

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  4. Ich würde mal gerne Meinungen FÜR einen neuen Verband lesen. Die bisherigen Kommentare, wie auch meine, gehen ja eher in eine kritische Richtung.

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    • @Friederich:
      Ich denke, dass wohl viele B!B! einem neuen Verband beitreten werden, da dies wohl der Deal mit den AHAH im eigenen Bund war, die trotz allen Vorgeschichten nur ungern die DB verlassen wollten. Nach dem Motto: Wir treten nur aus der DB aus wenn wir wieder in einen neuen Dachverband wieder eintreten werden.

      Ich bin jedoch davon überzeugt, dass in den letzten drei oder vier Jahren vielen Bündern bewusst geworden ist, dass es so ohne Dachverband auch ganz schön ist. Mein Bund kann seine Ressourcen komplett auf den Nachwuchs und in das Haus stecken.

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      • Ich teile Ihre Auffassung hinsichtlich jenes „unseligen“ deals.
        Es stellt sich nur die Frage, aus welchen Gründen so viele „alte Säcke“ (zu denen ich ja auch zähle) zu dieser Einschätzung kommen. Mir überkamen schon als Activer nach meinem 1. BT-Besuch (1961!!) die tiefen Grauschleier in die Augen über die sog. Qualitäten dieses „akademischen Verbands“ nach dem Südtirolgekreische eines Dr. Burger, weiland B! Olympia Wien et al.
        Nun gut, man war Activer. Doch spätestens nach Übergang in das Berufsleben sollte man in der Lage sein, eine Kosten/Nutzenanalyse hinsichtlich eines kostspieligen Verbands durchzuführen, und sei es im stillen Kämmerlein. Diese Analyse kann nur negativ für den Verband ausgehen, mit oder ohne ideologischem Gesummse.
        Was versprechen sich die Verbandsbefürworter? Das ist mir völlig schleierhaft.

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        • Alle Verbandsbefürworter müssen sich darüber im Klaren sein, dass es keinerlei Garantie dafür gibt, dass nicht ein Verband wieder von unliebsamen Menschen übernommen werden kann. (Siehe aktuell der Marburger Marktfrühschoppen )

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