Arier-Paragraf-Vorfall auch zum Wiener Burschenschafterball

buschenschafter packt ausBeim FPÖ-Burschenschafter- genannt Akademikerball ist eine Entwicklung zu beobachten, die an die Entwicklung des Verbandes Deutsche Burschenschaft erinnert. Erst ein Rechtsruck („Wir sind die neuen Juden“ verkündete der pennale Anführer), dann kippt die öffentliche Meinung, dann entfernt sich das bisherige Stammpublikum, dann bleiben Fürsprecher fern, zuletzt bewegen sich Ball und Verband nur noch in der eigenen rechten Wagenburg, die auf alles schimpft, was den rechten Walzer kritisiert. Und noch eine Parallele zwischen Ball und Verband gibt es: beide hatten ihren „Arier-Paragraf“-Vorfall. Die Deutsche Burschenschaft bekannterweise 2011. Über den Vorfall beim Ball schrieb das österreichische Magazin profil am 5.5.2014: „Auch in Österreich gab es einen „Arier-Paragraf“-Vorfall – natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Er trug sich im Ballausschuss für den WKR-Ball in der Hofburg zu. Das Corps Hellas hatte für die Eröffnung der Tanzveranstaltung einen Österreicher türkischer Abstammung nominiert, was die rechte Mehrheit im Ballkomitee nicht goutierte. „Hellas“ trat daraufhin aus dem Wiener Korporationsring (WKR) aus.“

Zu WKR-Zeiten war der Burschenschafterball auch in der deutschen Korporationszene eine große Nummer. Doch diese Zeiten sind vorbei, seitdem die FPÖ das Ruder übernommen hat. Immer weniger Korporierte fahren aus Deutschland nach Wien. Wer legt schon Wert darauf extrem rechte Politiker beim Ball wie Marie Le Pen oder Kevin Hauer zu treffen? Nur die rechte Szene.

Die deutschen Corps und liberalere Burschenschaften beispielsweise machen einen großen Bogen um den FPÖ-Ball. „Nachdem es eine politische Veranstaltung geworden ist, arbeiten die Corps nicht mehr mit“, sagt zum Beispiel Christian von Hesler, der Vorortsprecher der Kösener Corps, der ZEIT. Auch einige liberalere Burschenschaften aus Deutschland, die sich in den vergangenen Jahren von dem immer weiter nach rechts abdriftenden Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) abgewandt haben, blieben mittlerweile zu Hause. Auch Fürsprecher bleiben dem Ball fern, z.B. übernehme kein Unirektor mehr den Ehrenschutz und wegen des FPÖ-Balles haben die Wiener Bälle den Status des Unesco-Weltkulturerbes verloren, so die Zeit.

Die Folge: Besucherzahlen des Balles brechen dramatisch ein: von 3000 in 2012 auf ein paar Hundert in 2014, schreibt die ZEIT. Eine ähnliche Entwicklung wie bei der Deutschen Burschenschaft, die in wenigen Jahren von ca. 120 auf noch ca. 60 Bünde schrumpfte.

 

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Eine Antwort zu “Arier-Paragraf-Vorfall auch zum Wiener Burschenschafterball

  1. Zitat Dr. Peter Pilz GRÜNE:
    „Liebe No-WKR-Herrschaften!
    Haltet uns doch nicht für dumm. Das Verbot eurer Demo ist ebenso euer Ziel wie der Krawall. Es geht nicht um Antifaschismus, es geht euch nur um euch selbst.
    Ihr wollt ein paar Stunden Stadtkrieg spielen und euch wichtig machen. Dass ihr damit nur die FPÖ wichtig macht ist euch egal.
    Ihr könnt euch sicher sein: Wir gehen euch nicht in die Soli-Falle.
    Eure politische Dummheit ist kein Freibrief für die Polizei. Aber letzten Endes tragt ihr die Verantwortung, auch für den künftigen Umgang mit eurem wertvollsten Spielzeug: dem Demonstrationsrecht.
    Vielleicht denken ein paar von euch noch einmal nach. Das würde mich freuen.

    PP“ https://www.facebook.com/peterpilz/posts/850905881619893

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