Rasse-Ideologen und KZ-Leiter: Burschenschafter als Täter im Holocaust

burschenschafter-gegen-neonazis-tw70 Jahre nach Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz möchte die überwiegende Mehrheit der Deutschen die Holocaust-Geschichte „hinter sich lassen„: 81 Prozent. Ex-Bundespräsident Roman Herzog hat diese Entwicklung vorhergesehen und den 27. Januar zum Tag des Gedenkens ausgerufen.

Dabei sollte auch daran gedacht und geforscht werden, welche Rolle Burschenschafter in der Vernichtungsmaschinerie gespielt haben. Der Buchautor Hans-Henning Scharsach hat in einer Rede die Rolle von Burschenschaftern im Dritten Reich herausgestellt. Außerdem kritisiert er, dass Burschenschaften weiter hinter diesen Tätern in ihren Reihen ständen.

Er benennt dabei einige Täter mit Namen:

Irmfried Eberl (Euthanisiearzt in Brandenburg und Kommandant des Konzentrationslagers Treblinka, Burschenschaft Germania Innsbruck),

Ernst Kaltenbrunner (Chef Reichssicherheitshauptamt, Burschenschaft Arminia Graz/ Kaltenbrunner ordnete das SS-Standgericht gegen Pastor und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer an),

Gerhard Lausegger (SS-Studentensturmführer, Burschenschaft Suevia Innsbruck),

Anton Jerzabek (Führer Antisemiten-Bund, Burschenschaft Olympia Wien),

Georg Ritter von Schönerer (Begründer Rassen-Antisemitismus, Burschenschaft Teutonia Wien).

Burschenschafter nach `45 in Österreich oft aus NS-Familien

Nach dem Dritten Reich war diese Geschichte nicht zu Ende, sondern war wieder ein rechter Anfang, wie der Deutschlandfunk in einer Reportage deutlich macht: „Ob in Salzburg, Graz oder Wien: Arminen, Cherusker und Teutonen – in der Regel stramme Unterstützer des NS-Regimes – konnten ihre Mensuren auch im „Dritten Reich“ ausfechten, zumindest bis zum Beginn des Russlandfeldzugs, der burschenschaftliche Aktivitäten dann allerdings zum Erliegen brachte.

Grundsätzlich waren die „ostmärkischen“ Burschenschaften so etwas wie die Kerntruppen des österreichischen Nationalsozialismus. Ernst Kaltenbrunner, Leiter des Reichssicherheitshauptamts in Berlin, war „Alter Herr“ der „Arminia Graz“, Hugo Jury, Gauleiter von Niederdonau, hatte in seiner Jugend in der „Ghibellinia Prag“ gefochten und Friedrich Rainer, Gauleiter von Kärnten und Salzburg, in der Grazer Verbindung „Ostmark“.

Nach 1945 kam das völkische Burschenschafterleben in Österreich nur langsam wieder in Schwung, im Lauf der Zeit aber organisierten sich doch wieder einige tausend junge Männer – von ihrer biografischen Prägung her oft aus NS-Familien stammend – in den diversen Verbindungen.“

Der Umgang der genannten Burschenschaften mit ihren Alten Herren inkl. neuerer Aktivitäten ist auch ein guter Beleg dafür, warum man die Geschichte nicht hinter sich lassen sollte.

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