Proteste gegen „tanzenden ÖsterReichsparteitag in Hofburg“: Boykott-Front gegen FPÖ-Burschenschafter und ihren Akademikerball

buschenschafter packt aus26 Prozent der Österreicher lieben extrem rechte Politik mit rassistischen und nationalistischen Aktivitäten – sie tragen die Burschenschafter-Partei FPÖ auf Platz 1 in Wählerumfragen. 2018 wird voraussichtlich ein extrem rechter FPÖ-Burschenschafter Österreichs Kanzler werden. Die Mehrheit der Österreicher jedoch verabscheut die FPÖ und ihre Burschenschafter und drückt diese Abscheu besonders einmal im Jahr aus: nämlich zu dem FPÖ-Burschenschaftersymbol schlechthin, zum „Akademikerball, dem tanzenden ÖsterReichsparteitag der Deutschnationalen in der Hofburg“. Die jahrelangen Proteste führen dazu, dass die Teilnehmerzahlen sinken. Insbesondere liberale und konservative Korporierte machen einen Bogen, zurück bleibt der harte rechte korporierte Kern.

Die FPÖ hat offenbar auch ihre Strategie in Bezug auf den Akademikerball geändert. Früher war er ein wichtiges Symbol für die Burschenschafter, dass die extrem Rechten auch auf dem Tradtionsparkett im Herzen Wiens angekommen sind und dass die Burschenschafter den Rechten diesen Auftritt durch ihren politischen Einfluß verschaffen können. Mit Blick auf die Kanzlerschaft 2018 vermeiden die FPÖ-Burschenschafter den zu offensichtlichen Bezug zur extrem Rechten bei gesellschaftlichen Anlässen. Nun hat der Ball eine andere Funktion: sich als Opfer der linken Kritiker zu präsentieren. Das kommt bei den FPÖ-Wählern gut an. Und so spielt jegliche Gewalt gegen Ballbesucher oder Ausschreitungen dieser Opfer-Strategie der FPÖ in die Hände. Daher wäre es eine interessante Frage zu klären, wer den provokativ agierenden schwarzen Block im letzten Jahr gesteuert hat und in diesem Jahr steuern wird. Vielleicht doch rechte Provokateure?

Der Akademikerball zeigt auch einen Unterschied zwischen Deutschland und Österreich im Umgang mit Rechten: in Wien dürfen die rechten Burschenschafter in einem wichtigen Symbol des demokratischen Österreichs tanzen, in Deutschland wurden die rechten Burschenschafter aus einem wichtigen Symbol der Demokratie, der Wartburg in Eisenach, herausgeworfen.

Viele Österreicher drücken den Protest gegen den „tanzenden ÖsterReichsparteitag der Deutschnationalen in der Hofburg“ mit Boykotten und weiteren Aktion aus. Hier einige Beispiele:

Taxifahrer boykottieren Burschenschafter und weigern sich, diese zum Ball zu fahren. Dafür gründen sie eine Facebook-Gruppe „50.000 Gründe, warum wir nicht zum Ball fahren“.

Auch der Fahrdienst Uber unterstützt den Taxifahrer-Protest und ruft seine Fahrer ebenfalls auf, keine Buxen zum Ball zu fahren.

Wirte und Wirtinnen schalten als Zeichen gegen Rassismus zum Akademikerball in und vor ihren Lokalen das Licht aus. Auch sie posten darüber auf ihrer Facebook-Seite.

Direkt auf dem Heldenplatz vor der Hofburg erinnert das Bündnis „Jetzt Zeichen setzen“ an 70 Jahre Befreiung der KZ und Beendigung des NS-Regimes mit einer Veranstaltung mit Holocaust-Überlebenden.

Die größten Proteste gegen den Ball und die Buxen organisieren seit Jahren Offensive gegen Rechts (OGR) und NOWKR.

 

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2 Antworten zu “Proteste gegen „tanzenden ÖsterReichsparteitag in Hofburg“: Boykott-Front gegen FPÖ-Burschenschafter und ihren Akademikerball

  1. …weitere Reaktionen der Gegner: Anspucken von Ballbesucherinnen? So wie im letzten Jahr?! Oder: Zerstören und plündern?
    Wer ist Opfer, wer ist Täter? Muß das Recht dem Unrecht wirklich weichen? Welche politischen Botschaften werden während des Balls verkündet? Fragen über Fragen…

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    • Dürfen die Taxler das überhaupt? Sind sie nicht verpflichtet, jeden Fahrgast mitzunehmen? In D wäre eine solche Aktion wohl verboten- aber ich bitte um Aufklrung.

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