Verfassungsschutz kümmert sich um Droh-Post der Deutschen Burschenschaft aus Erlangen gegen Katja Wolf

neuesbier2Die Deutsche Burschenschaft Frankonia Erlangen hatte eine Couleur-Postkarte mit Drohungen an Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf geschickt (Blog BPA berichtete) – mit Folgen. Die Karte hat nun behördliche Konsequenzen für die Burschenschaft aus Erlangen: Eisenachs Oberbürgermeisterin übergab die Frankonia-Postkarte mit Drohungen der Unterzeichner an den Verfassungsschutz zur Überprüfung, wie Wolf den Nürnberger Nachrichten sagte. Parolen wie „Lieber tot als rot“ oder „… deine Tage sind gezählt“ oder „nie wieder roter Terror“ bewertet Katja Wolf mit den Worten „Es ist der blanke Hass, der einem da entgegenschlägt.“ Sie habe auch schon früher Drohpost von Burschenschaftern bekommen. Die DB-Burschenschaft Frankonia Erlangen verweigerte der Zeitung eine Antwort zu Fragen über die Couleurkarte.

-> Link (Online und offline): Nürnberger Nachrichten, 15.1., print S. 15, „Hetz-Parolen aus Franken: Burschenschaftler schicken Postkarte an Eisenacher OB“

So sieht das Corpus delicti aus:

 

Die DB-Burschenschaft Frankonia Erlangen fällt immer wieder einschlägig am rechten Rand auf. Im letzten Jahr durch einen Besuch des rechten Vordenkers Jürgen Schwab in Erlangen, 2013 durch einen Vortrag über die „Identitäre Bewegung“. 2012 berichtete die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König über einen Doppelbandträger von Frankonia und Normannia Jena, die der Verfassungsschutz als „Sammelbecken für rechtsextreme Studenten und Neonazis“ einstuft. 2001 stand Frankonia Erlangen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, meldet damals Spiegel online.

In den letzten Jahren hat sich der Verfassungsschutz verstärkt der Burschenschaften des Verbandes DB angenommen. Er beobachtet mittlerweile drei DB-Bünde, nämlich Dresdensia-Rugia Gießen, Germania Hamburg und Danubia München. Erst im November letzten Jahres hatte der Verfassungschutz die Beobachtung von Dresdensia wieder erneuert. Immer wieder äußern sich Verfassungsschutz und Innenminister auch zu einzelnen DB-Burschenschaftern, zuletzt u.a. zu Andreas Wölfel von Thessalia Bayreuth.

Momentan laufen zwei parlamentarische Anfragen, ob weitere DB-Bünde beobachtet werden. Die SPD fragt in Hessen, ob die DB-Burschenschaften Germania Marburg, Rheinfranken Marburg, Germania Kassel vom Verfassungssschutz beobachtet werden. Ebenfalls die SPD fragt in Bayern, ob die Burschenschaft Thessalia und weitere Bünde in Bayern beobachtet werden. Auslöser der Anfrage waren die parlamentarischen und medialen Enthüllungen über den NSU-Unterstützer Mario B., dessen Mitgliedschaft die Burschenschaft Thessalia bestätigt hat.

 

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17 Antworten zu “Verfassungsschutz kümmert sich um Droh-Post der Deutschen Burschenschaft aus Erlangen gegen Katja Wolf

  1. Dafür soll es ja -habe ich irgendwann einmal gehört- Juristen geben.
    Oder haben manche Burschenschaften das akademische Prinzip ganz aufgegeben?

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    • @Monokel, für das Aushebeln des akademischen Prinzips bei rechten Bünden gibt es viele Beispiele – das aktuellste Bsp. ist der neue Schatzmeister des Verbandes. Das Nichtakademische Prinzip, u.a. von den Rechten Jenensern vor 10 Jahren mit eingeführt hat sich somit auch bei immer mehr ehemals akademischen Bünden durchgesetzt. Mario B. ist ein weiteres Beispiel oder Cornelius D.

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      • @BPA-Buxen
        eine Verständnisfrage: haben diese rechten Buxen je studiert?
        immerhin gibt es in vielen Bünden auch Bundesbrüder, die ihr Studium (z.T. aus sehr respektablen Gründen) abbrachen.

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      • @BPA,
        naja, das „akademische Prinzip“ ist doch immer schon Auslegungssache gewesen. Ein ordentlich immatrikulierter Student wird aktiv, macht nie ein Examen. bleibt jedoch Bundesbruder (AH). Ist das noch „akademisches Prinzip“?
        Ebenso: wenn ich mir so manche Brustpanzer-bewehrten Buxen betrachte, ist das „Lebensbundprinzip“ auch nur eine reine Auslegungssache. Die sind wohl alle zum „Buxen-Islam“ konvertiert und dürfen sich folglich mehrere „Lebensbünde“ leisten.
        Schöne Worte, viel Theorie…..und wenig dahinter.

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  2. „Drohpost“?
    Ich kann da keine Drohung erkennen!
    Das ist wohl eher eine Geschmacksfrage. Bei Verbindungen geht es nun mal nicht wie in einem kath. Mädchenpensionat zu.

    Hier wird doch eher versucht aus einer Mücke einen Elefanten zu machen!

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    • @lichtgestalt, die Couleurkarte zeigt doch die typischen 5-Schritte-Verhaltensweisen „Vom Täter zum Opfer“ von Braunbuxen: Erstens mit Dreier Klinge kräftig austeilen, zweitens sich nach öffentlicher Entrüstung auf Meinungsfreiheit berufen, drittens bei zunehmendem Druck einen Anwalt zum Relativieren vorschicken, viertens das rechte Lager zum Bagatellisieren aktivieren, fünftens sich als Opfer der Linken zu stilisieren versuchen. Das sind immer wieder die gleichen fünf Schritte, egal ob es sich um Arier-Anträge, Bonhoeffer-Verunglimpfungen, NSU-Unterstützer oder auch nur um eine simple Couleurkarte handelt.

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        • @lichtgestalt, das sieht die betroffene Oberbürgermeisterin Katja Wolf offensichtlich anders, sie hat die Karte an den Verfassungsschutz mit der Begründung weitergeleitet “ „um einfach noch einmal deutlich zu machen, dass ich das als durchaus bedrohlich wahrgenommen habe“.

          Ähnliches Szenario: Stellen Sie sich vor, Sie bekämen persönlich an ihre Büroadresse eine Postkarte der österreichischen Antifa mit den Worten „Lieber tot als Korpo“ oder „Deine Tage sind gezählt“. Wie würden Sie diese Bedrohung bewerten?

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          • Zu den Tagen: danach steht was von der Abwahl. Das kommt in einer Demokratie vor und gehört zu deren Spielregeln. Die Wähler wohnen allerdings in Eisenach, nicht in Erlangen.

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            • Korrektur: „de minimis“ – Bagatellisieren wollte ich gar nichts, aber ich finde, einer Couleurkarte wird hier zuviel Gewicht beigemessen.

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              • Zu meiner Aktivenzeit wurden Couleurkarten an Freunde, einem nahestehende Bekannte und Verwandte versandt, um diese ein wenig an dem Event teilhaben zu lassen. Dass Couleurkarten für politische Zwecke und Interessen verwendet werden, und dann auch noch mit einem derartigen Inhalt, kann ich nur als Verfall der Sitten bewerten, der den Niedergang der DB deutlich macht. Gott sei Dank hat mein Bund sz. noch frühzeitig vor der Austrittswelle seit 2010 die Reißleine gezogen.

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    • @Uwe Ströcker, dieses Bagatellisieren scheint bei manchen Buxen eine Art Buxen-App zu sein, die automatisch gestartet wird, sobald Kritik an rechten und ganz rechten Buxen aufkommt, sei es nun wegen einer Couleurkarte oder eines NSU-Unterstützers bei einem Braunbuxen-Bund.

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