Wieder Raczek im DB-Vorstand: Verband tauscht Finanz-Vorstand aus

logo-debeadeSeit Jahren gab es in der Deutschen Burschenschaft beim Thema Finanzen eine eigenartige Konstellation, doch damit ist es nun Schluss. Lange Jahre stellte auch nach dem DB-Rechtsruck die IBZ-Burschenschaft Alemannia München mit Hans-Jürgen Schlicher den Finanz-Vorstand, genannt Schatzmeister. Das ist vorbei. Schlicher wurde kürzlich abgesetzt und gegen einen rechten BG-Burschenschafter ausgetauscht. Neuer Kassenwart der DB ist Volker Lange. Er ist Mitglied bei der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks, wie der Bonner Generalanzeiger berichtete. Die Website der DB meldet ihn schon im Impressum. Normalerweise wird der Schatzmeister durch die Mitgliedsburschenschaften beim Burschentag im Mai gewählt.

Der Austausch des Finanz-Vorstandes kommt in einer schwierigen Situation für den Verband: die DB verlor einen relevanten Teil ihrer Mitgliedereinnahmen durch Austritte von 44 Burschenschaften seit 2012. Die verbleibenden ca. 60 Bünde genehmigen sich weiter Premium-Ausgaben, wie z.B. 10.000 Euro Turnhallen-Miete für einige Tage Burschentag in Eisenach (das zeigte eine Anfrage im Eisenacher Stadtrat zur Miete).

Nach der Abwahl von Norbert Weidner 2012 als Leiter der Verbandszeitschrift haben die Raczeks nun mit Lange wieder einen der ihren ganz Rechten im DB-Vorstand platziert. Lange ist außerdem auch im Raczek-Vorstand. Also solcher hat er gegenüber Journalisten die rechte Messe Zwischentag im Herbst 2014 auf dem Raczekhaus gerechtfertigt. Bereits 2012 trat Volker Lange beim Burschenschafterprozess von BPA-Bloggger Christian Becker gegen den rechten Buxen Norbert Weidner öffentlich als Begleiter des unterlegenen Weidner  („Liberaler triumphierte gegen rechten Widersacher“, Spiegel online) auf, wie TV-Fotos zeigen. Beruflich verkauft Lange private Kranken-Versicherungen als „geprüfter Versicherungsfachmann (BWV)“, von einem Studium vermeldet er nichts auf der Firmen-Homepage. Szenekenner wundern sich schon lange, wie das akademische Prinzip bei rechten „akademischen“ Burschenschaften mit einem Fragezeichen versehen wird.

Einen ideologisch eingenordeten Finanz-Vorstand einzusetzen macht vor allem dann Sinn, wenn man besondere Finanzströme hat, über die keine Informationen ausserhalb der Wagenburg der Gesinnungsgenossen nach draußen oder auch in IBZ-Kreise dringen sollten. Nun stehen den österreichischen Partei- und sonstigen rechten Spenden keine personellen Hindernisse mehr im Weg.

Und: wie lange dauert es, bis Alemannia München die Konsequenzen wie die 44 vor ihr zieht? Wetten werden angenommen.

Frage: Welche Folgen hat die Säuberungsaktion auf die DB-Wort-Bild-Marke (Registernummer 39531023), die der VAB Eisenach gehört und am 31.7.2015 ausläuft? Eine DB ohne Rechte an ihrer Marke ausgerechnet im Jahr der 200-Jahr-Feier wäre ein interessantes Symbol.

 

PS.: Funghi oder Salami?

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