Staatsschutz äußert sich zur neuen DB-Vorsitzenden Germania Marburg

polizei-burschenschaftErstmals wird öffentlich, dass der Staatsschutz der Polizei offenbar ein Auge auf die DB-Vorsitzende 2015 Germania Marburg hat. Anlass ist eine für Ende Dezember von Germania geplante völkische Wintersonnenwendfeier mit Verbrennung eines Keltenkreuzes, die laut Staatsschutz zunächst auf Interesse bei Besuchern in ganz Deutschland stieß, aber dann abgesagt wurde, wie die Oberhessische Presse schreibt. Die Marburger Antifa hatte am 17.12. per Pressemitteilung auf die völkische Feier aufmerksam gemacht. Offenbar ist Germania vor der Antifa eingeknickt.

Völkische Sonnenwendfeiern sind bisher für Burschenschaften eher untypisch (außer in Ö). Sie sind eine charakteristische Veranstaltung der rechten Szene. Die taz beschreibt die Funktion: Die Sonnenwendfeiern sind für die Szene nicht bloß Anlass, Met im Feuerschein zu genießen. Alte heidnische Bräuche gehören schon seit der völkischen Bewegung 1871 zur ideologischen Selbstlegitimation. Am Feuer werden Rituale und Beschwörungen praktiziert, um mit sich, der Natur und dem „eigenen Volk“ eins zu werden. Das Heidentum ist für die Szene der „arteigene Glaube“, anders als das Christentum, in dem jeder Mensch als gleichwertig betrachtet und Mitgefühl gelebt wird. Für militante Rechtsextreme ist das nichts. „Das gemeinsame Verweilen an der Glut des Sonnenwendfeuers“ stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl und gebe „neue Kraft für jene Taten, die unser Volk wieder zu dem erwachsen lassen, das es einstmals war“, erklärte vor Jahren der regionale Kameradschaftsführer Dennis Bührig bei einer Wintersonnenwendfeier.“

Bereits 2013 veranstaltete Germania solch eine Wintersonnenwendfeier. Sie zeigt auf ihrer Facebookseite am 22.12.2013 ein Foto des Feuer-Rituals rund um das Keltenkreuz und beschwört dies mit den Worten: „In Kameradschaft fanden wir zusammen, eine Gemeinschaft von Trotz und Treue. In Freiheit sangen wir, gedachten unserer Ahnen und dem Erbe, dessen Schutz stets unsere edelste Aufgabe war und ist. Im Feuer erneuert der Schwur.

Auch auf den Verband sowie einzelne Burschenschaften hatte der Staatsschutz bereits ein Auge, und zwar bei der rechten Messe Zwischentag, die mit der DB als Aussteller auf dem Haus der Bonner Raczeks stattfand. “Ein Umstand, der auch dem Staatsschutz der Bonner Polizei nicht verborgen geblieben ist, wie Polizeisprecher Robert Scholten dem Bonner Generalanzeiger sagte.

Germania Marburg ist bereits vor ihrem Vorsitzjahr zum dritten Mal in kürzester Zeit öffentlich aufgefallen: mit der vom Staatsschutz bestätigten Absage des völkischen Rituals, mit einer Meldung von Naziwatch Marburg inkl. Fotos über rechtes Kameradschaftspersonal sowie einer angekündigten Demonstration gegen Germania von Kritikern am 31. Januar 2015.

Am 17. Januar 2015 könnte der Staatsschutz/VS wieder etwas zum Gucken haben. Dann findet eine „Reichsgründungskneipe mit Vorsitzübergabe der Deutschen Burschenschaft“ statt.

Staatsschutz, Verfassungsschutz, Journalisten und Watchblog BPA freuen sich auf die „Kameraden mit Band“ unter der Tarnkappe Burschenschaft. Endlich eine Vorsitzende, die keine Hemmungen hat, ihre Ideologie offen auszuleben.  

Vielleicht führen sie sich und den Verband auch direkt auf den Weg in den Schlapphut-Bericht.

 

 

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8 Antworten zu “Staatsschutz äußert sich zur neuen DB-Vorsitzenden Germania Marburg

  1. Die Polizei weiß, dass die Germanen eine Veranstaltung haben, zu deren Anlass sich schon eine Antifa-Demo angekündigt hatte. Das ist wirklich keine große Überraschung. Dass der Staatsschutz eine Auge auf sie hat, wie sie oben behaupten, kann ich daraus nicht lesen.

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