DB-Austrittswelle geht weiter: Normannia zu Leipzig sagt DB ade als Nr. 44

logo-debeadeWährend die Hardliner-Fraktion der Deutschen Burschenschaft mit 15 Bünden in Dresden beim Pegida-Marsch im völkischen Fahnenrausch taumelt uns sich danach am Lob der NPD erfreuen kann, verlassen weitere konservative Burschenschaften den Verband und bescheren der DB ein nur für diese unerfreuliches Weihnachtsgeschenk.

Normannia zu Leipzig hat als 44. Burschenschaft seit 2012 die Deutsche Burschenschaft im Dezember verlassen, wie uns Normannia-Sprecher F. telefonisch bestätigte. Auch Wikipedias Liste der Burschenschaften meldete den Austritt. Von den Leipziger Bünden ist ebenfalls Plessavia schon 2013 ausgetreten, zurück bleiben die immer wieder rechts auffälligen Burschenschaften Arminia und Germania. Innerhalb eines Jahres hat die DB in Leipzig als boomender Unistadt 50 Prozent ihrer Burschenschaften verloren, dies entspricht dem bundesdeutschen Schnitt (von 123 in 2008 auf ca. 60 Bünde in 2014).

Die 1868 gegründete Normannia gehört zum Ring Weißer Burschenschaften, von denen die meisten die Deutsche Burschenschaft mittlerweile verlassen haben (Frankonia Bonn, Obotritia Rostock, Germania Köngisberg zu Hamburg). Als einzige RWB-Burschenschaft ist noch Normannia-Leipzig zu Marburg in der DB. Normannia zu Leipzig und Normannia-Leipzig zu Marburg berufen sich auf eine gemeinsame Tradition an zwei Unistädten.

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Statistik Deutsche Burschenschaft: Minus 44 Burschenschaften, 3 vom VS beobachtet

Nach dem Austritt der Wiener Burschenschaft als 44. Burschenschaft seit Mitte 2012 verbleiben immer weniger Burschenschaften in der DB. Der liberale Dachverband Neue DB rechnete Mitte März mit noch 66 Burschenschaften im rechten Dachverband DB, mittlerweile sind es noch rund 60 Bünde. Von diesen ca. 60 DB-Bünden gehören 34 der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) an. 2008 hatte der Verband DB noch 123 Mitglieder (Wikipedia über DB). Die Reduzierung von 123 auf ca. 60 Burschenschaften in der DB entspricht einem Minus von etwa 50 Prozent der Mitgliedsburschenschaften in wenigen Jahren.

In einer ersten Austrittswelle ab Mitte 2012 hatten zunächst vor allem liberal-konservative Burschenschaften die DB verlassen. 45 ausgetretene plus freie Burschenschaften haben die Gründung eines neuen Dachverbandes für Herbst 2015 angekündigt. In einer zweiten Austrittswelle seit Mitte 2013 verlassen nun auch wertkonservative und pflichtschlagende Bünde wie die Königsberger Germanen oder Frankonia Bonn oder nun Normannia-Leipzig die DB. Zurück wird offensichtlich eine DB aus BG-Bünden, Ostdeutschem Kartell plus Freunden bleiben. “Kleiner und rechter” nannte die FAZ diese Entwicklung. Drei DB-Burschenschaften werden mittlerweile vom Verfassungsschutz beobachtet. Vor einigen Jahren war es erst Eine.

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Wir sind dann mal weg – die Liste der seit dem Eisenacher Burschentag Mai/Juni 2012 vollzogenen Austritte aus der Deutschen Burschenschaft:

44) Burschenschaft Normannia zu Leipzig
43) Wiener akademische Burschenschaft Alania: Infoklick
42) Burschenschaft Cimbria Berlin: Infoklick
41) Hamburger Burschenschaft Germania Königsberg: Infoklick
40) Burschenschaft Rheno-Alemannia Konstanz: Infoklick
39) Berliner Burschenschaft der Märker: Infoklick (AH-Beschluß, aber nicht erklärt)
38) Bonner Burschenschaft Frankonia (AH): Infoklick
37) Trierer Burschenschaft Germania: Infoklick
36) Burschenschaft Redaria-Allemannia Rostock (Vorsitzende B! 2012): Infoklick
35) Leipziger Burschenschaft Plessavia: Infoklick
34) Vereinigte Berliner Burschenschaft Thuringia: Infoklick
33) Freiburger Burschenschaft Teutonia: Infoklick
32) Aachener Burschenschaft Alania: Infoklick
31) Burschenschaft Ascania Friedberg: Infoklick
30) Braunschweiger Burschenschaft Arminia-Gothia: Infoklick
29) Braunschweiger Burschenschaft Alemannia: Infoklick
28) Friedberger Burschenschaft Alemannia: Infoklick
27) Straßburger Burschenschaft Arminia Tübingen: Infoklick
26) Alte Brünner Burschenschaft Suevia zu Regensburg: Infoklick
25) Burschenschaft Thuringia Bad Frankenhausen zu Siegen: Infoklick
24) Alte Darmstädter Burschenschaft Germania: Infoklick
23) Kölner Burschenschaft Alemannia: Infoklick
22) Göttinger Burschenschaft Holzminda: Infoklick
21) Marburger Burschenschaft Teutonia-Germania: Infoklick
20) Münchner Burschenschaft Arminia-Rhenania: Infoklick
19) Alte Straßburger Burschenschaft Germania: Infoklick
18) Stuttgarter Burschenschaft Ghibellinia: Infoklick
17) Münchner Burschenschaft Franco-Bavaria: Infoklick
16) Hannoversche Burschenschaft Germania: Infoklick
15) Alte Freiberger Burschenschaft Glückauf zu Clausthal: Infoklick
14) Frankurt-Leipziger Burschenschaft Arminia: Infoklick
13) Burschenschaft Hannovera Göttingen: Infoklick
12) Burschenschaft der Krusenrotter zu Kiel: Infoklick
11) Burschenschaft Ghibellinia zu Prag in Saarbrücken: Infoklick
10) Mainzer Burschenschaft Saravia: Infoklick
9) Prager akadem. Burschenschaft Carolina zu München: Infoklick
8) Alte Rostocker Burschenschaft Obotritia: Infoklick
7) Burschenschaft Hansea Mannheim: Infoklick
6) Burschenschaft Alemannia Stuttgart: Infoklick
5) Burschenschaft Germania Braunschweig: Infoklick
4) Aachener Burschenschaft Teutonia: Infoklick
3) Burschenschaft Hilaritas Stuttgart: Infoklick
2) Hannoversche Burschenschaft Arminia: Infoklick
1) Kölner Burschenschaft Wartburg: Infoklick

Zum Austritt aus der DB fordert sogar die bürgerlich-konservative Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung auf

Austritt in 5 Schritten: So hat ihn die Burschenschaft der Norddeutschen und Niedersachsen 2011 abgewickelt

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Eine Antwort zu “DB-Austrittswelle geht weiter: Normannia zu Leipzig sagt DB ade als Nr. 44

  1. Die Leipziger Normannen sind bis dato auf der „Heimseite“ der DB gelistet und auf deren Homepage konnte ich bisher auch nichts in Bezug auf den Dachverband lesen.

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