15 DB-Burschenschaften bei ausländerfeindlichem Pegida-Marsch inkl. Fahne der Urburschenschaft

burschenschafter-gegen-neonazis-tw„Nazis in Nadelstreifen“ hat NRW-Innenminister Ralf Jäger die Teilnehmer am ausländerfeindlichen Marsch Pegida in Dresden genannt. Diesem Lockruf ist nun auch die Deutsche Burschenschaft in großer Zahl erlegen. Auf ihrer inoffiziellen Facebookseite verbreitet sie mit Foto, dass 70 DB-Burschenschafter von 15 Bünden aus Hamburg, München, Marburg, Berlin, Wien am Pegida-Marsch am 15.12. in Dresden teilgenommen und dabei Fahnen der Jenaer Urburschenschaft geschwenkt hätten. Dabei waren u.a. die vom Verfassungsschutz beobachtete Hamburger Burschenschaft Germania, Berliner B! Arminia, Wiener B! Bruna Sudetia, wie diese auf ihren Facebook-Seiten posten.

Und am Rande: Für die Buxenszene ist es erstaunlich, dass die Jenaer Urburschenschaften Arminia, Germania und Teutonia die offensichtliche Markenrechtsverletzung so unwidersprochen hinnehmen. Diese sind schon lange kein DB-Mitglied mehr. Unter den Kommtatoren in diesem Blog ist darüber eine Diskussion entstanden (unten in den Kommentaren zu lesen).

 

Die NPD Leipzig verbreitete via Twitter, dass sie, viele „weitere freie Kräfte und Burschenschaften aus Leipzig“ „heute Pegida“ unterstützt hätten.

Die NPD KV Unna/Hamm bedankt sich ebenfalls via Twitter „Das ist ehrenhaft und anständig….Wiener Burschenschafter  in Dresden . Danke für Euer Kommen….“

Die NPD Sachsen facebookt ein Foto von dem Marsch und schreibt dazu „Auch die Deutsche Burschenschaft zeigte mit der Fahne der Urburschenschaft Präsenz bei der PEGIDA-Demo. Kontakt zur Deutschen Burschenschaft: www burschenschaft de. Ein weiteres Foto der NPD Sachsen zeigt die beiden DB-Burschenschafter Jürgen Gansel und Arne Schimmer beim Marsch.
Auch NPD Bund facebookt das gleiche Foto mit dem gleichen Kommentar.

Bereits bei ähnlichen ausländerfeindlichen Märschen in Düsseldorf und Kassel sind DB-Burschenschafter mitmarschiert. Solche Teilnahmen von DBlern an rechten Märschen entsprechen den Vorhersagen von Experten wie der FAZ, die die Entwicklung von DB-Burschenschaften mit „Kleiner und rechter“ charakterisiert hat.

Am selben Tag endete ein ähnlicher ausländerfeindlicher Marsch in Bonn inkl. Buxen für die dortigen „Nazis in Nadelstreifen“ im Desaster. Nur wenige hundert Teilnehmer kamen, um sich auch in Parolen wie „Frei, sozial und national“ zu ergehen. Sie wurden von 1.500 Gegendemonstranten der Initiative „Bonn bleibt Bunt“ eingekesselt und später von der Polizei durch die U-Bahn abgeführt. Die Organisatoren der ausländerfeinlichen Bonner und ähnlichen Düsseldorfer Kundgebung bezeichnet NRW-Innenminister gegenüber der FAZ als aus dem „rechtsextremistischen Spektrum stammend“.

 

 

 

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32 Antworten zu “15 DB-Burschenschaften bei ausländerfeindlichem Pegida-Marsch inkl. Fahne der Urburschenschaft

  1. Der evidente Missbrauch der Wartburgfahne, das rechtmässige Symbol der Jenar Urburschenschaft, für solche wenig ehrenhaften Zwecke wird mit Sicherheit eine Reaktion der Rechteinhaber nach sich ziehen. Und das ist nicht der Restdachverband.
    Was glauben die eigentlich wer die sind? Die Mehrheit der Burschenschafter repräsentieren die schon lange nicht mehr für das Recht, die Insignien zu führen zahlen sie Gebühren. Es wird Zeit, dass der Vertrag gekündigt wird.

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    • @Frankfurter Buxe
      M.W. wurden die drei jeneser Bünde durch einen Gerichtsbeschluss gezwungen, dem Renegatenbund die Fahnenrechte einzuräumen.
      Geld ist dafür m.W. nie geflossen.
      Korrigeiren Sie mich bitte, wenn ich mich irre!

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      • @ Monokel,
        wie dem auch sei, es ist doch ein Streit um des Kaisers Bart. Die Aufwands/Ertragsrechnung hat wohl noch niemand aufgemacht.
        Bestehen Urheberrechte auf diese Fahne? Wer hat die? Gehört da auch die „Alte Burschenschaft Burgkeller zu Jena“, jene Abspaltung der Arminen hinzu, die in der DB sind?
        Anwälte und Gerichte wirds erfreuen, der Prozess dürfte sich über Jahre hinziehen und vielleicht fließt ja auch Knete dabei, wer weiss?
        Vergesst den Quatsch!

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        • @Otto Framm
          Klar ist es Symbolpolitik- in diesem Falle aber sehr machtvolle.
          Haben es die Renegaten erlaubt, sollte allen klar sein, wohin sie steuern und aus der DB flüchten. Hochachtung übrigens an Normannia Leipzig, denen ich diesen Schritt nie zugetraut hätte.
          Wenn es aber nicht genehmigt war – die ausschliesslichen Rechte an dieser Flagge liegen bei den Jenaischen Bünden- dann ergibt sich die Chance, den rechten „Burschenschaften“ einmal deutlich zu zeigen, wo der Hammer hängt.
          Ich habe auch einen bestimmten Verdacht, welcher Bund es gewesen sein könnte.

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          • Ich finde es vor allem bemerkenswert, dass die Feiglinge nicht unter ihren eigenen Farben demonstrieren. Aber die Erlaubnis dazu hätten sie wahrscheinlich nicht durch ihre Konvente bekommen.
            Da nimmt man dann einfach die kopierte Wartburgfahne und schwenkt die ohne jemanden, um Erlaubnis zu fragen. Unglaubliches Verhalten!

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        • Wenn man einen materialistischen Wertekanon bevorzugt, wie Sie es augenscheinlich tun, ist ihr Standpunkt nachvollziehbar. Nur ist damit denjenigen – wie mir – nicht geholfen, die aus ideellen Werten immer noch zu den Ursprungswerten dieser Fahne stehen, die auf dieser Demostration entweiht wurde.

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          • @ Frankfurter Buxe,
            wenn Sie der Ansicht sind, dass ich einen „materialistischen Wertekanon“ vertrete, dann…bitte sehr.
            Nur, das Herumschwenken mit der Urbuxenfahne hat aus meiner Sicht nichts mit „Werten“, sondern vielmehr mit unerlaubten Handlungen oder nicht zu tun. Und da vertrete ich die Ansicht, dass eine Verfolgung dieser Angelegenheit den Aufwand dafür nicht rechtfertigen kann. Es würde wahrscheinlich alles im Sande verlaufen.
            Offensichtlich bin ich hier wohl der einzige „Technikbuxe“, der die Realitäten nicht aus den Augen verliert.
            Und nun zelebrieren sie Ihre „entweihten“ Werte mal schön weiter.

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            • @Otto Framm, Frankfurter Buxe, Monokel, Bonner Buxe, es ist doch schon erstaunlich, dass Themen wie NSU-Buxe, Kameradschafter etc. in DB-Reihen bei weitem nicht diese Reaktionen bei nicht-DB-Buxen hervorrufen, wie die offensichtliche mißbräuchliche Verwendung einer Fahne. Offenbar symbolisiert für viele Buxen die Urburschenschafterfahne den „guten reinen Burschenschafter“. Und wenn ausgerechnet die bösen Braunbuxen die Fahne der Guten für sich mißbrauchen, hat das wohl tiefen emotionalen Wert. Weil es vielen normalen Buxen neben dem Mißbrauch zeigt, wie hilflos sie den Braunbuxen gegenüberstehen. Und Hilflosigkeit plus Mißbrauch macht offenbar sehr wütend.
              Spannend wird die Reaktion der Urburschenschaften oder auch die Nichtreaktion. Denn wenn die Urburschenschaften nicht reagieren (da meinen wir mehr per PR/Politik als mit Juristischem), würde dies eine Schwäche der Urbuxen gegenüber den Braunbuxen symbolisieren. Und diese Schwäche könnte sich auch in die Gründung des neuen Verbandes hineinziehen, der immerhin mit Urbuxen als Keimzelle als Gegenprojekt der „Guten“ gegen die bösen „Braunen“ angelegt ist. Im Moment steht es 1:0 für die bösen Braunen.

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              • @BPA Buxe
                Sie reden vom Standpunkt der PR. Das ist aus Ihrer Sicht berechtigt und mir auch völlig nachvollziehbar- aber die Braunbuxen stehen hier auf dem Standpunkt: „Was schert es eine deutsche Eiche, wenn sich die Sau daran schuppert.“ Somit läuft alles in dieser Richtung ins Nichts. Wenn selbst „Bananen-Nolte“ und „Weidners Bonhoeffergate“ nichts geändert haben was soll man dann sinnvoll unternehmen?
                Nun ist es aber anders: wir haben eine Markenrechtsverletzung, die sich ausnutzen lässt (ähnlich wie bei Al Capone- den man auch nur über andere Vergehen ins Gefängnis bringen konnte) und die Bande empfindlich treffen kann.
                Im Augenblick steht es viellicht 1:0 für die Braunbuxen- aber der Konter der Jeneser kann einen Schultersieg bringen. (Was ich hoffe)

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                • @Monokel, Sie und ich – wir wissen, dass etwas Juristisches nur die Steilvorlage für entsprechenden publizistischen, politischen und öffentlichen Druck sein wird. Doch es ist natürlich sehr begrüssenswert, wenn liberale Buxen endlich den juristischen „Schläger“ gegen die DBler schwingen. Wir freuen uns auf den Konter der Jenenser – wie Sie sich unschwer vorstellen können. Und berichten gerne darüber.

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              • @ BPA-Buxen.
                die Urbuxenfahne ist nichts weiteres als ein bunter Stoff, in den jeder „Ideale“ und „Ideologien“ hineininterpretieren kann und darf wie er lustig ist. Das geht vom „guten reinen Burschenschafter“ aus der Gründerzeit bis zu „Franzosenbrut, Henkersblut, oh süßer Tag der Rache, das tuet allen Deutschen gut, das ist die wahre Sache“ (EM Arndt, Buxe und auch aus der Gründerzeit). Damit kann man im Jahre des Heils 2014 nun nichts mehr anfangen. Das Glorifizieren/Verteufeln unserer Vergangenheit ist leider ein beliebtes Spielchen, um von Realitäten, je nach Ausgangslage abzulenken.
                Unsere Realitäten 2014 sind: wir sind Buxen, nicht mehr in der DB und wissen warum. Dieses Thema DB dürfte wohl damit endgültig abgeschlossen sein. Was hat denn nun der „Nicht DB-Buxe“ noch mit der DB zu tun? Missionstrieb? Wer heute noch Mitglied dieses Verbands ist hat alle Freiheiten dort auszutreten. Und wer das für richtig hält, dem wird unser Geschreibsel hier auch nicht auf die Sprünge helfen.
                Anstatt hier über Stoffe und deren (möglichen) Missbrauch rumzujammern, sollten wir unsere Augen nach vorne, in die Zukunft richten. Das ist äusserst wichtig, sei es für die Einzelperson wie für den Bund, in dem diese aktiv ist. Nur das hilft weiter. Wir sind aufgefordert, es besser und richtiger als die DB zu machen. Daran werden wir gemessen, gleich wie wir es mit unseren DB-Vorfahren unternommen und diesem Verband einen Tritt in den A…. verpasst haben.

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            • Schön, wenn Sie der Meinung sind, dass die Realität ihr Alleingut ist, erübrigt sich eine weitere Diskussion zur Sache mit ihnen. Im Übrigen empfinde ich Technikbuxen durchaus als Materialisten. Vielen Dank für gehabte Zeit.

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              • @Frankfurter Buxe und @Otto Framm, Danke, wenn Sie beide wieder zum Thema „Mißbrauch der Urburschenschaft-Insignien“ zurückkehren und die Energie nicht gegeneinander richten. Wenn Sie verbal den Schläger gegeneinander schwingen wollen, können Sie dies gerne bei Facebook Tramizu tun – hier nicht. Erste Kreide 😉

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                • @BPA-Buxen,
                  danke für die Kreide. Melde mich hier ab. Bitte löschen Sie meinen account. Die Unibuxenprobleme haben mich schon als Aktiver gelangweilt. Die muss ich mir nicht mehr antun.
                  Glückauf!

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      • Die letzte Auseinandersetzung, an die ich mich erinnere und die der C.I. Renegatenclub provozierte, endete mit einem Vergleich vor dem Landgericht, der erzwungenen Umbenennung des Renegatenclubs und der Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung durch denselben.

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    • An Jenenser Stelle würde ich versuchen herauszubekommen wer an dieser Veranstaltung ähnliche Fahnen wie die der Urburschenschaft geschwenkt haben. Und dann schön alle verklagen. Das ist schon eine echte Frechheit, dass dieses burschenschaftliche Symbol für einen solchen Dreck missbraucht und entehrt wird.

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  2. Nur mal gesetzt den Fall: Wenn Markenrecht bestünden, dürfte dann auch niemand ohne weiteres Bilder der Fahne auf homepages zeigen?
    Auch hier nicht? Markenrechtlich dürfte es doch nicht darum gehen, bei welcher Veranstaltung der Verstoß begangen wurde, sondern ob überhaupt ein Verstoß gegen Markenrecht vorliegt??
    Also: Ich würde die Sache nicht überbewerten….
    Entscheidend ist: PEGIDA wurde von zuletzt 15000 Mitbürgern mit wachsender Teilnehmerzahl aus allen Gesellschaftsschichten mitgetragen, warum also nicht auch von Korporierten. Wir sind nicht mehr oder weniger schlicht und einfach ein Teil der Gesellschaft, also laßt doch Leute demonstrieren, ob als Burschenschafter oder was auch immer.
    Locker bleiben!

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    • Hören Sie bitte freundlicherweise auf, vom eigentlichen Problem abzulenken. Solange die Leute als Privatpersonen auf irgendeine Demonstration gehen, wird das wahrscheinlich sehr wenige interessieren.
      Was aber würde ihr Dachverband – ich vermute, dass Sie CCer sind – eigentlich sagen, wenn Unbefugte ohne Erlaubnis unter dessen Symbolik auf so einer Demonstration auftreten? Oder anders gefragt, würde ihr Bund sich das gefallen lassen, wenn andere Personen sich unter ihren Farben auf so einer Demonstration zeigen würden?
      Sie wollen mir doch nicht ernsthaft weißmachen, dass „locker bleiben“, wie Sie es zu nennen belieben, in dem Fall die Priorität der möglichen Reaktion ist.

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    • @turnerschafter, über die Kommentare können Sie auch eigene Themen einbringen. Sie können sicher sein, dass andere Korporierte Ihr Thema aufgreifen und kommentieren, wenn es sie interessiert. Danke, dass Sie Blog BPA als Diskussionsforum wie so viele Korporierte nutzen, dafür war es ursprünglich nicht konzipiert 😉

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  3. Pingback: Quo vadis, Dresden? | politik in gesellschaft·

Gerne können Sie sich mit einem Kommentar in die Diskussion einbringen. Motto: Farbe tragen heißt Farbe bekennen, heißt Namen nennen. So wie wir. Sonst no comment. Und aus gegebenem Anlass: Bitte bleiben Sie sachlich beim Kommentieren. Für den Inhalt der Kommentare sind die Kommentarschreiber verantwortlich. Und geben Sie sich einen eindeutigen Nickname, denn lauter "Anonyms" können nicht besonders gut miteinander diskutieren. Danke für Ihren Beitrag.

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