Wird Cheruscia zum Vorbild für DB-Vorsitzende Germania Marburg 2015? Austritt oder Spaltung?

logo-debeadeDie Meldung über den Rauswurf der Aktivitas durch den Altherrenvorstand der DB-Burschenschaft Cheruscia Dresden wirft ein Licht auf typische Schicksale von Vorsitzenden der Deutschen Burschenschaft in den letzten Jahren: die Mehrheit der DB-Burschenschaften tritt nach dem Vorsitz-Jahr aus. Von elf Bünden seit 2004 sind sieben ausgetreten oder haben sich gespalten.

Und 2015 übernimmt Germania Marburg den Vorsitz der Deutschen Burschenschaft.
Kai Schröder im Burschenschafter-AustrittsBlog schreibt über Germania: „Nach aktuellen Informationen (April/Mai 2013) wird bei Burschenschaft Germania Marburg allen Bestreitens zum Trotz über einen Austritt diskutiert. Teils weil auch dort Alte Herren in öffentlichen Diensten stehen und selbst andere Arbeitgeber Fragen stellen. … Auch im Jahr 2014 wird bei der Burschenschaft Germania Marburg weiter intensiv über einen Austritt diskutiert. Die Übernahme des DB-Vorsitzes durch die Aktivitas wird nicht von allen Bundesbrüdern gebilligt; der Altherrenvorstand hat sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen.“

Wird Germania das Cheruscia-Schicksal treffen, Rauswurf der Aktivitas durch Alte Herren – vor dem Vorsitz oder während?

Germania Marburg ist schon vor ihrem Vorsitz-Jahr auch ein politisches Thema im hessischen Landtag. Die SPD hat in einer Großen Anfrage (Drucksache 19/691) zum Thema Rechtsextremismus gefragt, ob Germania Marburg auch vom Verfassungsschutz beobachtet werde. Politische Anfrage und mediale Berichte über eine rechtsruckende Aktivitas dürften die Alte Herren Germanias in bürgerlichen Jobs mit Sorge betrachten.

 

Hier weitere Beispiele für „Austritt oder Spaltung von DB-Vorsitzenden“ von 2004 bis 2014:

2014 Cheruscia Dresden: Altherrenvorstand setzt im Vorsitzjahr die Aktivitas vor die Tür

2012 Redaria-Allemannia Rostock: Burschenschaft tritt im Jahr nach dem Vorsitz aus der Deutschen Burschenschaft aus

2011 Arminia-Rhenania München: Burschenschaft tritt im Jahr nach dem Vorsitz aus der Deutschen Burschenschaft aus

2009 Ghibellinia-Stuttgart: Burschenschaft ist einige Jahre nach dem Vorsitz aus der Deutschen Burschenschaft ausgetreten

2007 Hilaritas Stuttgart: Burschenschaft ist einige Jahre nach dem Vorsitz aus der Deutschen Burschenschaft ausgetreten

2005 Alemannia Stuttgart: Burschenschaft ist einige Jahre nach dem Vorsitz aus der Deutschen Burschenschaft ausgetreten

2004 Alte Rostocker Burschenschaft Obotritia: Burschenschaft ist einige Jahre nach dem Vorsitz aus der Deutschen Burschenschaft ausgetreten

-> Link: Übersicht der Austritte ab 2012 (Blog BPA)

-> Link: Übersicht der Austritte aus DB seit 1980 inkl. Vorsitz-Daten (via Austritts-Blog von Kai Schröder)

Fazit: seit 2004 sind fast zwei Drittel der Vorsitz-Burschenschaften aus dem Verband ausgetreten oder haben sich gespalten: ein Vorsitzjahr scheint Fluchtreflexe aus dem rechtsruckenden Verband zu aktivieren.

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7 Antworten zu “Wird Cheruscia zum Vorbild für DB-Vorsitzende Germania Marburg 2015? Austritt oder Spaltung?

      • Das könnte dann nicht wirklich für das Corp sprechen, welches diese aufgenommen haben soll. Vielleicht sollten dann möglicherweise vorkommende rechte Umtriebe in Corps auch Gegenstand dieser Plattform hier werden (wenn mal unterstellt, dass die nicht mehr dabei sind, weil sie rechtslastig waren).

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  1. Ich greife hierzu auch noch ein Thema aus einem anderen Diskussionsbereich auf. Wenn ein AHV eine Aktivitas so einfach vor die Tür setzen kann, stellt sich mir die Frage, warum der AHV von B! Danubia München dies nicht mit ihrer Aktivitas tut. Denn die wird vom Landesverfassungsschutz Bayern schließlich beobachtet. Wenn der AHV dies nicht macht bedeutet dies, dass er die politische Ausrichtung entweder duldet oder mit ihr sympathisiert. In beiden Fällen ist die logische Schlussfolgerung, dass die Danubia als Gesamtbund auf den Index des Landesverfassungsschutz müsste.

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    • @Bonner Buxe, Ihre Argumentation weitergedacht: gilt das nicht auch für den Verband, der nichts gegen seine drei vom VS beobachteten Bünde unternimmt? Oder nicht einmal eine Untersuchung gegen eine Burschenschaft einleitet, die für viele Jahre einen NSU-Unterstützer beherbergte und in ihren Reihen aufnahm. Müsste nicht auch der Verband auf den Index?

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    • @Bonner Buxe
      Ihre Frage ist berechtigt: Aber Sie haben sich – wie ich meine – diese auch richtig beantwortet. Im Ergebnis steht meines Erachtens betreffs der bekanntermaßen rechten und vom VS beobachteten Burschenschaften wohl fest, dass dieses jeweils nicht nur ein „Problem“ der Aktiven sein kann. Und ganz ehrlich, wenn die DB jetzt im Fall der Bayreuther nicht reagiert, dann kann nur die nächste Austrittswelle kommen – und es bleibt DB=BG.

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