Sind extrem Rechte ein Problem für Burschenschaften?/ Artikel Academicus

Vorab: Titel der neuesten Ausgabe 37 des Academicus, Verbandszeitschrift der DB, Erscheint Mitte November

Titel der neuesten Ausgabe 37 des Academicus, Verbandszeitschrift der NeuenDB, jetzt online

Auf Wunsch des liberalen Burschenschafterverbandes NeueDB haben wir uns in einem Artikel für dessen Verbandszeitschrift Academicus der Frage des Rechtsrucks von DB-Burschenschaften gewidmet. Wichtigste Fragen sind dabei dabei, wie es zum Rechtsruck gekommen ist und wer den entscheidenden Faktor spielt. Kurz zusammengefasst halten wir aus eigener Erfahrung nicht die Rechten für den entscheidenden Erfolgsfaktor des Rechtsrucks, sondern die Liberalen und Konservativen, die die ganz Rechten dulden oder sogar fördern.

Der Artikel ist seit heute online und für Interessierte öffentlich zugänglich.

Hier ein Auszug aus den Artikel „SIND EXTREM RECHTE EIN PROBLEM FÜR BURSCHENSCHAFTEN? Ex-Burschenschafter Christian J. Becker über seine Erfahrungen mit dem Rechtsruck in DB-Burschenschaften“, der diesen Aspekt des entscheidenden Faktors beleuchtet:

„2011 hatte ich mit anderen genug von der bisherigen Schweigespirale zum Thema Rechtsruck. Nachdem wir intern und im Verband mit der Aufklärung gescheitert waren, starteten wir 2012 mit einem Online-Magazin (Blog „BurschenschafterPacktAus“) und einer Presse- und einer Lobbying-Kampagne, um die Öffentlichkeit, Politik und liberalen Burschenschafter auf die rechten „Kameradschafter mit Band“, die sich als Burschenschafter tarnen, aufmerksam zu machen. Mit unserem Ziel gingen wir von Anfang an offen um: rechte Plattformen angreifen und zum Einsturz bringen. Als erstes wollte ich den 1999er-Kameraden mit Band so provozieren, dass er mich vor Gericht zieht. Dort wollte ich ihn juristisch vor einer Medienmeute in die Knie zwingen und ihn als Prototyp des extrem rechten Kameradschafters mit Band öffentlich bekannt machen. Der Trick gelang 2012 nach nur drei Monaten, der Rechte fiel auf die Provokation herein und ließ sich vor Gericht und Medien wie nach Drehbuch vorführen. Dieser eine Kameradschafter mit Band ist symptomatisch für die Entwicklung in vielen Bünden. Und es ist auch typisch dafür, wie liberale Burschenschafter mit den extrem Rechten mit Band umgehen: schweigen, aussitzen, erdulden, relativieren, beschönigen, bagatellisieren, nichts unternehmen. Man schweigt als Liberaler auch, weil man als Burschenschafter zu Beißhemmungen im Lebensbund gegen andere Burschenschafter erzogen wird – wie ich aus eigenem Erleben bestätigen kann. Doch bei extrem Rechten kommt dieses Lebensbundprinzip an seine Grenzen, weil Rechte es ausnutzen.“

Der komplette Artikel widmet sich den Fragen „Wie ist das Ausmaß des Rechtsrucks, wie konnte es dazu kommen, wie kann man es stoppen?“. Unter anderem befragen wir dazu den Wiener Wissenschaftler Dr. Bernhard Weidinger, der über die Burschenschaften in Österreich promoviert hat.

Hier die Abschlussworte des Artikels: „Liberale und liberal-konservative Burschenschaften und andere Korporationen sollten stärker als bisher das Problem der extrem rechten Buxen auch als Problem für sich begreifen und offen damit umgehen und über die Waffenbrüder des anderen Verbandes aufklären, sonst werden es auch liberale Bünde beim Keilen und bei der Akzeptanz außerhalb der Korporationsszene inkl. Glaubwürdigkeit als Burschenschaften zu spüren bekommen.

Der liberale Verband NeueDB mit seiner Aufklärungskommission zur NS-Zeit, der Marburger Marktfrühschoppenverein mit dem Ausschluss der DB vom Traditionsfest und insbesondere die Burschenschaften Arminia Marburg, Bubenreuther Erlangen sowie die verbandsfreie Marchia Bonn sind mit ihren öffentlichen Haltungen und Aktivitäten gegen extrem Rechte in Burschenschaften des ehemals größten burschenschaftlichen Dachverbandes auf dem richtigen Weg. Die NeueDB, der Marktfrühschoppenverein und besonders die genannten drei Bünde sollten mit der Haltung gegen extrem rechte Burschenschafter zum Vorbild für viele jüngere Burschenschafter und auch für den neuen Verband in Gründung werden.“

->Link (NeueDB Academicus) Weiter und komplett in der online lesbaren Ausgabe des Academicus für das Wintesemester 2014/15

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