Interview mit Grünem S. Schlags: Bayreuther Stadtrat verbannt DB-Burschenschaft Thessalia vom Volkstrauertag

logo-debeadeDer Bayreuther Stadtrat hat am 20. Oktober auf Antrag der Grünen und Unabhängigen durch seinen Ältestenrat beschlossen, die Burschenschaft Thessalia Prag zu Bayreuth von den städtischen Feierlichkeiten zum Volkstrauertag im November auszuschließen, wie der Grünen-Stadtrat Stefan Schlags gegenüber Blog BPA bestätigt. Er ergänzt, dass andere Studentenverbindungen bei den Feierlichkeiten antreten dürften, nur Thessalia nicht.

Stefan Schlags, stellvertretender Fraktionsvorsitzende der Bayreuther Grünen, zeigte sich im Interview mit Blog BPA zufrieden mit der Entscheidung: „Mit Erleichterung haben die Grünen und Unabhängigen im Bayreuther Stadtrat die Entscheidung des Ältestenrates aufgenommen, der Burschenschaft Thessalia die Teilnahme am Volkstrauertag zu verwehren. Der Beschluss zeigt, dass wir im Kampf gegen rechte Umtriebe Verantwortung übernehmen und Grenzen ziehen können. Ob eine Organisation verboten ist oder nicht, kann dabei nicht das einzige Kriterium sein. Bayreuth ist eben nicht nur die Stadt Richard Wagners, sondern beherbergte mit Houston Chamberlain auch einen der übelsten Vordenker des Rassenwahnes, der die Welt in die Katastrophe geführt hat. Wenn jetzt hier wieder völkische Ideologien entwickelt werden, müssen wir als Stadt klare Signale dagegen setzen.“

Bayreuth folgt damit dem Beispiel vieler Städte, wie Marburg (Verbannen der Dt. Burschenschaft von Traditionsfest Marktfrühschoppen), Eisenach (Rauswurf der Dt. Burschenschaft aus der Wartburg), Innsbruck (Rauswurf DB aus öffentlichem Veranstaltungsraum) und München (Verbannen einer rechten BG-Burschenschaft vom Volkstrauertag).

Am 9. Oktober hatten Grüne und Unabhängige im Bayreuther Stadtparlament den Antrag gestellt, die Burschenschaft Thessalia (Mitglied Dt. Burschenschaft, DB) von den offiziellen Feierlichkeiten der Stadt zum Volkstrauertag in Bayreuth auszuschließen (Blog BPA berichtete). Begründung für den Antrag ist u.a. die Mitgliedschaft Thessalias in der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG), einem Zusammenschluss rechter Burschenschaften. „Die innerhalb der DB in der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ (BG) organisierten Bünde sind überwiegend nationalistisch-revisionistisch ausgerichtet und halten am „volkstums-bezogenen Vaterlandsbegriff“ fest“, klassifizierte der Hamburger Verfassungsschutz die BG-Bünde im Mai.

Die Initiative „Burschenschafter gegen Neonazis“ begrüßt die Entscheidung des Bayreuther Stadtparlamentes, die DB-Burschenschaft Thessalia aus dem öffentlichen Raum auszuschließen. Gegen rechte DB-Burschenschaften hilft nur Aufklärung und ihnen durch Politik und Zivilgesellschaft eine Abfuhr nach der Anderen zu erteilen.

 

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