„Hassgesang“-Sänger Maik B.: vom ex-DB-Burschenschafter zum ex-Richter

kitchenBayern blamiert sich mit einem extrem rechten Richter. Erst nach einer medialen Welle wurde Maik B., Sänger der Nazi-Band „Hassgesang“ von den bayr. Behörden als Amtsrichter für untragbar gehalten und aus dem Amt nach einjähriger Tätigkeit als Familienrichter entfernt. Anfang der 2000er hatte Maik B. die Band „Hassgesang“ gegründet, die seitdem regelmäßig in Verfassungsschutzberichten zu finden ist. Die Deutsche Burschenschaft vermeldete 2006, dass Maik B. aus der Mitgliedsburschenschaft Gothia Berlin ausgetreten sei (Nachrichtenblatt 295, Seite 7, öffentlich einsehbar). Seine Band „Hassgesang“ hat z.B. Liedtexte wie diesen verfasst: „Adolf Hitler, im Kampf für unser Land, Adolf Hitler, sein Werk verteufelt und verkannt, Adolf Hitler, du machtest es uns vor! Adolf Hitler, Sieg Heil tönt zu dir empor!“ Maik B.s Band Hassgesang wurde bereits 2003 auch im Verfassungsschutzbericht des Bundes erwähnt, in der Rubrik „Offene Formen des Antisemitismus“ (Seite 91, Link).

Maik B. hat einen bei extrem Rechten immer häufiger zu beobachteten „Marsch durch die Institutionen“ vollzogen: Sänger „Hassgesang“ -> Burschenschafter -> Richter.

Wie konnte Maik B. mit dieser seit Anfang der 2000er bekannten rechten Vita mit Sieg Heil-Liedern DB-Burschenschafter und Richter werden?

Links: DB-Nachrichtenblatt 295, Der Standard „Bayern blamiert sich mit braunem Richter“, Liedtext Hassgesang

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14 Antworten zu “„Hassgesang“-Sänger Maik B.: vom ex-DB-Burschenschafter zum ex-Richter

  1. Er ist, laut DB-Nachrichte , schon als Fux ausgetreten. Es ist kein Problem, um solche Menschen auszufiltern ist die Fuxenzeit da. Das burschenschaftliche Immunsystem hat also hier gut funktioniert

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    • @Monokol, wäre es, um Ihr Bild des burschenschaftlichen Immunsystems konsequent anzuwenden, dann nicht zielführend gewesen, ihn auszuschließen? Warum hat die Burschenschaft gewartet, bis er selbst ausgetreten ist? Wo ist also die funktionierende Selbstreinigung, von der Sie sprechen, wenn die Burschenschaft ihn aufgenommen und nicht ausgeschlossen hat, sondern erst gewartet hat, bis er selbst gegangen ist?

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        • @Lichtgestalt und @Monokel. Sie beide finden den Austritt von Maik B. ein Zeichen für die Selbstreinigungskraft der Burschenschaft. Doch kritisch nachgefragt: wo war denn die Selbstreinigungskraft bei der Aufnahme des Hassgesang-Sängers. Immerhin war seine Vita 2006 seit mehreren Jahren bekannt und im VS-Bericht nachzulesen. Wie wahrscheinlich ist es, dass die aufnehmende Burschenschaft davon nichts wusste?

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      • Ganz unberechtigt ist der Einwand von BPA zur Aufnahme von Maik B. in Berlin nicht:
        http://de.wikipedia.org/wiki/Hassgesang

        Danach scheint er seit 2000 einschlägig aktiv gewesen zu sein, 2004 folgte eine Verurteilung. 2006 war er Fux.

        Jetzt ist das nicht unbedingt eine Musik, die jeder kennen muss. Aber ehe man jemanden als Fuxen aufnimmt, folgt doch eine Phase gegenseitigen Kennenlernens. Auf solche Leute sollte dabei eher verzichtet werden. Dass der Bund aus Berlin es nicht tat, fällt ihm zur Last. Und der Umstand, dass Maik B. noch als Fux wieder austrat zeigt, dass Maik B. das Grundvertrauen, dass man einem jungen Fuxen entgegenbringt, wohl auch nicht wert war.

        Dennoch ist Fakt, dass die nur sehr kurze und nicht vollwertige Mitgliedschaft von Maik B. schon 8 Jahre her ist. Wie man weiß, hat sich auch bei der Burschenschaft aus Berlin einiges in die richtige Richtung verändert, z.B. Austritt aus der BG etc.

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  2. Bei allem Verständnis, der Mann war, wenn er jetzt 28 ist, 19 oder 20 Jahre alt bei seinem kurzen Fuchsen-Dasein. Die meisten Sachen waren noch nicht passiert. Die ,,Entdeckung“ durch BPA spricht eher für die Burschenschaft, denn ein Fuchs wird ,,als unbrauchbar abgegeben“, es einen Austritt zu titulieren ist die ,,nette“ Bezeichnung.

    PS: Wie soll denn der Berliner Bund bei einem so jungen Menschen mehr wissen, als die bayrische Justiz. Was noch für die Berliner spricht, anscheinend haben die schneller bemerkt, dass etwas faul ist, als die Bayern.

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    • @Leupert, die Band Hassgesang war bereits 2003 im Verfassungsschutzbericht des Bundes vertreten, in der Rubrik „Offene Formen des Antisemitismus.“ Wenn man als Burschenschaft bei neuen Fuxen die Praxis verfolgt „Nichts sehen,nichts hören,nichts sagen“, dann dürfte es möglich sein, solche Quellen bei der Aufnahme zu übersehen.

      VS-Bericht Seite 91 http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/150348/publicationFile/15212/Verfassungsschutzbericht_2003_Id_25544_de.pdf

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      • Mal ganz ehrlich, welcher Bund sieht sich bei den Leuten, die Aktiv werden wollen einen Verfassungsschutzbericht an. In der Regel läuft es doch so, dass man Zimmer (mit befristetem Mietvertrag) vermietet und sich die Leute ersteinmal ansieht und wenn man aus vielen Gesprächen (am Tresen) das Gefühl hat, der könnte dazu passen, wird mit dem Kandidaten konkreter gesprochen.
        Wir sind bisher damit immer ganz gut gefahren (also ohne Führungszeugnis, VS-Berichte etc.). Natürlich gab es auch Füxe z.T. auch Burschen, die wir abgeben mussten. In den meisten Fällen kamen diese dann jedoch ihrem Rauswurf durch eigenen Austritt zuvor. Insoweit sollten Sie der Tatsache, dass der ehemalige Fux der Gothen von sich aus ausgetreten ist, nicht so viel Beachtung schenken. Die Art und Weise des Austritts oder der Abgabe (ein Fux kann bei uns auch nicht rausgeworfen werden, sonder nur als ungeeignet abgegeben werden) gibt somit keinen Aufschluss über die Verbindung selbst. Ich möchte damit aber keine Lanze für die Gothen brechen, die meines Wissens immer noch in der DB sind und somit zur potentiellen rechten Resterampe gehören.

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        • @branco, nehmen wir einmal an, Ihr Bund möchte keine extrem Rechten im Bund. Was tun Sie? Sie schauen sich in Level 1 den Bewerber an und in Level 2 schauen Sie sich den Bewerber bei Google, Social Media etc. an. Dann wäre bereits 2006 für Sie klar gewesen dass Maik B. nichts für Ihren Bund wäre. Sie hätten ihn nicht aufgenommen.
          Wenn man Level 1 und 2 als gängige und nicht besonders ausgefallene Methoden des Spefuxen-Checks sieht – was folgt dann daraus, dass Maik B. Buxe wurde? Die Frage, ob sein Bund Ungeignete am Aktivwerden hindern wollte, darf erlaubt sein.

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      • Nun gut, Sie wollen also eine Art ,,Radikalen-Erlass-Pflichtprüfung“ bei Studenten-Vereinigungen sehen. Wenn aber nicht einmal die juristisch geschulten Kollegen am Amtsgericht etwas bemerkt haben, wie sollen es dann einfache Studenten?!

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        • @Leupert, Warum sollte Maik B. Burschenschaft ihn 2006 nicht gegooglet haben? Viele Spefuxe sind in dem Alter noch mit kaum Web-Treffern. Anders bei ihm. Also ist davon auszugehen, dass klar war, wen man aufnahm. Und auch 2006 wird man sich kaum nur auf Gespräche an der Theke als Infobasis verlassen.

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  3. @BPA -Buxen
    Ich sehe es als eindeutige Überforderung einer Aktivitas an, eine solche Prüfung, die nicht einmal die deutlich besser ausgerüstete bayrische Justizbehörde schaffte, durchzuführen. Schon dadurch sind Akltivitas und Altherrenschaft eindeutig entschuldigt. Hier stimme ich Leupert zu.
    Im Gegensatz zu Bayern hat es dieser Bund aber schneller gemerkt und irgendwie eine Grenze gezogen. Ob der Austritt ein verkleideter Ausschluss war oder ob dieser Herr begriff, dass er mit seiner politischen Haltung fehl am Platze ist, sollte unerheblich sein.
    Im Gegenteil: anscheinend hat dieser Bund den Braten früher gerochen, als die Prüfungsstellen in Berlin und Bayern.
    Dazu kommen zwei weitere Punkte:
    1. bis dahin waren seine Platten in Schweden und den USA erschienen. Das sind nun wirklich von Berlin aus exotische Orte.
    2. 2005 war einem Münchner Juristen mit juristisch untadeliger Biografie die Übername ins Richteramt verweigert worden, nur weil Alter Herr der Münchner B! Danubia war. Ich kann mir vorstellen, dass man vor diesem Hintergrund in Berlin zunächst großzügiger war.

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    • An diesem Punkt muss ich nun doch einmal mit „Monokel“ einer Meinung sein. Es kann nicht ihr Ernst sein, dass Sie (BPA) es ernsthaft verlangen, dass die Aktiven die „Bewerber“ Google. Dieses wird selbst in meinem Unternehmen von der Personalabteilung nicht generell getan. Auch Führungszeugnisse sind keineswegs üblich. Ich habe das Gefühl im Gegensatz zu ihnen erwarten die meisten Menschen (Personaler und auch Aktive) nicht hinter jeder „Ecke“ einen Rechten. Auch wenn man nicht vorsichtig genug sein kann. Aber als normaler Mensch kennt man eigentlich keine extremen Rechten. Ich zum Beispiel wurde zum ersten mal auf einem Burschentag damit konfrontiert und war nur noch angewidert, bin aber trotzdem Buxe geblieben.

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  4. Nun ja, 2006 mag man an ein Abchecken per google pp. noch nicht gedacht haben (man war sicherlich auch über jeden Kandidaten froh),
    Jetzt 2014 wird man im Lichte der neueren Erkenntnisse dies sicherlich anders bewerten müssen.
    Da viele aber auch aufgrund einer Empfehlung aktiv werden, stellt sich die Frage, ob eine Regelanfrage (bzgl. aller Aspiranten) wirklich commod ist.

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