Burschenschafter schreibt Abgesangs-Brief an Republikaner unter seiner Führung

plakat-eisenach-aktuell-demokratie-ohne-schriftSeit 1994 führt Burschenschafter Rolf Schlierer die Partei der Republikaner, doch jetzt hat er offenbar bald genug und begründet das in einem Brief mit dem desolaten Zustand der Partei. „Schlierers Abgesang auf die Republikaner“, „Parteitag abgesagt“ oder „REP ohne Zukunft“ schreiben momentan die Fachmedien über die Partei.

Schlierer ist 1974 der Burschenschaft Germania Gießen beigetreten und war Pressereferent der Deutschen Burschenschaft. Er setzte sich parteiintern auch gegen andere Burschenschafter durch, z.B. 2006 gegen Björn Clemens, Rheinfranken Marburg. Schlierers Assistent war eine Zeit lang Burschenschafter Michael Paulwitz,  Normannia Heidelberg, der 2013 auch für den Bundestag kandidierte. Er verlor die Wahl genauso das Amt des Chefredakteurs der Verbandszeitschrift der Deutschen Burschenschaft, das er seit 2012 als Nachfolger von Norbert Weidner „ausfüllte“.

Schon vor über zwanzig Jahren waren die Republikaner über die eigene Hochschulorganisation Republikanische Hochschulverband (RHV) Burschenschafts-nah, wie der Spiegel 1989 im Artikel „Ratten der Lüfte: Rechtsextreme Studenten sammeln sich im neugegründeten Republikanischen Hochschulverband, um Karriere bei der Schönhuber- Partei zu machen“ schrieb:
„… der RHV tagt bei der schlagenden Verbindung Danubia in München und der rfs bei der Kölner Germania. Jung-Republikaner Kopp, selber Münchner Danube, hält es denn auch für selbstverständlich, daß sich sein Verband „über Studentenverbindungen und Burschenschaften“ quer durch die Republik verbreitet. Vor allem die 4000 Aktiven der Deutschen Burschenschaften bieten ein williges Potential. Beim letzten Burschentag am 17. Juni in Fulda wurde ernsthaft darüber diskutiert, ob der Verband „deutsch-nationale“ Wahlempfehlungen geben sollte. Die großdeutsche Ausrichtung der Burschenschaften – derzeit präsidiert eine österreichische Verbindung – paßt ohnehin exakt ins Republikaner-Programm.“

Nach Auseinandersetzungen über die Parteilinie wurde der RHV aufgelöst, aber 1997 unter Führung der Burschenschaft Normannia-Leipzig zu Marburg wieder gegründet. Erstmals schafften es die Republikaner 1997 in ein Studentenparlament – mit zwei Burschenschaftern des Marburger Bundes. Dies war auch Thema im Bundestag (Kleine Anfrage 13/6950).

In Berichten des Verfassungsschutzes wurde der RHV als Untergruppe der Republikaner gelistet.

Auch die NPD nutzte das Konzept einer eigenen Burschenschafts-nahen Organisation an Hochschulen – mit dem Nationaldemokratischen Hochschulbund (NHB). „Ein Ziel des NHB dürfte es sein, sich innerhalb der DB eine stabile politische Basis an den Hochschulen zu schaffen. Zwar sind Mehrheiten für radikal-völkische Politik unter deutschen StudentInnen zur Zeit nicht erkennbar. Gelingt es jedoch, die DB auf radikal-völkische Positionen festzulegen, könnte zumindest die Bildung intellektueller Kader für die radikale Rechte in einem unabhängigen, einflussreichen und gut organisierten Dachverband gelingen“, schrieb die Website Ruhr-Uni-Bochum darüber. Weitere fünf Quellen dazu hier im Blog BPA.

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