Marktfrühschoppenverein geht auf Distanz zur Deutschen Burschenschaft für Marburger Marktfrühschoppen

Marburger-Marktfrueschoppen-Verein-LogoPaukenschlag in Marburg gegen die Deutsche Burschenschaft und für den Marktfrühschoppen: Der Marktfrühschoppenverein als Veranstalter des Marktfrühschoppens zeigt nach dem letzten Frühschoppen eine klare Kante gegen Mitgliedsburschenschaften der Deutschen Burschenschaft. Er zieht eine deutliche Grenze zur DB in einer Erklärung, die er auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Darin betont der Verein: „Der Marktfrühschoppenverein hat nichts gegen die Anwesenheit von Studentenverbindungen beim Frühschoppen. Er verbittet sich aber die repräsentative Teilnahme von Verbindungen und Gruppen, die sich nicht klar von den diskriminierenden Positionen im Dachverband der Deutschen Burschenschaft distanzieren.“

Der Marburger Marktfrühschoppen ist seit über 50 Jahren eine Veranstaltung, in der Marburger Bürgerinnen und Bürger ihre Verbundenheit mit der Marburger Universität und ihren Studierenden feiern, wie der Marktfrühschoppenverein als Veranstalter berichtet. Die Veranstaltung diene der Förderung der oft sehr alten Freundschaften zwischen Bürgern und Studenten. Zum Frühschoppen eingeladen seien alle Bürger und Studierende, sofern sie durch ihre friedliche Teilnahme Tradition und Zweck des Frühschoppens unterstützen.

Doch in den letzten Jahren wurde der Marktfrühschoppen immer mehr von Gegnern politisch instrumentalisiert, wie eine Medienauswertung zeigt. Vor allem von Mitgliedsburschenschaften der Deutschen Burschenschaft. In der Folge baute sich ein zunehmender Protest von Gegendemonstranten auf.

Gipfel der Instrumentalisierung ist der Besuch von Burschenschaften, die der Verfassungsschutz als rechtsextremistisch einstuft. So besuchten 2014 auch Mitglieder der Burschenschaft Danubia München den Marburger Marktfrühschoppen, wie in einem TV-Beitrag des Hessischen Rundfunks zu sehen ist. Danubia München (Aktivitas) wird auch im 2013er Bericht als „rechtsextremistische Organisation“ vom Verfassungsschutz Bayerns eingestuft, zum neunten Mal seit 2001. Nach einer Veranstaltung bei Danubia im April mit dem Chefredakteur der Aula, erklärt der Verfassungsschutz, dass der die Entwicklung der Danubia auch „insgesamt im Blick habe.“

Der Besuch der Danubia ist der Höhepunkt einer Entwicklung der Instrumentalisierung des Marktfrühschoppens durch Gegner von rechts, die der Marktfrühschoppenverein stoppen möchte, wie man der Erklärung entnehmen kann.

Der Marktfrühschoppenverein veröffentlicht die Erklärung bzw. den Leserbrief auf seiner Facebookseite, die wir mit freundlicher Genehmigung wiedergeben:

„Eine Auseinandersetzung, die nicht die seine ist
 
Bei der Nachlese des Marktfrühschoppens 2014 und der Betrachtung der Bilder ist aufgefallen, dass sich beim Marktfrühschoppen im Kreis der Rheinfranken zwei Gäste der Burschenschaft Danubia aus München befunden haben. Recherchen haben ergeben, dass diese, die Burschenschaft Dresdensia Rugia aus Gießen und die Burschenschaft Germania aus Hamburg wegen ihres extrem rechten Auftretens und ihrer Kontakten zu Rechtsextremen vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Hinzukommt, dass wir erfahren haben, dass die Marburger Burschenschaft Germania im nächsten Jahr den Vorsitz des Dachverbands der Deutschen Burschenschaft übernehmen wird, der sich seit seinen völkischen Beschlüssen im Jahr 2011 mehr oder weniger erkennbar am äußersten rechten Rand unserer freiheitlichen Rechtsordnung befindet.
Diese politischen Zusammenhänge, die sich weit außerhalb des Bereiches des Volksfestes des Marburger Marktfrühschoppens abspielen, haben keinen Platz auf der Marburger Marktplatz.
Der Marktfrühschoppenverein hat nichts gegen die Anwesenheit von Studentenverbindungen beim Frühschoppen. Er verbittet sich aber die repräsentative Teilnahme von Verbindungen und Gruppen, die sich nicht klar von den diskriminierenden Positionen im Dachverband der Deutschen Burschenschaft distanzieren.
Der Marktfrühschoppenverein bedauert, in eine politische Auseinandersetzung hineingezogen zu sein, die nicht die seine ist.
Der nächste Marktfrühschoppen kommt bestimmt. Er ist ein friedliches Volksfest. Alle Menschen sind eingeladen, die friedlich und unpolitisch mit uns feiern wollen.
Der Verein besteht auf seinem Grundsatz: „Für den Marburger Marktfrühschoppen, gegen Radikale von Rechts und Links“

 

Was halten Sie von der diplomatisch formulierten Ausladung der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft durch den Marburger Marktfrühschoppenverein?

 

Die Burschenschafter des ganz rechten Randes sind not amused, wie zwei Beispiele stellvertretend zeigen:

Norbert Weidner twittert via @burschenschaft:

„Nestbeschmutzer-Hetze gegen die Deutsche Burschenschaft: is.gd/cpTvCT“

 

Christoph Radl facebookt auf der Marktfrühschoppen-Seite:

Mann! Sie sind eine widerliche Ansammlung von Speichelleckern. Ich spucke vor ihre Füße!

 

 

 

 

 

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9 Antworten zu “Marktfrühschoppenverein geht auf Distanz zur Deutschen Burschenschaft für Marburger Marktfrühschoppen

  1. „DER MARKTFRÜHSCHOPPENVEREIN HAT NICHTS GEGEN DIE ANWESENHEIT VON STUDENTENVERBINDUNGEN BEIM FRÜHSCHOPPEN.“
    Na prima. Das hört sich aber nicht an, als seien Verbindungen überhaupt noch willkommen. Eine herzlich gemeinte Einladung ist das jedenfalls nicht. Ich bin mal gespannt, wer als nächstes konkret ausgeladen wird. Sämtliche Turnerschafter, weil sie sich auf den deutschnationalen Turnvater Jahn berufen? Landsmannschaften, weil sie ja schon vom Namen her verdächtig klingen? Bibelschmeißer, weil sie ganze Religionsausrichtungen ausschließen? usw.
    Und was sind denn die diskriminierenden Positionen im Dachverband der DB? Wer wird diskriminiert? Ich kenne keine diskriminierende Position des Dachverbandes.

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    • @turnerschaftert

      Zitat: „Und was sind denn die diskriminierenden Positionen im Dachverband der DB? Wer wird diskriminiert? “

      zu 1) Das permanente Unterlassen des effektiven Vorgehens durch den Dachverband gegen totalitäre, rassistische und teilweise nationalsozialistische Positionen von Mitgliedern der sg. „BG“ und einiger Verbündeter. Man kann auch durch Unterlassen handeln und somit Position beziehen. Das ist vielfach geschehen.

      zu 2) Alle Menschen, die der rassistischen Auslegung des volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriffs die durch die sg. „BG“ und einiger Verbündeter praktiziert wird, nicht entsprechen.

      Ich hoffe hiermit ihre Fragen beantwortet zu haben und erlaube mir meinerseits eine an Sie zu stellen:

      Was glauben Sie weshalb die sg. „BG“ und ihre Verbündeten von allen Veranstaltungen rund um die Urburschenschaft und der neuen Dachverbandsgründung explizit exkludiert sind und die absolute Mehrheit aller Burschenschafter in den letzten drei Jahren den Restdachverband verlassen hat?

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      • @anonym

        Mit einer Person wie Ihnen, die die Wahrheit nicht sehen will und Fakten als „Unsinn“ abqualifiziert ist in der Tat jegliche Diskussion redundant da sinnlos.
        Auf der anderen Seite bereitet es mir persönliches Amüsement auf Personen zu treffen, die die Lügenpropaganda von Comical-Walter immer noch glauben.

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  2. Ich möchte den Heldenbischof Wiliamson zitieren: „. Betrachten wir den Gegensatz von uns demokratischen Bürgern von heute zum römischen Zenturio aus dem Evangelium, welcher eine Befehlskette verstand und die Autorität unseres Herrn für eine Selbstverständlichkeit hielt (Matthäus 8,5–18). Wie unser Herr diesen Offizier lobte!…“
    „Wie einst nach einer fürchterlichen militärischen Niederlage der gesamte römische Senat und die Staatsdiener aller Ränge vor die Tore eilten, um den geschlagenen Konsul zu treffen und ihm zu gratulieren, daß er an der römischen Republik nicht verzweifelt war, so ähnlich werden auch der Senat des Himmels, alle Engelchöre und alle Ränge der Seligen kommen, um die edelmütigen Athleten des Glaubens in Empfang zu nehmen, welche in einer hoffnungslos wirkenden Lage immer noch gehofft und bis zum bitteren Ende gekämpft haben werden.“

    „Dann wird jenes unmögliche Ideal, welches die Auserwählten aller Altersgruppen hartnäckig anstrebten, endlich Wirklichkeit werden.“
    http://eleisonkommentar.blogspot.de/2014/07/ec-364-kardinal-pie-ii.html

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  3. Eine gute und längst überfällige Reaktion des Marktfrühschoppenvereins. Insbesondere im Hinblick auf den kommenden DB-Vorsitz durch Germania Marburg. Ich bin mal gespannt, wie man diese Haltung in der Praxis umsetzen will. Hauptsache, die feinen Herren aus der Lutherstraße 3 und 5 haben ein Forum weniger zur hämischen Selbstdarstellung als brave, völlig missverstandene Unschuldslämmer. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man eigentlich nur noch über die verbliebenen DB-Sektierer lachen. Die Marburger Bürger können im Übrigen durchaus differenzieren. Und die eigene Erfahrung zeigt, dass selbst in korporationskritischen Studierendenkreisen (war das jetzt richtig formuliert?) noch viel Platz für gemäßigte Zwischentöne ist. Von einigen der unvermeidlichen und ideologisch eingefahrenen Extremisten einmal abgesehen. Dazu kreuzen sich die Wege in Marburg dann zwangsläufig doch zu häufig. Es bleibt dabei: Manche Städte haben eine Universität. Marburg ist eine Universität.

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  4. Kompromissvorschlag für Marburg:
    die DB veranstaltet am gleichen Tag in Marburg a.d. Drau einen Marktfrühschoppen. Dann feiern in Hessen die Demokraten und im Süden die anderen :-)))

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