Marktfrühschoppen: Großer Erfolg für Deutsche Burschenschaft gegen liberale Burschenschaften

blitzeüberbraunbuxenkleinUnser Kommentar zum Marburger Marktfrühschoppen vom 6. Juli: „Nur noch wenige gemeinsame Veranstaltungen von rechten und liberalen Burschenschaften sowie anderen Verbindungsstudenten gibt es. Die rechten Burschenschaften der DB sind weitgehend isoliert auch in der Korporationsszene bei gemeinsamen öffentlichen Veranstaltungen. Umso mehr freuten sich rechte DB-Burschenschaften auf den Marburger Marktfrühschoppen, was sie auch auf ihren Facebookseiten ausdrücken. Ist er doch eine der letzten Korporationsevents, wo DB-Buxen neben anderen Korporierten auftreten dürfen, und das öffentlich. Und so sah man am Sonntag bekannte blaue Mützen zwischen all den liberalen Buxen und anderen Korporierten.

Das Ritual 1 „DB-Buxen feiern öffentlich mit anderen Korpos“ vollzog sich genauso wie ein zweites jährliches Ritual 2, nämlich die Rundumschlag-Proteste gegen den Marktfrühschoppen. Die Kritiker machten deutlich, dass es ihnen nicht nur um alle rechten Burschenschaften, sondern um alle Burschenschaften und alle Korporierten ging. Mit dieser undifferenzierten Kritik wird der mittlerweile öffentliche Diskurs über rechte Burschenschaften entwertet. Rechte Burschenschaften werden durch die Rundumschlag-Proteste verharmlost, da sie mit allen anderen Korporierten auf ein Level gehoben werden. Das sehr zweifelhafte Ritual 2 „Kritiker gegen alle Korpos, weil vermutlich alle rechts sind“ wiederum führte zu einer vorhersehbaren Solidarisierung aller Korporierten, die sich zu Unrecht in einen Topf mit den rechten DB-Buxen geworfen sehen. DB-Burschenschafter werden sich die Hände reiben über diese strategische Unterstützung durch die undifferenzierten Protestler in Marburg bei der Wieder-Einbindung von Korporierten in ihre rechte Buxen-Wagenburg.

Doch liberale Burschenschafter distanzieren sich öffentlich von DB-Burschenschaften – ebenso wie das Stadtparlament Marburgs im letzten Jahr. Beide möchten DB-Burschenschaften nicht mehr bei öffentlichen gemeinsamen Veranstaltungen haben. Doch beide finden keine wirksame Handhabe gegen die DB-Burschenschaften.

So ist der Marburger Marktfrühschoppen ein Zeichen dafür, dass sich der größte Teil der Korporationswelt sowie die Politik in Marburg von den DB-Burschenschaften zwar abwendet, aber keine Möglichkeiten findet, die DB-Burschenschaften in ihre Schranken zu verweisen.

Unter dem Strich ist der Marburger Marktfrühschoppen ein großer Gewinn für die DB-Burschenschaften, ist er doch nahezu das letzte öffentliche Symbol einer gemeinsamen Solidarität von rechten Burschenschaften und anderen Korporierten. Allerdings einer durch Kritiker hervorgerufenen Trotz-Solidarität, da sie rechte Buxen und andere Korporierte in einen Topf werfen.

So dürfen sich die rechten DB-Burschenschafter schon auf den Marktfrühschoppen 2015 freuen – inkl. Ritual 1 und 2. Und inkl. Marburger Politik, die trotz vollmundiger Ankündigungen nichts unternimmt und die liberalen Burschenschafter mit dem Problem der rechten Buxen beim Frühschoppen allein lässt. Marburg ist außerdem ein Zeichen dafür, dass liberale Burschenschafter auch in Marburg mit dem Problem der rechten Burschenschafter nicht allein fertig werden, sondern Unterstützung brauchen. Auch politische Unterstützung. Vielleicht sollte sich die Marburger Politik Wien, Innsbruck und die Wartburg als Vorbild nehmen.“

Wie lautet Ihr Kommentar?

 

Marktfrühschoppen in TV-Bildern:

 

Die DB-Burschenschaft Dresdensia-Rugia Gießen – die vom Verfassungsschutz beobachtet wird –  kommentiert den TV-Beitrag:

Was interessiert es die DB, wenn ein Marburger Armine vor der Kamera weint:

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7 Antworten zu “Marktfrühschoppen: Großer Erfolg für Deutsche Burschenschaft gegen liberale Burschenschaften

  1. Ich sehe keinen Erfolg der Restmitglieder der Deutschen Burschenschaft (DB) Natürlich nahmen die Reste die Gruppierung an einigen wenigen Tischen Platz, weil es von Seiten des Veranstalters wohl nicht zu verhindern war. Aufgewertet wurden sie dadurch nicht.
    Mangelhaft war aber wirklich die Öffentlichkeitsarbeit des Veranstalters. Hier hätte eine klare Abgrenzung vor und während der Veranstaltung sehr geholfen. Aber man muss vorläufig noch Nachsicht haben, der Verein zur Organisation des Marktfrühschoppens arbeitet völlig ehrenamtlich und muss noch üben !

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    • Der Verein wird AUCH von DB-Burschenschaftern unterstützt, die mit den Problemen des Verbandes nichts am Hut haben. Denen aber der Marktfrühschoppen wichtig ist. Das weiß ich von einem Studienfreund, der Mitglied bei einer der „bösen 3“ ist.

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      • @ Kritischer Buxe,
        naja, da ist aus einer Mücke ein Elefant fabriziert worden, in „Buxenkreisen“ und hier auf dem Blog. Ein Marburger Marktsfrühschoppen ist nun wirklich nicht mehr als ein Lokalereignis.
        Es ist zu befürchten, selbst wenn es den Veranstaltern gelingen sollte die reaktionären Buxenbünde fernzuhalten (was ist, wenn die ohne Couleur kommen?), dass das linksextremistische Pack weiterhin so vorgehen wird wie gehabt. Und wat denne? Bekommen die dann auch noch einen Artikel hier gewidmet?

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  2. Jetzt sind also DB-Burschenschaften nicht nur rechtsextrem sondern auch noch reaktionär!
    (Daneben natürlich auch sexistisch, homophob und was weiß man sonst noch… Allerdings gilt das ja für alle!)

    Wie kommt man eigentlich an die Definitionen, die solche Aussagen belegen!

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    • Vor allem: Bleibt neben dem völkisch, nationalistisch, anti-demokratisch, biologistisch, sexistisch, elitaristisch, … sein überhaupt noch genug Zeit zum Fechten und Bierjungen Trinken?

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  3. Extremisten, die gegen Radikale demonstrieren und randalieren, macht die Extremisten halt noch lange nicht zu „lupenreinen Demokraten“. Die Randale gegen den Marktfrühschoppen ist ein schönes Beispiel für die „Marburger Symbiose“. Ohne rechtsradikale Burschenschaften haben linksautonome Randalierer ein Daseins-Problem. Sicher, sie werden ohne rechtsradikale Burschenschaften gegen (konservative) Studentenverbindungen vorgehen. Und wären diese nicht mehr da, wird am Ende halt auch die Oma auf dem Marktplatz als reaktionäre Deutsche vermöbelt. Nur mit jeder Stufe sinkt die Akzeptanz.

    Für den Redakteur beim HR reichen die Infos: „Linke Aktivisten kämpfen gegen rechte Burschenschaft.“ Mehr Infos brauche ich nicht, um eine Story zu machen. Sex and Nazis sells!

    Der eigentlichen Aufgabe, Studentenverbindungen wieder in die Mitte der Gesellschaft zu verhelfen und rechtsradikalen Studentenvereinigung aufzuzeigen, dass es so nicht weitergeht, ist damit ein „Bärendienst“ erwiesen worden.

    By the way: Auch für den HR sollten die Grundsätze der Pressearbeit kein Fremdwort sein.

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  4. Die Überschrift kann so verstanden werden, dass der Verband „Deutsche Burschenschaft“ etwas mit Ausrichtung oder Durchführung des Marktfrühschoppens zu tun habe. Man sollte klar stellen, dass dem so nicht ist. Einige Teilnehmer sind Mitglied in Burschenschaften, die ihrerseits Mitglied im Verband „Deutsche Burschenschaft“ sind. Das war es aber auch.

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