Camping gegen Burschenschaften: Mit Luftmatrazen gegen Marburger Marktfrühschoppen

blitzeüberbraunbuxenkleinNeun Kritiker-Gruppen rufen in Marburg dazu auf, am 6. Juli den Marktplatz mit Luftmatratzen und Sofas zu belegen, um damit den Marktfrühschoppen der Burschenschaften zu blockieren, berichtet das Online-Magazin das Marburger.

Die Gruppen kritisierten, dass sich der Veranstalter „Marktfrühschoppenverein“ nicht daran störe, dass auch „extrem rechte Burschenschaften, besonders Burschenschaften des Dachverbandes Deutschen Burschenschaften (DB)“, teilnehmen werden. Zu den Burschenschaften in Marburg würden die Burschenschaften Normannia-Leipzig, Rheinfranken und nächstjährige DB-Vorsitzende Germania gehören. DB-Burschenschaften hätten bereits ihr Kommen angekündigt. Die Kritiker werfen dem Anmelder „Uneinsichtigkeit“ und der Politik „Hilflosigkeit“ vor. Sie betonten, dass von ihnen „keine Eskalation“ ausgehen werde, sie sich aber auch nicht von „Polizei und Burschenschaften“ angreifen lassen würden.  Link: das Marburger „Rechte Traditionen den Raum nehmen“

Der Marktfrühschoppenverein schrieb in einer Erklärung: „Der Marktfrühschoppenverein begrüßen auch die Anwesenheit der Marburger Studentenverbindungen, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und sich klar von Rechtsextremismus abgrenzen. Diese Klarstellung erscheint uns sinnvoll angesichts einzelner Vorkommnisse und Tendenzen in 3 Verbindungen, die bereits den Verfassungsschutz beschäftigt haben sollen.“ Ob und wie der Verein Personen vom Marktfrühschoppen fernhält, die er mit seiner Erklärung als unerwünscht definiert, wird in der Erklärung nicht erläutert.

In einem Bericht über den Marktfrühschoppen 2013 porträtierte der Hessische Rundfunk in einen TV-Beitrag beispielsweise die DB-Burschenschaft Rheinfranken und berichtet, sie gelte als „rechtsextrem“. Sie konnte trotz der Erklärung des Marktfrühschoppenvereins am Fest teilnehmen.

Wir zitieren aus dem TV-Beitrag Gerd Merkel von der Landsmannschaft Hasso-Guestphalia: „Für uns andere, für die Corps, die Landsmannschafter, die Sängerschaften, die anderen Verbände, ist es höchst mißlich, immer und immer wieder mit der Deutschen Burschenschaft in einen Topf geworfen zu werden. Und dagegen verwehre ich mich. Darüber ärgere ich mich, und das will ich mir auch nicht länger gefallen lassen.“

 

Kommentar zur Gewalt gegen Korporationen in Marburg

Leser weisen immer wieder darauf hin, dass es neben dem angekündigten friedlichen Protest mit Luftmatrazen und Sofas auch Gewalt gegen Korporationen in Marburg und anderen Städten gibt. Unser Meinung dazu: „Gewaltaktionen oder Aufrufe zu Gewaltaktionen gegen Burschenschafter oder Burschenschaften oder Studentenverbindungen lehnen wir vehement ab. Um das auch mal in dieser Deutlichkeit hier zu sagen, da uns von Braunbuxen gerne anderes unterstellt und auch verbreitet wird. Bei solcher Gewalt gegen Korporationen sind Behörden, Medien und Politik genauso gefragt wie bei Gewalt von Braunbuxen gegen Andere.“ Diese Meinung ist nicht neu, wir haben sie schon im April 2013 geäußert. Es gibt auch eine Burschenschafter-Website, die auf dieses Thema spezialisiert ist und aus der Sicht der Korporationen darüber berichtet: iftuz wordpress com.

 

 

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18 Antworten zu “Camping gegen Burschenschaften: Mit Luftmatrazen gegen Marburger Marktfrühschoppen

  1. Jaja, Hauptsache gegen die Buxen! Eidadaus „9 Gruppen“ wenden sich dagegen. Hier sind sie:

    Antifschistischer Ratschlag Marburg
    DIE LINKE Kreisverband Marburg-Biedenkopf
    NoBorder Marburg
    (T)Raumklinik – Für ein Recht auf Stadt Marburg
    Bunte Hilfe Mabrburg
    Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t.
    Partizan Oberstadt
    SDS Marburg
    SDAJ Marburg Giessen
    Schon der erste Blick auf diese „Edeltruppen“ sagt dem Leser, dass diese sich um kein Jota hinsichtlich ihrer Verfassungstreue von den Braunbuxen unterscheiden. Wieviele von denen werden denn vom VS observiert, @ BPA?
    Es ist höchste Zeit @BPA, dass auch Sie zurück auf den Teppich kommen. Merken Sie eigentlich nicht, dass Sie den Braunbuxen durch Zitieren ultralinker Quellen in die Hände spielen? Linksradikale gegen Rechtsradikale und umgekehrt, das gerade noch gefehlt. Glauben Sie ernsthaft @BPA, dass diese Grüppchen (braune wie rote) ein Spiegelbild unserer Gesellschaft sind?
    Es darf Sie nicht wundern, wenn demnächst hier keiner mehr schreibt. Irgendwann wird es nur mehr lächerlich und unglaubwürdig.

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    • @OttoFramm: Wir berichten hier im Blog BPA über rechte Buxen, aber auch natürlich, wie die Gesellschaft mit rechten und anderen Buxen umgeht. Wir spiegeln das Wesentliche, das zum Thema Buxen passiert. Dass eine Blockade von linken Gruppierungen auf Kritik bei Buxen wie Ihnen stößt, liegt auf der Hand. Aber sollen wir deswegen die Aktion in Marburg verschweigen? Burschenschaften sehen sich Kritik ausgesetzt, und wir berichten darüber. Genauso wie wir über Verbandsneugründung oder NeueDB oder Proteste gegen den Akademikerball oder das Feldmann-Konzept etc. berichten. Bisher hat noch kein Medium so differenziert zum Thema Buxen berichtet wie der Blog BPA – natürlich mit einem Fokus auf Thema Braunbuxen.

      Wenn Sie hier nicht mehr schreiben wollen, dann ist das Ihre Entscheidung. Die wir bedauern würden. Aber mit einem Schweigegelübde helfen Sie niemandem. Also seien Sie einfach weiter meinungsstark und kritisch.

      Aber wenn Sie hier nur noch Artikel lesen möchten, die Ihnen passen und ihr Weltbild wiederspiegeln, dann sind Sie hier falsch. Dann sind Sie besser bei FB Tramizu aufgehoben.

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      • @BPA,
        wäre BPA ein ausschließlicher Nachrichtenblog (hier über Buxen), wäre das Anführen jedweder Meldung Buxen betreffend i.O. Dann könnten sich die Leser ihre eigene Meinung über diese Meldungen bilden.
        Vermutlich ist das jedoch nicht Sinn dieses Blogs. Er will, so sehe ich das zumindest, auf schwerwiegende Missstände in der Buxenwelt aufmerksam machen, darüber diskutieren und ggfls. Abhilfe schaffen. Falls dem nicht so sein sollte, teilen Sie es dann doch bitte den Lesern mit.
        Nun schreibe ich Ihnen etwas in Ihr Stammbuch: schwerwiegende Missstände werden nicht durch schwerwiegende Missstände bekämpft, es sei denn, Sie betrachten o.a. Gruppierungen als gesellschaftlich tragbar, relevant, wichtig, meinungsbildend. Falls ja, sollten Sie dies den Lesern auch mitteilen.
        Ich unterstelle Ihnen, dass Sie als Vollakademiker in der Lage sind Meldungen zu empfangen, überprüfen, analysieren und zu bewerten, ob diese dem Ziel dienlich oder nicht sind. Sind sie es nicht, unterlasse ich es oder bringe sie entsprechend kommentiert.
        Anhand der Kommentare hier könnten Sie überblicken, dass ich nicht so alleine mit meiner Auffassung dastehe.
        Wer ist „FB Tramizu“? Kenne ich nicht.

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        • @OttoFramm: sollen wir in Zukunft alle Aktionen hier verschweigen, die kritisch mit rechten Buxen umgehen, nur weil Ihnen die Initiatoren nicht passen?
          Sollen wir dann verschweigen, wenn Bayerns Innenminister Cimbria München vom Volkstrauertag auslädt? Sollen wir verschweigen,wenn die Linke eine Kleine Anfrage im Bundestag stellt? Sollen wir verschweigen, wenn Bund und Land Thüringen der DB die Wartburg verweigert? Sollen wir verschweigen, wenn die Linke Eisenacher Bürgermeisterin die DB nicht mehr in Eisenach haben will?
          Missstände werden nicht beseitigt, in dem man unliebsame Aktionen gegen den Misstand verschweigt, nur weil einem die Aktions-Initiatoren nicht passen.

          Auf Facebook finden Sie die Gruppe Tramizu der Korporierten. Dort wird z.B. auch der Blog BPA in Ihrem Sinne kommentiert.

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        • @OttoFramm: Wir haben den Blog-Beitrag um unsere klare Meinung zur Gewalt gegen Korporationen ergänzt, die wir schon im April 2013 geäußert haben.

          Und vielleicht noch ein Hinweis: Korporationsverbände von Buxen und anderen Studentenverbindungen etc. betreiben eine grottenschlechte Public Relations- und Lobbyarbeit, um ihre Themen, wie Gewalt gegen Korporationen, an die Zielgruppe Journalisten und Politiker zu bringen. Und jetzt erhoffen Sie sich die PR-Lösung für die schlechte Kommunikationsarbeit durch dieses Blog, das sie gerne kritisieren?

          Sie werden verstehen, dass wir als PR-Berater ein leises Lächeln auf den Lippen haben.

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      • Negative PR machen ist ja nun auch keine Kunst, liebe BPAler. Das wird ja auch gerne angenommen. Wie man positive PR gestaltet haben sie aber auch noch nicht gezeigt.

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        • @Anonym, Danke für die Bestätigung, dass Braunbuxen das nicht gut finden: Spon ist einfach kraftvoller als Narzisse. Die Braunen sollten ihre PR überdenken, ein wenig Narzisse und Zur Zeit ist zu wenig. Und mit braunen Attacken gegen NDR-Reporter via Zuerst ruft man nur die Schlapphüte und Journalisten auf den Plan.

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      • @BPA,
        mag sein, dass die PR-und Lobbyarbeit der Korporiertenverbände grottenschlecht ist. Es interessiert mich nicht sonderlich.
        Aber für Sie als Betreiber einer PR-Agentur wäre das doch ein dankbares Betätigungsfeld. Unterbreiten Sie doch der DB, Kösenern, NDB, uvam, ihre Vorstellungen und Kosten einer erfolgreichen, wirkungsmächtigen Öffentlichkeitsarbeit. Als Referenz könnten Sie ja unter anderem diesen Blog anführen, als Beispiel für eine äusserst effektive PR-Arbeit zum Thema „Rechtsradikalismus in der Buxenwelt und dessen Bekämpfung“.
        Werde ich im Erfolgsfall am Umsatz beteiligt?

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    • Ein übler Mißstand ist übrigens, daß SIe hier Burschenschaften nur weil sie in der DB sind, Verfassungsuntreue vorwerfen. Das zeugt auch nicht gerade davon, daß Sie differenzieren können.
      Im Hinblick auf diese kommunistischen Vereinigungen haben sie da wohl eher Recht!

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      • @Anonym: Es gibt doch einige Beispiele, die so gewisse Zweifel gedeihen lassen. Beispielsweise das Burschenschaftliche Manifest vom Münchner, die Europäische Aktion vom Greifswalder/Hamburger. Gerade erst hat ein Ösi-Buxe auf einer Festakademie in Wien gesagt, Ö-Bünde seien staatskritisch.

        Alles wiederum Einzelfälle oder eher Beispiele für eine Grundhaltung „Nur nicht vom VS und Staatsanwalt erwischen lassen, das ist unangenehm für die AHs, aber dann unter sich in der Kellerkneipe die Vorhänge von den einschlägigen Schnauzbart-Porträts entfernen und auf den Staat und die Demokratie kotz…“

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  2. Ich pflichte Otto Framm in seinem Grundanliegen bei.
    Diese „kritischen“ Gruppen scheuen vor Gewalt nicht zurück und zwar undifferenziert danach, wen sie gerade erwischen. Aus den letzten Jahren gibt es zahlreiche Berichte über zusammengeschlagene Menschen, die alleine in Marburg im Anschluss an den Frühschoppen angetroffen und als korporiert identifiziert wurden.
    Der Marktfrühschoppen ist immer eine unpolitische Veranstaltung der Oberstadtgemeinde gewesen. Nachdem – unterstützt aus dem grünen und linken Millieu – gewaltbereite Gruppen hier ein Spielfeld gefunden haben, konnte der teils nur unter Polizeischutz stattfinden. Heute ist ein Verein der Träger, weil die Oberstadtgemeinde sich aufgrund linken Drucks – teils auch aufgrund von Gewalt – zurück gezogen hat.
    Keine der genannten Burschenschaften hat je anlässlich des Marktfrühschoppens eine politische Aktion gemacht.
    Wenn bei jedem öffentlichen Ereignis eine Gesinnungskontrolle aller Teilnehmer stattfinden sollte und wenn dort einige linke oder rechte Extremisten angefunden werden – berechtigt das, gegen das Ereignis an sich Stimmung zu machen? Klar nein.
    Hier geht es den „Kritikern“ nicht um Burschenschaften. Das ist alles vorgeschoben. Es geht um einen Angriff auf politisch nicht geduldete bürgerliche Kreise, die nun einmal gerne bei Bier und Musik zum Frühschoppen oder anderen Festen zusammensitzen. Es geht darum, die eigene für richtig befundene Lebensweise mit aller Macht durchzusetzen und andere Lebensentwürfe nicht zuzulassen.
    Ich fände es gut, wenn der Intoleranz in rotem Gewand kein Raum gelassen wird, nur weil sie behauptet, gegen Intoleranz in braunem Gewand vorzugehen.

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  3. Der Marktfrühschoppenverein hat sich deutlich von radikalen Spinnern distanziert und mehrfach in der Vergangenheit betont, dass sie auf dem Marktfrühschoppen nicht gewollt sind.
    Ausladen geht auf einem Volksfest nicht. Das geht bei keiner Dorfkirmes oder auf dem Münchener-Oktoberfest.
    Leider ist der Marktfrühschoppen heute v.a. eine Plattform für Linksextreme. Hier geht es nicht um 3 DB-Buxenschaften, sondern sie sind nur Mittel zum Zweck. So wichtig für „normale“ Studentenverbindungen einen Abgrenzung zu rechtsradikalen Spinnern auch ist, so paradox und absurd ist es auch, dass linksextreme Spinner alles dafür tun werden, dies zu verhindern.

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    • @David, OttoFramm,Kritischer Buxe: Die Distanzierung des Marktfrühschoppenvereins von der DB ist eindeutig und unbestritten. Wenn es der Wartburgstiftung und Bayerns Innenminister Hermann gelingt, DB-Burschenschaften von einem Fest abzuhalten, warum gelingt es dann dem Marktfrühschoppenverein nicht, die drei Marburger DB- und weitere DB-Bünde vom Fest fernzuhalten, wenn man sich schon von ihnen distanziert. Schließlich hat der Verein in diesem Jahr doch einen Ordnerdienst – der sicherlich auch Links-Aussehende fernhält. Der Ordnerdienst könnte sich doch auch um die DB-Buxen kümmern. Wenn es dem Verein so wichtig ist mit der Distanzierung von DB-Buxen, könnte er doch gelassen mögliche zivilrechtlichen Klagen von DB-Buxen entgegensehen. Das wäre doch ein glaubwürdiges weiteres Signal von liberalen Buxen gegen ganz rechte Buxen.

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    • @David
      Zitat: „Ausladen geht auf einem Volksfest nicht. Das geht bei keiner Dorfkirmes oder auf dem Münchener-Oktoberfest.“

      Das ist so nicht richtig. Sonst könnten da ja keine Platzverweise bzw. im Vorfeld Kirmesverbote u.ä. erteilt werden. Bei anderen korporativen Großveranstaltungen in der Öffentlichkeit sind örtliche BG-Bünde definitiv ausgeladen. Wer hat in Marburg denn das Hausrecht bzw. ist der verantwortliche Veranstalter? Bei dem liegt das.

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      • In Marburg gibt es keine BG-Burschenschaft. Und bei den allermeisten interkorporativen Festen (ich verzichte hier auf eine Aufzählung, es gibt aber einige) werden sich unmöglich aufführende Personen des Platzes verwiesen. Wer sich benimmt darf bleiben. Platzverweise am Fehlverhalten Einzelner festzumachen ist auch gerecht.

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  4. Ach wie schön, dass am Wochenende wieder alle Verbindungen in einen Topf geworfen werden. Ich jedenfalls werde mit vier Verbindungsschwestern wehrhaft hingehen und Flagge zeigen.

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