Neuer Verband soll mit trojanischen Pferden aus dem Tritt gebracht werden

blitzeüberbraunbuxenkleinNachdem einige kürzlich aus der DB ausgetretene Burschenschaften zunächst verbal auf Distanz zum alten Dachverband gegangen sind, scheint es nun wieder personelle und ideologische Annäherungen von einigen – bisher einzelnen – ex-DB-Burschenschaftern und altem Verband zu geben.

Hier drei Beispiele:
1) Die Deutsche Burschenschaft verkündet per Pressemitteilung, dass „Waffenbruder Korell“ von den Burschenschaften Hilaritas Stuttgart sowie Frankonia Heidelberg für den „Freundeskreis“ der DB als Sprecher fungiere. Mit dem Kreis möchte der Verband ausgetretene Burschenschaften und ihre Mitglieder wieder näher an sich heranführen. Korell habe auch auf Einladung der DB an den Verhandlungen des Burschentages teilgenommen. Heinz-Uwe Korell wirbt auf seiner Kanzleiwebseite mit der Tätigkeit  als „langjähriger Vorsitzender des Rechtsausschusses der Deutschen Burschenschaft“. Die Burschenschaft Hilaritas gehörte 2012 zu den ersten aus der DB Ausgetretenen und ist eine der federführenden Bünde bei der Verbandsneugründung sowie der IBZ.

Stellungnahme Hilaritas zu „Herrn Korell“: Auf Nachfrage unseres Blogs BPA, wie Hilaritas das Engagement des Hilaren Korell bewerte, kommentiert der Alte Herr Michael Schmidt die Tätigkeit Korells für den DB-Freundeskreis nicht. Er verweist darauf, dass man sich an „Herrn Korell“ wenden möchte, wenn man „Fragen zu seinem Engagement“ habe. (Red. Hinweis: wir hatten Michael Schmidt zunächst als AH-Vorsitzenden tituliert.Dies ist er nicht, worauf er uns hinweist.Wir bitten den Fehler zu entschuldigen)

Korell ist in der Buxenszene als Chef des Rechtsausschusses der DB durch „Das Rechtsgutachten“ bekannt. Der liberale Dachverband NeueDB hat in seiner Zeitschrift academicus (Ausgabe 31, Wintersemester 2011/12) über ihn geschrieben: „Was war der Auslöser für das beispiellose Echo in den Medien und in den Verbänden? Der Rechtsausschuss der DB hatte wieder einmal eines seiner berühmt-berüchtigten rechtslastigen Gutachten zur Auslegung der Verfassung der DB, in diesem Fall zum volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff der DB, verfasst und veröffentlicht. Seine Thematik war: Wer ist Deutscher im Sinne der DB? Es gipfelte darin, dass nur Deutschstämmige Mitglied einer DB-Burschenschaft werden können. Hierbei muss man wissen, dass der Rechtsausschuss als höchste juristische Verbandsinstanz wie ein Verfassungsgericht abschließend und verbindlich festlegt, was in der DB als rechtens zu gelten hat. Er steht wie ein „Wächterrat“ über den anderen Verbandsorganen und kann auch vom Burschentag nicht revidiert werden. Viele sehen in dieser Dominanz eines kleinen Zirkels von drei natürlich besonders „linientreuen“ Alten Herren antidemokratische, ja totalitäre Strukturen der DB. Ausschussvorsitzender ist Heinz-Uwe Korell (Frankonia Heidelberg, Hilaritas Stuttgart), Beisitzer waren bisher Dr. Hans Merkel (Arminia-Rhenania München) und Stefan Böhmer (Frankonia Erlangen). Das „Rechts“gutachten datiert vom 21. November 2010 wurde aber erst im DB-Nachrichtenblatt vom 12. Februar 2011 verbandsintern bekannt gemacht und im Frühjahr 2011 in dem DB-Magazin „Burschenschaftliche Blätter“ (Heft 1/2011, S.18) veröffentlicht.“

Beispiel 2) Vor kurzem organisierten ausgetretene Burschenschaften unter dem Dach der Verbandsneugründung eine Veranstaltung mit vier rechten Rednern auf DB-Niveau.

Beispiel 3) Aus der DB ausgetretene Burschenschafter hatten vor kurzem die liberale Burschenschaft Arminia Marburg für einen offenen Brief kritisiert, in dem Arminia zum Austritt aus der DB aufforderte. Die Ausgetretenen kritisierten die NeueDB-Vorsitzende Arminia, der Brief wäre eine „Peinlichkeit“ und sie wolle sich mit ihm nur bei Marburger Linken „einschleimen“.

 

Es ist eine interessante Strategie vom alten Verband, trojanische Pferde zu nutzen, um zu versuchen, die Verbandsneugründung aus dem Tritt zu bringen. Dies zeigt, dass er den neuen Verband als relevant und existenzbedrohend einstuft. Und die ausgetreten Bünde brauchen eine Strategie im Umgang mit den Doppelbändern und DB-war-doch-gar-nicht-so-schlecht-Träumern in ihren Reihen, von denen manche noch von einer Restauration der alten Verhältnisse träumen oder noch Sympathien für die alte Ideologie hegen, wie Beispiele 1 bis 3 zeigen.

„Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum“,
Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen

Advertisements

4 Antworten zu “Neuer Verband soll mit trojanischen Pferden aus dem Tritt gebracht werden

  1. Das war doch zu erwarten, dass die „DB-Sympathisanten“ in den ausgetretenen Bünden in irgendeiner Form reagieren werden. So auch im Fall „Korell“. Dieser, originaler Heidelberger Franke, nahm husch-husch sein 2.“ Lebensbundband“ bei den Stuttgarter Hilaren an, als die Franken Anfang 2012 aus der DB austraten und er damit seinen Posten als RA-Vorsitzender verloren hätte. (Unter uns: es war nicht sehr fair von den Hilaren dem guten Korell zu verschweigen, dass ihre Mitgliedschaft in der DB auch sehr überschaubar sein werde. Sei` s drum!). Sollten nun die beiden Bünde Maßnahmen beschliessen kann man davon ausgehen, dass Korell seinen 3. Lebensbund finden wird. Das ganze ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.
    Tja, die neuen Buxenverbandsgründungen, sie reizen auch zu Lachanfällen. Die erste Neugründung, die NDB, war zwar honorig aber ein Schnellschuss. Die Folgen zeigen sich jetzt: die Austritte aus diesem Verband überwiegen bei weitem die Eintritte.
    Der geplanten „IBZ“-Neugründung winkt vermutlich ein ähnliches Schicksal: viel Tamtam, Buxen-Politgeblubber, Fackelzug und Deutschlandlied mit den nachfolgenden, unüberwindbaren Problemen. Was kann man denn auch von diesen „heldenhaften“ DB-Austrittsbuxen anderes erwarten, die erst aus der DB austraten als das Wasser bis an die Gurgel stand?
    Vielleicht versteht jetzt der Eine oder Andere die „Rinderwahnhaltung“. Das i-Pünktchen wird dann aufgesetzt, wenn festgestellt wird, dass alle diese Aktionen völlig bedeutungslos sind, reine mentale Masturbation.

    Gefällt mir

  2. Wenn einst Odysseus den Korell als das trojanische Pferd nach Troja geschickt hätte, hätten die Griechen den Krieg verloren.
    Es gibt kaum einen der mehr in den ausgetretenen Bünden verhasst ist als diese Person. Das von ihm mitgezeichnete RA-Gutachten „Arierparagraph“ ist da nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.
    Der Wiener Kollege hat sich da nicht verhört, dass der sogenannte Verein nicht wirklich vom Fleck kommt.

    Gefällt mir

  3. Korell ist nicht die einzige Franken-Buxe, die sich – wohl aus opportunistischen Gründen – flugs ein Zweitband angelacht hat. Die andere ist Dr. G. … (Red. Hinweis: Informationen zu Personen, auch rechten Buxen, bitte mit Quellen und/oder Links verknüpfen)

    Gefällt mir

Gerne können Sie sich mit einem Kommentar in die Diskussion einbringen. Motto: Farbe tragen heißt Farbe bekennen, heißt Namen nennen. So wie wir. Sonst no comment. Und aus gegebenem Anlass: Bitte bleiben Sie sachlich beim Kommentieren. Für den Inhalt der Kommentare sind die Kommentarschreiber verantwortlich. Und geben Sie sich einen eindeutigen Nickname, denn lauter "Anonyms" können nicht besonders gut miteinander diskutieren. Danke für Ihren Beitrag.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s