Danubia lädt GfP-Chef Pfeiffer zum Vortrag ein („größte rechtsextr. Kulturvereinigung in D“ laut Verfassungsschutz)

kitchenFür den 20. Juni kündigt die Altherrenschaft der Münchener Burschenschaft Danubia im Semesterprogramm in ihrer Reihe „Herrschaftsfreier Dialog“ als Referenten Martin Pfeiffer an. Thema ist “ Pro Patria – Die Aula: Freiheitliche Publizistik in Zeiten des Kampfes gegen Rechts.“ Pfeiffer wird beschrieben als Chefredakteur der Zeitschrift Aula. Der Herrschaftsfreihe Dialog sei eine geschlossene Veranstaltung des Altherrenverbandes, so die Erläuterung im Semesterprogramm auf der Danubia-Webseite (Stand 16.6., 14.18 Uhr). Der Vortrag sei die Auftaktveranstaltung des 166. Stiftungsfestes der Danubia.

Pfeiffer ist laut DÖW seit 2004 Schriftleiter der Zeitschrift Die Aula und Geschäftsführer des Aula-Verlages. Die DÖW berichtet ebenfalls: „Im deutschen Verfassungsschutzbericht 2010 wird berichtet, dass bei der 50. Jahrestagung der rechtsextremen GFP „am 28. Mai 2010 mit dem gebürtigen Österreicher Martin Pfeiffer ein neuer Vorsitzender gewählt“ wurde“. Der Verfassungsschutz Baden-Württembergs klassifiziert die Gesellschaft für freie Publizistik (GfP) als „größte rechtsextremistische Kulturvereinigung in Deutschland“.

Der bayerische Verfassungsschutz stuft die Burschenschaft Danubia München als rechtsextremistische Organisation ein: in seinem 2013er Bericht zum 9. Mal seit 2001. Bislang steht explizit die Aktivitas im Bericht wegen rechter Redner und Kontakte etc.

Erstaunlich, dass Danubia bei Pfeiffer seine GfP-Tätigkeit nicht angibt. Sie steht selbst bei Wikipedia. Das dürfte eine mögliche „Wir wussten von nix-Strategie“ nicht ganz einfach machen.

 

+++ Aktualisierung: einen Tag nach diesem Blogbeitrag – am 17. Juni – berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass Danubia einen Rückzieher gemacht und den Pfeiffer-Vortrag abgesagt hat – nachdem die SZ dazu Details wissen wollte +++

Das österreichische Portal Stopptdierechten hat Zweifel an der Darstellung Reingrubers gegenüber der SZ, die GfP-Funktion sei Danubia nicht bewusst gewesen. Als Indiz zeigt das Portal ein Facebook-Posting der rechten Zeitung Junge Freiheit vom August 2012, das Reingruber und GfP direkt übereinander kommentieren.

Danubia ist kürzlich mit einer Stellungnahme gegenüber unserem Blog BPA aufgefallen – es ging um die Übernachtung eines Straftäters auf dem Danuben-Haus vor mehr als einem Jahrzehnt. Davor wurde Danubia in Medien wegen der Causa Burschenschafterball (Location sagt zunächst wg. rechter Buxen ab, dann wieder zu) genannt.

 

Verfassungsschutz Baden-Württembergs über GfP:

„Rechtsextremistische Vereinigungen und Unternehmen

„Gesellschaft für freie Publizistik e. V.“ (GfP) 

Die „Gesellschaft für freie Publizistik e. V.“ (GfP) wurde 1960 von ehemaligen SS- und NSDAP-Angehörigen gegründet. Ihr gehören vor allem rechtsextremistische Verleger, Buchhändler, Redakteure und Schriftsteller an. Sie ist die größte rechtsextremistische Kulturvereinigung in Deutschland (zu den aktuellen Mitgliederzahlen siehe Jahresbericht). Als eine Art Kontaktadresse gibt die GfP ein „Sekretariat“ mit Postfach in Oberboihingen im Kreis Esslingen an [Internetauswertung vom 25. August 2008].

Aktivitäten entwickelt die GfP, die vorgibt, sich für die „Freiheit und Wahrheit des Wortes einzusetzen“, durch Vortragsveranstaltungen der einzelnen Arbeitskreise, die Herausgabe der Publikation „Das Freie Forum“ und einen jährlichen Kongress, auf dem sie rechtsextremistischen Rednern eine Bühne gibt. Enge Verbindungen unterhält die GfP u.a. zur „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ (NPD).“

 

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7 Antworten zu “Danubia lädt GfP-Chef Pfeiffer zum Vortrag ein („größte rechtsextr. Kulturvereinigung in D“ laut Verfassungsschutz)

  1. Seltsam, daß diese Burschenschafterseite das unseriöse, kryptokommunistische DÖW als Quelle angeben. Man recherchiert eh nicht, sondern schreibt einfach von Linksextremisten ab. Kein guter Stil!

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    • @Rudlow, recht einfach, weil sich in der breiten Öffentlichkeit sowieso und zu Recht kaum jemand für diesen extremen Buxenquatsch interessiert. Es verbleibt folglich nur die extreme Gegenseite.
      Hier wird vermutlich Vergangenheit aufgearbeitet 😉

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    • @Rudlow: Das DÖW ist in Österreich ein vom Staat getragenes renommiertes Informationszentrum über historischen und modernen Rechtsextremismus. Dass das rechten Burschenschaftern nicht passt, liegt auf der Hand. So wiederholen sie gerne die FPÖ-Floskeln zum DÖW, ohne Belege für ihre Behauptungen vorzulegen. So etwas wie das DÖW fehlt in Deutschland 😉
      Nur weil man rechte Burschenschaften kritisiert, ist man noch kein Linksextremist etc. Auch wenn rechte und auch liberale Buxen das gern als Falschbehauptung nutzen – als durchschaubaren Versuch, um Kritiker zu verunglimpfen. CC @Otto Framm

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      • BPA-Buxen, wenn sich das DÖW mit der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit Österreichs beschäftigt, wäre das i.O. , würde von mir befürwortet und ggfls. unterstützt.
        Die Realität sieht jedoch anders aus. Beispiel:
        http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140523_OTS0127/doew-identitaere-bewegung-als-bedrohung-ernst-nehmen
        Da demonstrieren also 150 Hampelmänner in der Millionenstadt Wien für irgendwelche dubiose rechtsextreme Ziele, und das soll der Österreicher laut DÖW „ernst nehmen“? Lachanfall! Völlig realitätsfern!
        Im Gegensatz dazu:
        http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1261880/Weniger-Rechts-und-Linksextremismus-in-Osterreich
        Das dürfte der Wirklichkeit erheblich näher kommen. Und wenn schon: wo bleibt der Aufruf des DÖW, gewisse linksextreme Veranstaltungen in Österreich ernst zu nehmen? Null, Fehlanzeige.
        Fazit: DÖW ist eine „links-freundliche“ Veranstaltung. Punkt.

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      • Mit der „Marburger Geschichtswerkstatt“ gab es eine vergleichbare Institution, deren Personal zu einem guten Teil auch staatlich finanziert war. Die wissenschaftliche Qualität der Veröffentlichungen war allerdings schlecht, so dass diese Truppe nur ihre eigene sehr linke Klientel ansprechen konnte. Wissenschaft sollte politischen Richtungen nicht verpflichtet sein, sondern der Wahrheit. Einzelne Verbindungen in Marburg, die denen die Archive geöffnet haben für eine kritische Aufarbeitung, mussten das im Nachhinein sehr bereuen. Letzten Endes ist die Geschichtswerkstatt eine Agitprop-Einrichtung. Sie ist nicht an echter, wissenschaftlicher Aufarbeitung ihres Interessengebietes interessiert. Gehört habe ich von denen schon lange nichts mehr. Das DÖW ist nach meinem Eindruck recht ähnlich.

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  2. Pingback: Stoppt die Rechten » Rechtsextremer durch Rechtsextreme ausgeladen·

  3. „Das DÖW ist in Österreich ein vom Staat getragenes renommiertes Informationszentrum…“
    Wer das glaubt, glaubt auch an den Osterhasen!

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