AfD-Burschenschafter nutzen SPD-Buxen fürs Whitewashing: AfD-Chef Lucke macht es vor

"Aktion Doppelstimme" - auch als Wahlempfehlung für rechte Buxen ;) / Foto: @DanielLuecking

„Aktion Doppelstimme“ – auch als Wahlempfehlung für rechte Buxen 😉 / Foto: @DanielLuecking

Am 25. Mai kandidieren zahlreiche rechte Burschenschafter für Europa- oder Kommunalämter in den Reihen der AfD. Medien berichten über öffentliche Kritik an diesen Burschenschaftern. Dies führt zu einer Verteidigungsstrategie von AfD-Buxen. Sie setzen dabei gerne auf SPD-Burschenschafter (neben CDU-Buxen) als Schutzschilde zum politischen Whitewashing, um die mögliche Unbedenklichkeit zu belegen. Hier einige Beispiele:

AfD-Chef Bernd Lucke macht die Sprachregelung in einem n-tv-Interview deutlich. Nach AfD-Verbindungen zu rechten Burschenschaftern befragt, antwortet er, auch bei SPD und CDU gäbe es Burschenschafter, daher sei es abwegig alle Burschenschafter als rechts „abzuqualifizieren“. Konkret spricht ihn n-tv auf Ulrich Wlecke von Franconia Münster an, der früher Republikaner-Funktionär gewesen sei und mit der FPÖ zusammengearbeitet habe. Lucke dazu: „Herr Wlecke hat doch das Recht, seine Meinung zu ändern und politisch reifer zu werden. Selbst schwere Straftaten verjähren irgendwann.“ (Link: n-tv.de)

In Aachen berichten die Aachener Nachrichten über Kritik am AfD-Burschenschafter Alexander Jungbluth, der für die Kommunalwahl kandidiert. AfD-Spitzenkandidat Markus Mohr halte die Kritik für unberechtigt. Mohr verweise darauf, dass auch Ferdinand Lassalle, Gründer der deutschen Sozialdemokratie, Mitglied bei Jungbluths Burschenschaft gewesen sei. (Link: Aachener Nachrichten).

In Koblenz berichtet nach ZEIT ONLINE auch die Rhein-Zeitung über Kritik am AfD-Burschenschafter Joachim Paul, der ebenfalls für ein Kommunalamt kandidiert. Paul sehe seine Burschenschaft als „patriotische Vereinigung“, sie sei sogar gegen Rassismus. Bei seiner Burschenschaft seien fast alle Parteien vertreten. Nur die Aktiven seien für den bekannten „Arier-Antrag“ gewesen, die Alten Herren nicht, zu denen Paul gehöre. (Rhein-Zeitung 3.5.). In einem Leserbrief verteidigt ein Leser Pauls Burschenschafts-Mitgliedschaft. Auch große Sozialdemokraten wären ganz selbstverständlich Burschenschafter gewesen (Rhein-Zeitung 22.5.). Der Leser bezeichnet sich als Pauls Vater.

 

 

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Bereits vier Burschenschaften werden vom Verfassungsschutz beobachtet, darunter drei DB-Burschenschaften und eine pennale Burschenschaft:

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14 Antworten zu “AfD-Burschenschafter nutzen SPD-Buxen fürs Whitewashing: AfD-Chef Lucke macht es vor

  1. @BPA Buxen

    Da gibt es noch eine aussagekräftigere bildliche Gegenüberstellung der in diesem Faden angerissenen Problematik mit aktuellen Wahlplakaten:

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  2. Warum immer das AfD-Bashing? Ich erlebe das ganz anders (auch von der politischen Konkurrenz): „Toll, dass Sie sich engagieren- auch wenn wir verschiedener Auffasung sind!“

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      • @ Man w/o Shadow
        Danke für den Link. Erstaunlich, was so alles in einen Spruch hineininterpretiert werden kann….naja, Geisteswissenschaftler unter sich 😉
        Die Namensnennungen waren zufällige Beispiele. Die Liste wäre ziemlich lang würde man auf Vollständigkeit achten, Oberländer, Seebohm + die SED-Wendegenossen neuerer Zeit. Was solls?
        An den Gegebenheiten hat das, bis auf wenige Fälle (siehe Filbinger) nichts geändert. Vor Wahlen „holt die Vergangenheit ein“, prompt nach Wahlen ist alles vergessen. „Opportunismus“ ist hier ein typischer Missionarsbegriff. Haben Sie bessere Lösungen zur Hand? Welcher Politiker hat denn keine „Vergangernheit“? Sie? Ich? Sind wir überhaupt Politiker, oder schreiben wir nur schöne Blogtexte?
        Warum so viele Buxen übermäßige Rechtstendenzen haben wäre ein passenderes Thema. Das findet offensichtlich in einem Buxenblog wenig Begeisterung.

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    • @Monokel

      Bashing? Hier? Nicht wirklich. Das hier nennt man „bashing“:

      „CSU-GeneralsekretärScheuer: Ehemalige „Hardcore-Republikaner“ in der AfD aktiv“

      http://www.focus.de/politik/deutschland/europawahl-2014/f-csu-general-scheuer-afd-steckt-voller-hardcore-republikaner_id_3863581.html

      Dazu passend das Europawahlergebnis der Betroffenen:

      2009 2014 G/V
      AfD – – 2.065.162 7,0 +7,0
      CSU 1.896.762 7,2 1.567.258 5,3 −1,9
      REP 347.887 1,3 109.856 0,4 −0,9
      PRO NRW – – 54.456 0,2 +0,2

      Gerade Elite-Kevin wird jetzt den Blues schieben hat doch seine Propagandaseite freiheitlich.me vor kurzem noch folgende Meldungen gebracht:

      „Europawahl: FPÖ wünscht sich PRO-NRW-Abgeordneten für künftige gemeinsame EU-Fraktion!“
      http://www.freiheitlich.me/?p=11005

      „AfD scheitert in zahlreichen Kommunen, PRO NRW legt deutlich zu und REP und NPD bedeutungslos“
      http://www.freiheitlich.me/?p=10989

      Jetzt fehlt eigentlich nur noch die fundierte Wahlanalyse in der BN vor allem bzgl. des Aspekts, dass etwa die NPD 5 1/2 soviele Stimmen wie die ProNRW erhielt und mit einem Mandat (Udo Voigt sogar selber) im EP sitzt.

      Unabhängig davon wird sich die AfD von ihren rechtsradikalen bzw. teilweise rechtsextremen Altlasten trennen müssen wenn sie nicht dauerhaft kompromittiert werden will.

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      • @ Man w/o Shadow.
        mit Verlaub, das ist eine sehr augenblicksbezogene, parteipolitische Betrachtungsweise. Könnte es sein, dass das alte jüdische Sprichwort „fürs Vergangene gibt der Jud´ nix“ auch hier gilt? Dass mit derartigen Feststellungen zu Recht kaum ein Hund hinter dem Ofen vorgeholt wird?
        Menschen etwas älteren Datums können sich gut daran erinnern, dass es so etwas schon immer gegeben hat, meist vor Wahlen. Kennen Sie noch den „NS-Staatssekretär Globke“ oder den „Nazirichter Kiesinger“ (von der CDU), die „Bolschwewiken Wehner, Brandt“ (von der SPD), den „Nazi-Mende“ (von der FDP), vielleicht noch die „Vergangenheit“ von Fischer, Trittin (von den Grünen)? Bürger, welche diese Parteien wählen wollten hat dieses „Wissen“ nicht daran gehindert.
        Hier bei BPA könnte der Verdacht aufkommen, dass „alte Rechnungen“ beglichen werden sollen. Das mag ja sehr befriedigend sein, an den Wahlergebnissen wird das jedoch nichts ändern.

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      • @Otto Framm
        Einmal davon abgesehen, dass das von Ihnen bemühte Sprichwort kein jüdisches aber ein deutsches ist

        s. hier:
        http://jhva.wordpress.com/2010/01/08/juden-und-judisches-auf-gut-deutsch-gesagt/

        haben die Taten der Vergangenheit mindestens zwei der von ihnen aufglisteten Personen immer wieder zum eingeholt. Ausserdem, warum lassen Sie, wenn Sie schon dabei sind, Hans Filbinger aus? Für den war der Fall sehr hart. Ich bin durchaus alt genug mich daran zu erinnern.

        Das die Aktion „Farbpfusch“ Deutschland – und zwar vollkommen egal ob nach 1949 (Gründung der BR Deutschland) oder 1990 (Wiedervereinigung) – nicht zur Ehre gereicht, muss wohl nicht weiter erläutert werden. In der „DDR“ war es übrigens nicht wesentlich besser, wie im „Braunbuch DDR“ anschaulich dokumentiert.

        Zu guter Letzt; das von ihnen bemühte Sprichwort würde in der Variante: „Um das Geschehene gibt der ehrlose Opportunist nichts“ heute bestens – nicht nur in Deutschland – funktionieren.

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      • Man w/o Shadow
        in der Kommunalpolitik ist manches anders vor Ort, die Kommunalverhältnisse in NRW kann ich nicht kommentieren

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  3. AfD vor der Spaltung?

    http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit/seite-10

    O-Töne:

    „“Wir werden gemeinsam austreten, und wir werden viele sein“, sagte ein AfD-Funktionär der Wochenzeitung DIE ZEIT. „Wenn der problematische Teil ein solch starkes Übergewicht hat, dann ist es sinnvoll, dass die Liberalen austreten“, sagt ein hochrangiges Parteimitglied mit Blick auf starke nationalliberale und rechtspopulistische Kräfte innerhalb der AfD. Ein anderes Mitglied, das die Partei ebenfalls verlassen will, sagte: „Wir haben uns gewünscht, dass die AfD eine etwas konservativere FDP wird. Man hat uns betrogen.“

    Fazit: Was nicht zusammenpasst gehört auch nicht zusammen. Wahlbetrug ich hör Dir trappsen…

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      • @ Autorenkollektiv Anonym

        Nun, für die AfD antreten, sich wählen lassen um dann schnell zur FDP zu wechseln – wie nennen Sie denn ein solches Szenario, das sich abzuzeichnen beginnt? Jetzt wissen wir wenigstens was Kubicki und Lindner mit „schnell verwelkenden Blumen“ meinten.

        Ausserdem, der Chef macht es ja vor; kaum gewählt äussert er ja schon, sein Mandat nich voll wahrnehmen zu wollen, um ggf. 2017 in den Bundestag zu wechseln. Das hat schon einen Beigeschmack.

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