LINKE und Deutsche Burschenschaft auf Russland-freundlichem Kurs?

blitzeüberbraunbuxenkleinFrüher waren Burschenschaften eher sowjetkritisch und prowestlich eingestellt. Doch die Zeiten ändern sich bei rechten Burschenschaften. Bei einem Verbandstag in Dresden gab die Deutsche Burschenschaft das Motto „Europa nicht ohne Russland“ für ihre Mitglieder aus. DB-Sprecher Gordon Engler (Vorstandsmitglied AfD-Dresden, Kommunalratsbewerber) sagte in einer Rede, dass man Europa nicht ohne Russland denken könne und dass Russen und Deutsche zusammen ein „freies Europa“ schaffen könnten, wie die DB in einer Art Pressemitteilung veröffentlicht. Um den russophilen Schwenk zu dokumentieren, redete als Vertreter der russischen Botschaft in Berlin Viktor Sazonov bei der DB-Veranstaltung.

Wie ein „freies Europa“ russischer Prägung aussehen würde, konzipiert Alexander Dugin, der auch auf Buxenhäusern referiert. Mit ihm gab es auch den burschenschaftlichen Startschuss der Russland-freundlichen Veranstaltungen. Die DB-Burschenschaft Normannia Nibelungen Bielefeld hatte im letzten Herbst Alexander Dugin als Referenten bei einer Vortragsveranstaltung. Dugin gilt als durch Europa reisender Propagandist des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Lobbyist einer „eurasischen“ Ideologie. Die taz zitiert und kommentiert ihn beispielsweise mit den Worten: „Wenn wir [in der Ukraine; d. Red.] gewinnen, werden wir mit der Expansion der Befreiung von amerikanischer Ideologie in Europa beginnen“, schrieb Alexander Dugin unmittelbar nach dem Anschluss der Krim.„Das Ziel des vollendeten Eurasismus ist ein Europa von Lissabon bis Wladiwostok, ein großes Eurasisches Kontinentalreich“, so Dugin.Der faulende Westen steht einem messianischen Russland gegenüber, das sich für dessen mentale und geistige Erneuerung bereithält. … Unschwer zu erkennen, dass die geistigen Väter dieser Gedankenwelt im antidemokratischen Denken der Weimarer Republik beheimatet sind. Blaupause ist die „konservative Revolution“ der 1920er, die der Wegbereiter des Nationalsozialismus war. So ist das Freund-Feind-Schema Carl Schmitt, dem Kronjuristen des Dritten Reiches, entliehen. Artur Moeller van der Bruck, Karl Haushofer und Rudolf Heß gehören wie der Nationalbolschewik Ernst Niekisch als Ideenspender auch in diesen Kreis.“

Einen Russland-freundlichen Kurs nach der Krim-Annektion fährt auch die Partei „Die Linke“, wofür sie heftig kritisiert wird. „Die Russland-Versteher müssen sich mäßigen“ schreibt beispielsweise der Tagesspiegel. Geht jetzt nicht nur Die Linke sondern auch die Deutsche Burschenschaft auf Russland-Versteher-Kurs? Linke und DB Hand in Hand pro Russland?

Plädieren rechte Burschenschafter bald für ein „freies Europa“ Duginscher und Putinscher Prägung von Lissabon über Berlin bis Wladiwostok, vom Tejo über die Spree bis zum Ussuri – ein großes „Eurasisches Kontinentalreich“?

Nicht bekannt ist, ob die DB die völkerrechtswidrige Annektion der Krim schon unter die Maßnahmen zur Schaffung eines „freien Europas“ unter russischer Prägung einstuft.

 

*****************************************************************************************

Bereits vier Burschenschaften werden vom Verfassungsschutz beobachtet, darunter drei DB-Burschenschaften und eine pennale Burschenschaft:

Advertisements

8 Antworten zu “LINKE und Deutsche Burschenschaft auf Russland-freundlichem Kurs?

  1. Offensichtlich wiegt bei den DB-Buxen die Sehnsucht nach einem starken Führer (gemeint ist Putin) stärker als die Liebe zum Vaterland (gemeint ist Deutschland). Denn in einem Europa mit Russland, wird es auch eine russische Vormachtstellung (mit all den Restriktionen wie wir sie bereits in Russland sehen) geben.

    Gefällt mir

  2. Noch ein Grund mehr, um aus der DB auszutreten (jetzt auch für alle ganz Alten Herren, die noch gegen die Russen gekämpft haben).

    Gefällt mir

  3. die Diskussion ist alt. Seit ca 1995 träumen Rechtsbuxen in den neuen Bundesländern von einer Wiederbelebung der Konvention von Tauroggen und einem gemeinsamen Kampf gegen die Amerikaner.

    Gefällt mir

    • Das wohl nicht. Aber antiwestliche und insbesondere antiamerikanische Haltungen sind der Gemeinsamkeiten von Links- und Rechtsaußen.

      Gefällt mir

      • Reihen sich nun auch die Braunbuxen in die bunte „Querfront“ von Extremisten und Verschwörungstheoretikern ein?
        Antiamerikanismus, latenter Antisemitismus und Antimodernismus (Von Dugin auch agressiver Traditionalismus genannt) könnten einen kleinsten gemeinsamen Nenner bieten, mit dem sich alle hinter Dugin vereinen und Putin zujubeln.
        Ich bin neugierig, wann Ken Jebsen oder Jürgen Elsässer ihre ersten Auftritte bei DB-Bünden zelebrieren.

        Gefällt mir

      • @Roger und Anonym
        dass sich die Demokratiegegner von rechts und links treffen ist schon lange bekannt. Deshalb wird die „Hufeisentheorie“ ja auch von rechts Beide träumen vom „absoluten Staat“, der direkt ohne Zwischeninstanzen auf den Bürger zugreift.

        Gefällt mir

      • Wie so häufig in derartigen Diskussionen werden wirtschaftliche Aspekte vernachlässigt.
        Deutschlands Wohlbefinden und damit politischer Frieden und Ausgeglichenheit ist gnadenlos davon abhängig, dass deutsche Produkte/Dienstleistungen gekauft werden, auch, um Dinge die hier nicht produziert werden können zu bezahlen und importieren. Dafür sind potente, wirtschaftlich mehr oder weniger ebenbürtige Partner vonnöten.
        Betrachtet man unter diesem Gesichtspunkt die aktuelle Weltlage, sind die deutschen Möglichkeiten/Alternativen nicht so üppig :
        – die bislang wichtigen westlichen Handelspartner schwächeln gewaltig, von den USA über Südeuropa bis hin zu Frankreich (wenn dieses Land auch nur ansatzweise in Zukunft eine Politik a la Mme Le Pen verfolgt, wird man es völlig abhaken dürfen).
        – die sog. Tigerstaaten, wie Indien, Brasilien, Mexico, etc. sind mittlerweile auch auf Hauskatzenniveau angelangt. Wie, ob und wann die sich wieder aufraffen bleibt ungewiss.
        Was wirtschaftlich tun? Wie lange werden „Karl Heinz Müller“ und „Lieschen Meyer“ das Spiel unter dem Motto „wir müssen jetzt alle unseren Gürtel enger schnallen wg. Europa, Demokratie, Freiheitsrechte, etc“ mitspielen?
        Wirtschaftlich bietet sich (natürlich mit allen Risiken) der eurasische Raum an, er ist derzeit stabil und bietet der deutschen Wirtschaft die entsprechenden Möglichkeiten: bezahlter Absatz und Lieferung erforderlicher Produkte.
        Die Vorstellung mancher Betrachter, dass sich Europa 2014 verdächtig Europa 1914 angleicht (mit Abstrichen), ist nicht von der Hand zu weisen. Deutschland könnte folglich wieder in diese üble „Mittellage“ gedrängt werden.

        Gefällt mir

Gerne können Sie sich mit einem Kommentar in die Diskussion einbringen. Motto: Farbe tragen heißt Farbe bekennen, heißt Namen nennen. So wie wir. Sonst no comment. Und aus gegebenem Anlass: Bitte bleiben Sie sachlich beim Kommentieren. Für den Inhalt der Kommentare sind die Kommentarschreiber verantwortlich. Und geben Sie sich einen eindeutigen Nickname, denn lauter "Anonyms" können nicht besonders gut miteinander diskutieren. Danke für Ihren Beitrag.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s