BG-Austritt Nr. 9: Grazer akad. Burschenschaft Marcho Teutonia aus BG ausgetreten

buschenschafter packt ausDie Austrittswelle will auch bei der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) nicht aufhören. Als neunte Burschenschaft hat die Grazer akademische Burschenschaft Marcho Teutonia die BG verlassen. Die Webseite der BG führt den Grazer Bund schon nicht mehr als Mitglied. Die Wikipedia-Seiten Burschenschaftliche Gemeinschaft und Liste der Burschenschaften melden den Austritt.

Marcho Teutonia führt einen Trend fort, der Ende 2012 eingesetzt hat: 36 Burschenschaften verbleiben noch in der BG, neun Bünde sind ausgetreten, davon Drei aus Österreich und Sechs aus Deutschland. Die BG hat 20 Prozent ihrer Mitglieder seit Austritt der ersten Burschenschaft, Gothia Berlin zum Ende 2012, verloren. Die BG-Vorsitzende 2013, Germania Hamburg, hatte mit einem – von ihr auch öffentlich gemachten – Konzeptpapier noch versucht, sich gegen die Auflösungserscheinungen zu stemmen. 34 BG-Burschenschaften sind in der Deutschen Burschenschaft laut BG-Mitgliederseite, davon 19 Bünde aus Österreich und 15 Bünde aus Deutschland. Nur zwei österreichische BG-Bünde sind (noch?) nicht in der DB: Germania Salzburg und Frankonia Graz.

Wenn der Trend bei rechten Buxenverbänden so weiter geht: vielleicht sollten sie sich pennalen Burschenschaften öffnen. Die Gesinnung würde bei den Jungburschen und auch ihren Alt-Nicht-Akademikern stimmen und liberale Bünde wären kein Störungsfaktor mehr – da es sie kaum gibt. Das Chemnitzer Portal wäre doch eine schöne Keimzelle für diese Fusion.

 

Der ehemalige BG-Bund Marcho Teutonia schreibt über die BG mit deutlichen Worten auf der Webseite:
Am äußersten rechten Rand der Korporiertenszene ist die „Burschenschaftliche Gemeinschaft“ (BG) angesiedelt. Sie wirkt als ein deutsch-österreichischer Dachverband innerhalb der DB. … Der BG gelingt es, über die drei wesentlichen führenden Organe der DB Einfluss auf die gesamte Organisation zu nehmen, da zum Teil 2-Drittel-Mehrheiten benötigt werden (z.B. bei Neuaufnahmen) hat sie eine Art Vetofunktion und somit recht großen Einfluss. Die BG tritt dafür ein, dass alle Bünde pflichtschlagend sein sollten und vertritt noch immer die Ansicht, dass keine Abtretung der Ostgebiete stattgefunden habe, sondern dass sich diese Gebiete im Schwebezustand befänden, da keine Abstimmung darüber unter den Vertriebenen durchgeführt wurde.“ Diese Haltung führt manchmal zu Kritik innerhalb der DB, die aber bisher ohne Konsequenzen blieb.“

Auch zur Deutschen Burschenschaft findet Marcho Teutonia bemerkenswerte Worte auf der Webseite:
Die heutige Deutsche Burschenschaft hat zu ihrer teilweise dunklen Vergangenheit trotz positiver Ansätze und offizieller Verfassungstreue bisher keine überzeugende Abgrenzung vollzogen. … Nach wie vor werden Relikte wie ein „Vaterland“, das Teile Österreichs und die ehemaligen Ostgebiete umfassen soll, ein „deutsches Volkstum“, das hier geborene Kinder von Migranten ausschließt, und andere Positionen vertreten. Neuerdings wird teilweise offen ein rechtsextremer Geschichtsrevisionismus propagiert, indem etwa die Aufhebung des Straftatsbestands der Holocaustleugnung gefordert wurde. Dem wird zwar von Mitgliedsburschenschaften der DB widersprochen, diese können sich zur Zeit aber nicht gegen die Gesamtlinie des Verbands durchsetzen.

Offensichtlich ist auch bei einigen österreichischen Burschenschaften Hopfen und Malz noch nicht verloren, wie Marchia Teutonia zeigt.

Übersicht der Austritte aus der Burschenschaftlichen Gemeinschaft:

9) Grazer akademische Burschenschaft Marcho Teutonia
8) Leobener akademische Burschenschaft Cruxia
7) Münchener Burschenschaft Sudetia
6) Elektra-Teplitz zu München
5) Normannia Heidelberg
4) Akademische Burschenschaft der Oberösterreicher Germanen in Wien
3) Tuiskonia Karlsruhe
2) Franconia Münster
1) Gothia Berlin

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