Nach Burschenschafterball: Münchens OB warnt vor rechten Mietern

kitchen„Angesichts der Erfahrungen mit dem Burschenschafterball im Künstlerhaus am Lenbachplatz mahnt Oberbürgermeister Christian Ude private Vermieter und Gaststättenbetreiber zu erhöhter Wachsamkeit“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Der OB rate zu einer Mietvertragsklausel. Zu den Mitveranstaltern des Balls am Samstag gehörte laut SZ auch die Burschenschaft Danubia, deren studierende Mitglieder der bayerische Innenminister als rechtsextremistische Organisation einstufe. Daher habe das Künstlerhaus den Mietvertrag am Mittwoch gekündigt, konnte sich aber gegen den Veranstalter juristisch nicht durchsetzen. (Süddeutsche Zeitung „Ude warnt Wirte vor rechten Veranstaltungen“, 29.4.)

Nach der Veranstaltung redet einer der Teilnehmer des Balls, berichtet ebenfalls die SZ. Reinhold Babor, Stadtrat der CSU und Mitglied bei Alemannia München, distanziert sich von der Danubia, „damit habe ich nichts zu tun.“ (Süddeutsche Zeitung „Rechte im Künstlerhaus“, 28.4.). (Babor ist Mitglied in der KV-Verbindung Alemannia, wie ein Leser als Kommentar hier im Blog anmerkt).

Bereits vor dem Ball schrieb Süddeutsche.de: „Der geplante Ball zeigt auch, dass die Abgrenzung vergleichsweise liberaler Burschenschaften von extrem rechten nicht funktioniert.“

Vor Journalisten zu Rechten auf Distanz, hinter geschlossenen Türen mit Rechten dann zum Tanz – wird das die „neue“ Strategie auch der liberal-konservativen Burschenschaften Münchens im Umgang mit den ganz Rechten?

 

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31 Antworten zu “Nach Burschenschafterball: Münchens OB warnt vor rechten Mietern

  1. Volle Zustimmung: Man kann nicht eineseits behaupten, man habe mit „den Rechten“ nix zu tun, dann aber gemeinsam das Tanzbein schwingen.

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    • @Alexander D. Das Münchner Modell „Vor der Tür Distanz, dahinter zusammen Tanz“ könnte zum Problem werden, wenn sich das Modell auch für die Buxen in neuen Strukturen als Strategie durchsetzen sollte. Wenn ja, dann hat der Neue ganz schnell die Probleme des Alten. Den Münchner Buxen ist zu empfehlen, aus den Fehlern des Balles zu lernen und eine eindeutige Position zu den ganz Rechten zu konzipieren und zu realisieren. Wohin der falsche „Kuschelkurs“ führt, hat der alte Verband gezeigt. Das sollte den Buxen eine Lehre sein, die sich sonst liberal- konservativ geben. Das sonstige erlernte Distanzierungs-Theater ist spätestens nach dem Münchner Ball unglaubwürdig geworden. Wir werden diese Entwicklung genau beobachten.

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      • @ BPA-Buxen,
        Selbstverständlich kann eine liberal-konservative Burschenschaft als solche nicht als Mitveranstalter/einlader fungieren, an der ultrarechte Buxenbünde als solche offiziell auftreten. Befürchtungsweise wird es da Abgrenzungsprobleme geben (welche Burschenschaft ist als ultrarechts einzuordnen). Damit kämen wir zum 2. Problem:
        diese Entscheidung trifft die jeweilige Einzelburschenschaft und ist damit von einer Mehrheitsentscheidung abhängig, welche sehr unterschiedlich ausfallen kann, bis hin zu einer Zufallsmehrheit.
        Das nunmehr jahrelang anhaltende Distanzierungstheater ist doch ein deutlicher Hinweis. Es gibt eben in vielen lk-Bünden keine eindeutige Mehrheit, womit die faulen Kompromisse serienweise winken, schon um die Bundeseinheit zu wahren. Und deswegen wird es auch nicht mit dem neuen Verband funktionieren. Spätestens nach dem Anfangs-Trara ist Schluss mit lustig.

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        • @OttoFramm. Sie beschreiben typische Probleme der liberal-konservativen Buxen im Umgang mit den braunen Bünden. Doch sollten einige lk-Bünde aus den letzten Jahren gelernt haben. Das Lernen sollte auch zu einer Position des neuen Verbandes zu den ganz rechten Buxen führen, die weit über die bisherige Distanzierung hinausgeht. Der Münchner Ball hat die Messlatte für den neuen Verband beim Thema Umgang mit Braunbuxen höher gelegt.

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      • @ BPA-Buxen,
        sicherlich haben etliche lk-Burschenschaften in den letzten dazugelernt.(Mir sind einige gut bekannt) Nur, die stehen jetzt einer neuen Verbandsgründung genauso skeptisch gegenüber wie BSE.

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        • @OttoFramm. Um das zu genauer zu fassen: wir hoffen auf den Lerneffekt besonders bei den in den letzten 2 Jahren Ausgetretenen. Der Münchner Ball spricht allerdings für nur eine geringe Erfolgsquote beim Lernen.

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      • @BPA-Buxen,
        die Ursachen hierfür liegen befürchtungsweise sehr tief.
        Warum sind schon recht viele lk-Burschenschaften in den 90ern ausgetreten (Skler, NDB-Gründer (RV), andere, darunter wir), die überwiegende Mehrzahl ist verblieben? Die DB-Austrittswelle dümpelte bis 2011 so vor sich hin, um dann ab 2011 rasant anzusteigen .
        Die Antwort darauf ist recht einfach: viele dieser sog. lk-Bünde wären bei einem früheren Austritt zerrissen worden, Massenaustritte. Nicht weil die AH-schaft überwiegend aus Rechtsradikalinskis bestand (die gabs/gibts zwar auch, aber überschaubar), sondern weil Illusionen über die „Grundqualität“ der DB vorherrsch(t)en. Nun ist der Austritt geschafft, aber unter einem Minimalkonsens: ein neuer Verband muss her. Dieser jedoch ohne Rechtsradikalinskis, aber sonst ohne große Veränderungen. (Wie das in praxi geschehen soll weiss vermutlich nur der Allmächtige).
        Warum treten diese lk-Bünde nicht in die NDB ein? s. oben.
        Ich könnte Ihnen lk-Bünde nennen, traditionelle, renommierte, bodenständige, die dieses Spiel nicht mitmachen werden, weil sie genau das kommende Unheil erkennen. Die papierne Trennlinie wird alsbald zerfliessen. Die DB wird, schon aus Knetegründen, einige Kompromissfeuerchen anzünden, und beide Verbände werden mehr oder weniger friedlich koexistieren.
        Der Fisch stinkt vom Koppe an.

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  2. „Die papierne Trennlinie wird alsbald zerfliessen. Die DB wird, schon aus Knetegründen, einige Kompromissfeuerchen anzünden, und beide Verbände werden mehr oder weniger friedlich koexistieren.“
    Interessante Einschätzung. Mich würde interessieren, wie eine Trennlinie aussehen müsste bzw. gesichert sein müsste, um sie zu überzeugen. So, dass Sie ihrem Bund zumindest aus diesem Gesichtspunnkt kein Fernbleiben empfehlen würden.
    War die NDB aus Ihrer Sicht hier überzeugend?

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    • @ Roger,
      2. Frage vorweg: Ja, sie war und ist in diesem Punkt überzeugend. Und deswegen die Frage, die nicht nur ich stelle: warum treten diese „DB-Ausgetretenen“ nicht dort ein? Ist die NDB-Antwort zu überzeugend? Können das manche der ach so lk-Burschenschaften intern nicht verkraften? Alte Animositäten? Es gibt viele Vermutungen.
      Eine der wichtigsten Fragen wird weder von der NDB, noch von den neuen Verbandsgründern beantwortet: wozu heute ein Verband von Studentenbünden, die alle insgesamt gesellschafts/hochschulpolitisch bedeutungslos sind? (Dazu zählt auch BSE Und Kristall). Wir haben keine Antwort gefunden (bis auf negative) und warten…warten…warten…

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      • Die NDB wurde als Negativum zur DB begründet. Konsens herrschte darüber, was man NICHT will, nicht was man will. Zudem war ein wesentliches Motiv für die Gründung des neuen Verbandes auch verletzte persönliche Eitelkeit einiger Initiatoren (z.B. des Herrn S., Alter Herr der Brunsviga). Beides nicht attraktiv für unentschlossene Burschenschaften oder solche, die eigentlich wissen was es bedeutet, eine Burschenschaft zu sein.

        Meine Beobachtung ist, dass man bei der Gründung eines neuen Verbandes ein Positivum sein will. Es ist nicht so, dass die ausgetretenen Bünder die DB per se schlecht finden. Sie finden es schlecht, dass die einzelnen Burschenschaften sich nicht von politischem Müll haben trennen können. Die burschenschaftlichen Grundwerte werden aber nicht negiert, sondern betont und positiv besetzt.

        Ob man damit bei linken Verbindungsfeinden punkten kann, glaube ich nicht. Aber der Ansatz ist aus burschenschaftlicher Sicht grundehrlich und attraktiv für alle, die es mit den burschenschaftlichen Werten ernst meinen. Ich war (still am Rande) in Stuttgart. Burschenschaften, deren Aktiven mehr ein Wohnheim mit Geschichte als eine Korporation sind, werde dort keine Zukunft haben. Das ist mir am Beispiel des Auftretens und der Akzeptanz eines Bundes mit gelben Mützen sehr deutlich geworden. Der kam nicht so gut an.

        Die Ehrlichkeit, um die man im neuen Verband von Anfang an ringt, schafft die Voraussetzung für Akzeptanz. Die beiden anderen Verbände wird es eine ganze Zeit lang noch geben. Aber es setzt ein Prozess ein, der auch die in der DB oder der NDB bleibenden Burschenschaften berühren wird. Die Zukunft ist offen.

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      • „Und deswegen die Frage, die nicht nur ich stelle: warum treten diese “DB-Ausgetretenen” nicht dort ein?“
        Die Frage würde ich gerne zurückspiegeln. Denn ich stellte sie mir schon öfter bezüglich liberaler, in den Neunzigern ausgetretenen Bünde wie BSE oder Pflüger zu Münster. Von einem ihrer Bbr. hörte ich mal „In der NDB sind nur so gut wie nur fakultative Bünde, wir sind aber pflichtschlagend“. Hmm, diese Betonung des Pflichtschlagens wunderte mich, aber mehr kam da nicht. Ist das wirklich der Kern?
        Für meinen Bund (den ich eigentlich außen vor lassen wollte, aber seis drum) ist die Antwort einfach: Ein politisches Wirken als Bund war nie beabsichtigt, wir hatten nie einen burschenschaftlichen Anspruch. Der Freundschaftsbund soll im Zentrum stehen, möglichst nicht verdeckt von politischem, buxigem, schlagendem oder sonstwie traditionellem Brimborium. Ein zentraler Grund für „nicht Farbentragen“ besteht darin, sich eben NICHT explizit von der Studentenschaft abheben oder separieren zu wollen, sondern sich als Teil der Studentenschaft zu verstehen.
        Wenn BSE sich diesem Weg auch nähert: Willkommen. Aber passt dazu noch der Begriff der Burschenschaft?

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      • @ Kritischer Buxe, @ Roger,
        ich schrieb „der Fisch stinkt vom Koppe an“ und will damit sagen, dass die Buxen Abschied nehmen müssen von gewissen burschenschaftlichen Prämissen. Gemeint ist damit das wie auch immer geartete „politische Prinzip“, aus dem Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland“ abgeleitet. Dieses Prinzip hatte seine Berechtigung zur Gründungszeit der Burschenschaft bis hin zur Weimarer Republik (wobei sich viele Burschenschaften nach 1871 politisch nicht mit Ruhm bekleckert haben. Das setzte sich fast lückenlos und schlimmer bis 1935 fort). Spätestens nach der Gründung der Bundesrepublik und nachfolgender Wiedervereinigung ist dieses politische Prinzip der Burschenschaft hinfällig geworden. Die politischen Forderungen der Burschenschaft nach Freiheit, Rechtsstaat, Verfassung und Vaterland sind klar definiert, garantiert und erfüllt. Es gilt nicht mehr, für die Erlangung dieser Ziele zu kämpfen, sondern höchstens, sie zu erhalten. Das ist jedoch eine Aufgabe/Pflicht aller Bürger. Dafür gibt es Organisationen, Parteien im (vor)politischen Raum, die den unterschiedlichen Auffassungen Rechnung tragen und über Mehrheitsentscheidungen durchsetzen.
        Genau das kann ein Lebensbund wie eine Burschenschaft nicht leisten/verwirklichen. Auch bei BSE prallen die gegensätzlichen politischen Auffassungen aufeinander, und trotzdem sind wir Bundesbrüder. Sollen jetzt etwa auf dem Convent, gleich ob Aktivitas oder AH-schaft politische Mehrheitsentscheidungen getroffen werden? Und das wird in der „DB“ seit Jahrzehnten praktiziert, die NDB und ein „neuer Verband“ werden nicht davor gefeit sein, solange dieses politische Prinzip festgeschrieben ist. Erschwerend kommt hinzu, dass der Wahlspruch in allen Richtungen unendlich auslegbar ist, auch politisch, und somit zu völlig überflüssigen Friktionen in einem Verband (Bund) führen. Allen sattsam bekannt.
        Nicht gemeint sind damit studentische Traditionen wie beispielsweise Pflichtschlagen, Farbentragen. Sie sind sekundär und anpassbar.
        Ja, die NDB war ein Schnellschuss, eine Gegenmaßnahme zur „DB“, unter dem Motto „denen werden wir es mal zeigen“ und natürlich wurde „verschrödert“.
        Nicht erstaunlich: die Buxenrealität sieht völlig anders aus. Außer den „Rechtsradikalinskibünden“ (wobei auch da nicht alles auf die Goldwaage gelegt werden sollte: „hamma halt a große Goooschen ghabt“) passiert hinsichtlich Realisierung des Wahlspruchs recht wenig. Es sei denn, wir rechnen die Kommersfestreden, Fackelzüge, Gefallenenehrungen u.ä. hinzu, wobei auch hier die „Siege“ beim Bier verkündet werden.
        ps. das „Pflichtschlagen“ war eine schnell dahin geworfene Antwort, um eine langatmige Diskussion zu vermeiden. Haben wir alle bei dem Thema gemacht.

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  3. Danke, das war aufhellend.
    Ich sehe immer stärker drei Gedankenströmungen, die in der Tat nicht miteinander kombinierbar sind:
    1. Modell Framm (SK?): Der politische Auftrag der Burschenschaften hat sich überlebt und wird aufgegeben, Burschenschaften unterscheiden sich von anderen Verbindungstypen nur noch im Namen, der als historische Reverenz beibehalten wird. In Ausnahmefällen, siehe Frisia Göttingen, wird sogar dieser Name gewechselt, um sich einem anderen Dachverband anschließen zu können.
    2. Modell NeueDB/IBZ: Burschenschaften verfolgen auch zukünftig einen politischen Ansatz, allerdings unter Ausgrenzung politischer Extreme. Um auch nur eine minimale die Chance auf Bedeutung im politischen Feld zu haben, ist die Zusammenarbeit und der Austausch in einem Verband notwendig. Die automatische Meinungsvielfalt in einem solchen Verband wird diesen aber immer unter Zerreissproben etc. stellen. Ob eine klare Abgrenzung zu rechtsextremen Bünden gelingt, muss die Zukunft zeigen, siehe Tanzball mit Danuben in München.
    3. Modell BG: Nachdem das Modell „Burschenschaft als Bindeglied zwischen moderater und extremer Rechter überstrapaziert und letztlich von beiden Seiten aufgekündigt wurde, kann ein so rapide geschrumpfter Verband wie die Rumpf-DB wird nur eine politische Bedeutung behalten und einen eingebildeten Elitebegriff strapazieren, wenn er sich besonders lauthals einer besonders kleinen Nische zuwendet.
    Die Fahne hoch! Die Reihen fest geschlossen, die Rest-DB marschiert mit festem Schritt ins extrem rechte Aus.

    Modell 1 liegt mir als Nicht-Buxe zweifellos am nächsten.Es hat aber den Nachteil, dass damit den Braunbuxen (Modell 3) komplett das Feld zur politischen Defintion des Begriffes Burschenschaft überlassen wird.

    Modell 2 unternimmt den Versuch, den politischen Ansatz beizubehalten, aber aus den Irrtümern der Vergangenheit zu lernen. Wie dieser Versuch ausgeht, ist offen. Ich wünsche viel Erfolg.

    Modell 3 versucht sich auf dem Pfad, den besonders extreme Exoten wie die unstetig wandernde „Europaburschenschaft Arminia“ (Stationen in Zürich, Heidelberg und Karlsruhe) oder die mittlerweile wieder aufgelöste „Burschenschaft Thormannia Braunschweig“ aufzeigen. Ach ja, letztere unterschied inhaltlich eigentlich nichts mehr von rechtsradikalen Kameradschaften.

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    • @ Roger,
      treffend analysiert. Dazu noch ein paar Randbemerkungen:
      – Das SK ist sicherlich ein Teilvorbild für das Modell „Framm“ (welch´ Ehre ;)) Auch dieses Kartell beschränkt den politischen Auftrag auf den Versuch, die Bundesbrüder zu politisch denkenden und Verantwortung übernehmenden Bürgern zu erziehen. Mehr kann eine Burschenschaft in einem demokratischen Rechtsstaat nicht erbringen.
      – Buxen, wie übrigens alle Verbinder sollten langsam zur Kenntnis nehmen, dass studentische Verbindungen zwar keine Randerscheinungen, jedoch politisch bedeutungslos geworden sind. Die schönen Zeiten für die Burschenschafter bis 1848, für die Curries im preußischen Kaiserreich, für die Kathos zu Beginn der Bundesrepublik sind endgültig passe und kommen mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr wieder. Folglich ist angesagt, sich umzuorientieren, ggfls. neue Ziele zu setzen. Das Klammern an die alten Wahlsprüche hilft nicht mehr weiter. Das ist wie mit Firmen. Sie stellen Produkte her, welche eine gewisse Zeit hoch gefragt sind, danach folgt die Normalität, gefolgt von dem Niedergang. Spätestens vor dem Niedergang müssen neue Produkte in den Markt, sonst folgt zu Recht die Pleite. Vor dieser Situation stehen viele Verbindungen, lassen wir uns nicht täuschen.
      – Insofern ist es völlig gleichgültig, ob der Begriff „Burschenschaft“ in der Zukunft von den „Fahne-hoch-Buxen“ in Beschlag genommen wird, wenn auch nur versuchsweise. Sie enden so oder so in einer Schmuddelnische und werden dort zu Recht zugrunde gehen. Dann sind sie weg, und der Begriff ist wieder in Ehren.

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    • Eine Korrektur zu 1.:
      Die ehemalige Göttinger B! Frisia ist sz. aus der DB ausgetreten und hat sich dann dem Weinheimer SC angeschlossen und zwar als C! Frisia. Dies war mit keinerlei Namensänderung verbunden.
      In der Folgezeit kurz darauf erfolgte die Fusion oder, besser formuliert, Wiedervereinigung mit dem C! Lunaburgia (damals noch Mitglied im Kösener SC).
      Hintergrund ist, dass
      – beide Bünder 1865 aus einer Trennung hervorgegangen sind,
      – man sich auf die gemeinsamen Wurzeln besonnen hatte,
      – man feststellte, dass man zueinander passte (die Chemie stimmte)
      und
      – man sich der Synergieeffekte für beide Corps bewußt war.
      Eine Namensänderung im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Es wurde lediglich an den eigentlichen Namen „Corps Frisia“ der Zusatz hinzugefügt „Corps der Friesen und Lüneburger“.
      Die Gründe für den Austritt aus der DB ähneln denen anderer Bünder, das Unbehagen bestand schon lange Zeit vor dem Austritt, also damals als BSE ausgetreten sind, aber wir haben schon lange vor 2011 die Kurve gekriegt. Für uns, Aktivitas und AHAH, war es aber auch wichtig, wieder in einem Dachverband eingegliedert zu sein. Dies war sz. ein längerer Meinungsbildungsprozess, sonst hätte es schon viel früher geheißen: „DB? Ich bin dann mal weg!“

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      • @ Uwe Ströcker,
        danke für die Korrektur. War zumindest BSE´lern bekannt, da George Turner ein gern und oft gesehener Gast bei uns auf dem Hause war.

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      • Danke für die Korrektur. Unter Namenswechsel verstand ich den Wechsel von „Burschenschaft“ zu „Corps“.
        Und ich finde diese Umfirmierung auch konsequent: Die Anforderungen, die Herr Framm an einen Dachverband stellt (Service & Dienstleistung ohne politisches Trara) scheinen von den Corps nicht ganz schlecht bedient zu werden.

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      • @ Roger,
        das haben die Curries und Kathos schon immer besser gekonnt. Die haben die Zeit nützlicher verwendet und nicht so viele hohle Phrasen gedroschen.
        Die NDB bietet das jetzt ja auch an:
        http://www.neuedb.de/index.php?id=2402
        Die Frage ist nur: braucht man dazu gleich einen Verband? Das geht auch unkomplizierter.

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      • Man sollte nicht die gesellschaftlichen Aspekte insbesondere für die AH-schaft außer Acht lassen. Diese beschränken sich dann nicht nur auf 3 – 4 Besuche im Jahr auf dem Haus, sondern man kann diese zudem auch interkorporativ im Kreise der jeweiligen örtlichen VAC wöchentlich, monatlich oder auf besonderen Veranstaltungen pflegen. Hinzu kam, dass wir im aktiven Bundesleben auch zu burschenschaftlicher Zeit den Corps nahestehende Elemente lebten.

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  4. Es gibt aktuell viele Versuche kooperativer Zusammenschlüsse, wie die neuste Änderung in der Liste der Burschenschaften auf Wikipedia zeigt (AdB). Ich denke viele der aus der DB ausgetretenen Burschenschaften sind aktuell noch gebrannte Kinder, um in einen neuen Verband zu gehen. Insoweit werden wir nicht nur das Nebeneinander von 2 oder gar 3 burschenschaftlichen Dachverbänden erleben, sondern es werden einerseits alte (nach außen nur selten bekannte) Freundschaftsbünde zerbrechen und gleichzeitig neue freundschaftliche Bänder geknüpft, dieses ggf. auch dachverbandsübergreifend.

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    • @Anonym: Aber macht das dann wirklich Sinn, wenn auch die Wertkonservativen ihren eigenen Verband/Organisation mit der AdB aufbauen? Ist das Thema pflichtschlagend und gesellschaftlich eine wesentliche Positionierung von AdB-Buxen? Was unterscheidet sie dann von Corps? Die Konsequenz heißt dann: die wertkonservativen Buxen haben dann die AdB, die liberal-konservativen Buxen den IBZ/Jena-Verband, die Liberalen die NeueDB und die ganz Rechten die DB. Ist das ein Zerfall der übergeordneten gemeinschaftlichen Burschenschafteridee oder eine Diversifizierung? Dann wären ca. 130 Burschenschaften auf vier Verbände verteilt.

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      • Jeder rechte Burschenschafter tritt die von Ihnen zitierte übergeordnete gemeinschaftliche Burschenschafteridee mit den Füßen.

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  5. Im Ergebnis wäre das wohl richtig, aber vielleicht brauchen wir gerade (für einen temporären Zeitraum) diese Diversifizierung. Denn eines ist klar, auch die – wie sie es nennen – Wertkonservativen wollen sich von der DB (und den dort verbleibenden Bünden) abgrenzen. Andererseits sind die Vorbehalte gegenüber der NDB doch erheblich (was allein aus der Fechtfrage ergibt). Zu den Buxen der IBZ gibt es dann wohl die größte Schnittmenge, aber hier schreckt meines Erachtens deren Tempo zu Gründung eines neuen Dachverbands ab. Ich denke aber auch wenn die wesentlichen Positionierungen das Pflichtschlagen und ein gesellschaftlicher Anspruch sind, so unterscheidet die Wertkonservativen von den Corps noch immer Einiges.

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    • Vielen Dank, das klingt alles sehr spannend!
      Liege ich falsch, wenn ich in der AdB als Wiederbelebung der weißen Richtung verstehe? Oder will sie darüber hinaus reichen (z.B. SK)?
      Der Satz „Denn eines ist klar, auch die – wie sie es nennen – Wertkonservativen wollen sich von der DB (und den dort verbleibenden Bünden) abgrenzen.“ reizt mich zur Nachfrage mit Blick auf Hamburg und Kiel: Die AdB will auf mittlere Sicht nicht dachverbandsübergreifend wirken, sondern außerhalb der DB?

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  6. Pflichtschlagen: ja
    gesellschaftlicher Anspruch: ja
    gesellschaftliches Engagement: ja

    Auch dass kann reichen um Burschenschafter zu sein (auch wenn es sich dann nicht mehr viel von einem Corps unterscheidet). Denn man wird ja nicht als Burschenschafter, Corpsstudent oder Landser geboren (letzteres vielleicht schon 🙂 ). Man wird doch in aller Regel aktiv, weil die Gemeinschaft etc. stimmt und es ist zunächst egal, ob man am nächsten Mittag als Burschenschafter, Corpstudent oder Landser aufwacht und seine Synapsen neu verknoten muss. Und die Leute, die gezielt bei einer Burschenschaft aktiv werden, weil sie „Ehre, Freiheit, Vaterland“ so geil finden und überhaupt so gerne über das „Deutschtum“ reden, die sind mir von vornherein suspekt (und finden sich wohl überwiegend in den, in der Deutschen Burschenschaft verbliebenen Burschenschaften).

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    • @Anonym: Ist vielleicht die AdB der Wertkonservativen auch ein interessantes Vehikel, um noch ein paar Wertkonservative aus dem alten Verband rauszulösen und später im neuen Verband den Wertkonservativen eine gemeinsame Stimme zu geben?

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      • @ BPA,
        der alte Spottspruch aus der Industrie trifft auch hier zu: „Prognosen sind besonders schwierig, vor allem wenn sie in die Zukunft gehen“. Es gibt viele Szenarien, eines haben Sie gebracht.
        Der derzeitige Stand: es gibt 3 „Verbände“ mit burschenschaftlicher Basis: a) die „alte“ DB; b) die NDB; das SK. Des weiteren gibt es eine Absichtserklärung der IBZ. Weitere Vermutungen schwirren auch durch die Luft. Eine realitätsnahe Bewertung wird vermutlich folgende Ergebnisse zeigen:
        – die „Alt-DB“ wird bestehen bleiben, jedoch unter Hinnahme weiterer Mitgliederverluste,
        – das gilt ebenso für die NDB,
        – das SK genügt sich selbst. Es wird sich keinem Verband mehr anschließen,
        – aus der IBZ wird eine weiterer Verband entstehen. Ob mit den 45 Absichtserklärern ist zu bezweifeln.
        – selbiges könnte mit den Bünden der „AdB“ passieren.
        Dann aber gibt es noch eine nicht zu vernachlässigende Zahl an Buxenbünden, die einer neuen Buxenverbandsgründung sehr skeptisch gegenüberstehen. Womit wir sofort bei einem „urburschenschaftlichen“ Problem angelangt wären: was passiert eigentlich mit den Jenaischen Burschenschaften? Teutonia ist im SK, folglich nicht mehr verbandswillig. Arminia ist aus der DB, hat sich jedoch nicht der NDB angeschlossen, trotz engster Kartellbindungen (RV). Es ist zu bezweifeln, dass sie sich dem IBZ-Verband anschließt. Hat man schon einmal Germania befragt, was die so wollen?
        Könnte es sein, dass noch weitere Buxengemeinschaften entstehen, ohne Verbandsgründung? Dass die „politischen“ Unterscheidungsmerkmale völlig sekundär sind? Das Entsetzen über den Altverband „DB“ hat nicht nur politische Gründe. Das wird allzugerne vergessen.

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