Diskussion: Kann eine Aktivitas ohne Altherrenschaft Verbandsmitglied sein?

marke-burschenschaftImmer wieder erreichen uns Leserzuschriften zum Themenkreis „Verhältnis von Altherrenschaft zu Aktivitas“. Offenbar machen sich einige liberal-konservative Altherrenschaften darüber Sorgen, dass ihre Aktivitates ihrer „nationalen Sturm-und-Drang-Phase“ nachgeben und die Aktiven daher auch an alten Verbandsstrukturen festhalten wollen. Doch was ist, wenn die Alten Herren allein die Strukturen per Beschluss verlassen? Was passiert dann mit der Aktivitas? Was passiert, wenn ein Aktiver Alter Herr wird – ist er dann plötzlich nicht mehr Verbandsmitglied?
Das sind ebenfalls Fragen, die neue und alte Verbände klären müssen.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Wie sollen Verbände diese Fragen regeln?

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6 Antworten zu “Diskussion: Kann eine Aktivitas ohne Altherrenschaft Verbandsmitglied sein?

  1. Im Prinzip ist diese Frage mit dem DB Rechtsgutachten DB 20/80 vom 03.01.1981 bereits geklärt: „2. Die ordentliche Mitgliedschaft einer Studentenverbindung (Aktivitas) setzt die gleichzeitige Mitgliedschaft ihre Altherrenverbandes voraus.“ Ergo, tritt der Alteherrenverband aus der DB aus, ist damit auch automatisch der Austritt der Aktivitas verbunden.

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  2. @Avatar
    Dann wurde da ja im Fall eines Berliner C.I. – Renegatenclubs, der sich anmasst den Namen der ältesten Berliner Burschenschaft zu missbrauchen, kräftig dagegen verstossen. Die Praxis in der Resterampe ist seit Jahren eine andere, als in diesem RA-Gutachten beschrieben und der BT hat das gebilligt.

    Um die Frage aber zu beantworten: Nein das geht nicht alleine schon nicht, weil es ein Verstoß gegen das Lebensbundprinzip ist. Entweder alle oder keiner. Deswegen braucht man auch Bundesconvente und deswegen ist es sinnvoll, alle essentielle Entscheidungsgewalt den Bundesconventen zu geben.

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    • @Man w/o Shadow
      Lebensbundprinzip gilt meines Wissens immer nur innerhalb eines Bundes, also dem Verhältnis zwischen Aktivitas und deren Alten Herren. Wer sich da wem zugehörig fühlt, ist in diesem Zusammenhang völlig zweitrangig, solange als Basis das Grundgesetz und die Bundesstatuten gewahrt bleiben. Und ich würde mich über Bundesstatuten wundern, welche die Belange der Aktivitas über die der Altherrenschaft stellen. Eher ist es doch so, dass schlussendlich die Aktivitas sich einem Votum der Altherrenschaft grundsätzlich unterzuordnen hat.

      Letztlich ist das (finanziell) tragende Element eines Bundes die Altherrenschaft, und das ist wohl auch der eigentliche Hintergrund für DB 20/80. EInfacher gesagt, Aktivitas ohne finanzielle Mittel in der DB fällt aus, wegen „ist nicht“. Anderes formuliert, die DB will keinen Bund, der nicht auch die DB und ihren Wasserkopf bezahlen kann.

      Abgesehen davon, was der BT billigt oder nicht, ist auch nicht von Belang. Jede DB-Verbindung ist – nach meiner Kenntnis – souverän in ihrem Handeln, ob das dem BT passt oder nicht.

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      • @Avatar
        „Das Lebensbundprinzip gilt meines Wissens immer nur innerhalb eines Bundes, also dem Verhältnis zwischen Aktivitas und deren Alten Herren.“

        Das sehen Sie historisch richtig, nur wird das durch die Regularien der Resterampe, die AHV und Aktivitas als zwei unterschiedliche Vereine definiert, unterlaufen.

        „Eher ist es doch so, dass schlussendlich die Aktivitas sich einem Votum der Altherrenschaft grundsätzlich unterzuordnen hat.“ …
        „Einfacher gesagt, Aktivitas ohne finanzielle Mittel in der DB fällt aus, wegen “ist nicht”. “

        Das ist wie wir alle am Berliner Beispiel (s.u.) gesehen haben nicht so. Wenn Sie den galeakten Austrittbrief der Berliner Arminen lesen, gehen ihnen die Augen über:

        https://linksunten.indymedia.org/de/node/52116

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  3. @Man w/o Shadow
    Vielen Dank für den Link! In der Tat, bemerkenswert!

    In diesem Zusammenhang schließe ich mich Dietrich Bonhoeffer an der geschrieben hat: „Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken.“

    Alles in allem stimmt mich der stetig andauernde Prozess der „Aufklärung 2.0“ dennoch zuversichtlich, oder mit den Worten Darwins ausgedrückt: „Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand.“

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