Verstrickung mit Nationalsozialismus will DB-Burschenschafter untersuchen lassen

blitzeüberbraunbuxenkleinManche Burschenschaften nutzen gerne die historisch widerlegte Argumentationskette, sie könnten politisch nicht ganz rechts sein, da sie im Dritten Reich inhaltlich opponiert und deswegen von Hitler verboten worden wären. Ausgerechnet ein DB-Burschenschafter kritisiert erneut die übliche Argumentationskette von Burschenschaften und geht noch weiter, indem er eine Untersuchungskommission fordert, die Verstrickungen von „deutschen Burschenschaften mit dem Nationalsozalismus“ untersuchen soll.

Klaus Feldmann von der Münchener Burschenschaft Stauffia schreibt in einem 39-seitigen Papier mit dem Titel „Burschenschaft im 21. Jahrhundert“ auch über Burschenschaften und ihre Haltung zum Dritten Reich. Die deutschen Burschenschaften seien nicht wegen inhaltlicher Differenzen, sondern wegen reiner Machtfragen mit dem Dritten Reich in Konflikt gekommen. Sie hätten ihre Identität und Tradition als studentische Korporation wahren wollen und sich der Gleichschaltung und Integration in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund widersetzt. Inhaltlich sei das „nationalsozialistische Wollen und Tun“ vielen Burschenschaftern als Erfüllung ihrer großdeutschen Träume auf Basis von völkischem Denken erschienen.
Auch der Verband verstecke sich nach Ansicht von Feldmann hinter der Feststellung, dass Burschenschaften 1935 aufgelöst, zum Teil verboten und nach Wirrungen als Kameradschaften in die NS-Studenten-Organisation an den Unis integriert wurden. Feldmann schreibt, dass der damalige Verband DB nicht aufgelöst wurde, weil das Nazi-Regime in ihm einen Hort des Widerstandes gegen seine Ideologie vermutete. Der Verband und Bünde gerieten in Opposition zum NSDStB, da sie gleichgeschaltet und aufgelöst werden sollten.
Feldmann weist aber auch darauf hin, dass sich einige Burschenschafter, vor allem Alte Herren, sich der NS-Ideologie entgegenstellten und auch selbst im Widerstand aktiv waren.

Klaus Feldmann geht zusätzlich zur Kritik an der historischen Interpretation des Dritten Reiches durch Burschenschaften aber noch weiter. Er fordert das Einsetzen einer Historikerkommission, die die Verstrickungen von „deutschen Burschenschaften mit dem Nationalsozialismus“ untersucht. Feldmann erwähnt die Untersuchung allerdings schon als Aufgabe für einen anderen neuen Verband. Diesen tauft er Allgemeine Deutsche Burschenschaft in Europa, ADBE, und skizziert dessen wünschenswerte Grundzüge ebenfalls in seinem Papier.

Link: „Burschenschaft im 21. Jahrhundert“ von Klaus Feldmann, veröffentlicht von seiner Münchener Burschenschaft Stauffia

Feldmann hatte zuvor bereits ein Papier öffentlich gemacht, indem er über neue Flügelkämpfe im alten Verband berichtet. Der eine Flügel wolle den Verband sehr konservativ positionieren als eine nach außen wirkende Organisation, der andere „Feldmann“-Flügel wolle den Verband parteipolitisch-neutral positionieren als eine Einheit, die vor allem nach innen auf seine Mitglieder prägend wirke.

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3 Antworten zu “Verstrickung mit Nationalsozialismus will DB-Burschenschafter untersuchen lassen

  1. Ich weiß, Grammatik-Geknatter ist buxig, aber neben Ihrer Orthographie ist das wirklich ein Ärgernis, vor allem in den Überschriften.

    Ich bin sicher, daß auch zu Ihrer Grundschulzeit bereits die Regel Subjekt-Verb-Objekt gelehrt wurde, die trotz aller Reformen und Beliebigkeit noch immer gültig ist. Das Objekt voranzustellen ist eine Unart, der man sich vorrangig in der englischsprachigen Presse befleißigt – die aber juckt nicht, was Sie sich hier zusammengooglen.

    Also warum nicht einfach eine klare Sprache pflegen, anstatt sich vergeblich einen anspruchsvollen Anstrich geben zu wollen?

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    • @Vexillifer: Erstmals fordert ein DB-Buxe (!) eine Untersuchung von Buxen im Dritten Reich und Sie „geilen“ sich nur an der Grammatik einer Überschrift auf, die Ihnen nicht klar genug ist? Was sagen Sie denn zum Inhalt von Klaus Feldmann? Oder ist Ihnen das nicht interessant genug?

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    • @Vexilifer

      Hätten Sie sich während Ihrer mutmaßlichen Studienzeit einmal die Mühe gemacht, eine Sprache zu studieren, dann wüssten Sie eines: Eine Grammatik, die eine lebende Sprache abbilden soll, ist an dem Tag ihrer Publikation überholt. – Denn die Sprache hat sich bereits wieder weiterentwickelt.
      Grammatikregeln jeder Art sind das hilflose Konstrukt von Hilfswissenschaftlern dem dreidimensionalen System der Sprache, zweidimensionale Regeln basierend auf der Logik „Richtig – Falsch“ zu verpassen. Dummerweise funktioniert Sprache nun einmal nicht auf diese Art.
      In diesem Sinne täten Sie gut, wenn Sie sich hier zur Sache äussern würden. Es sei denn, Sie wollen als inkompetenter Querulant wahrgenommen werden.

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