Deutsche Burschenschaft im neuen Verfassungsschutzbericht Hamburgs 2013: Ausführlich über Entwicklung und Mitglieder

kitchenDer am 14. April vorgestellte Hamburger Verfassungsschutzbericht 2013 widmet sich auf fast einer ganzen Seite den Entwicklungen in der Deutschen Burschenschaft, der Burschenschaftlichen Gemeinschaft und erwähnt die Hamburger Burschenschaft Germania. Die pennale Burschenschaft Chattia Friedberg zu Hamburg erhält wieder ein eigenes Kapitel.

Im Kapitel 9 über „Sonstige rechtsextremistische Organisationen und Bestrebungen “ heißt es, dass der Hamburger Verfassungsschutz aufmerksam „rechtsextremistische Bestrebungen“ bei einigen Burschenschaften beobachte. Die Entwicklungen innerhalb der Dt. Burschenschaft seien von einem politischen Richtungskampf zwischen „liberal-konservativen“ und „rechtsgerichteten Burschenschaften“ geprägt. Und Bünde der Burschenschaftlichen Gemeinschaft würden teils „nationalistisch-revisionistische“ Positionen vertreten und am volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff festhalten. Nach einer vorübergehenden Stabilisierung nach Gründung der „Initiative Burschenschaftliche Zukunft IBZ“ hätten bis Ende 2013 knapp 40 Burschenschaften den Dachverband verlassen.

Erwähnt ist im Bericht auch die Hamburger Burschenschaft Germania. Sie habe Räumlichkeiten für den von der pennalen Burschenschaft Chattia ausgerichteten APR-Pennälertag zur Verfügung gestellt.

Im gleichen Kapital 9 beschreibt der Hamburger Verfassungsschutz auch wieder die pennale Burschenschaft Chattia Friedberg zu Hamburg, bei denen Personen mitwirken würden, die Beziehungen in die rechtsextremistische Szene unterhielten, für die NPD aktiv seien oder waren und die deutliche Sympathien für den Nationalsozialismus zu erkennen geben würden.

Auszug aus Hamburger Verfassungsschutzbericht 2013, Seite 175:

„9. Sonstige rechtsextremistische Organisationen und Bestrebungen

Neben rechtsextremistischen Parteien, neonazistischen Kameradschaften und Aktionsgruppen sowie der subkulturell geprägten Szene gibt es weitere rechtsextremistische Vereinigungen, Einrichtungen und Initiativen, die sich in ihrer politisch-ideologischen Ausrichtung, mit ihren Agitationsthemen und auch hinsichtlich ihrer Größe und ihres Aktionsradius unterscheiden. Einige von ihnen sind seit Jahren Bestandteil der rechtsextremistischen Hamburger Szene oder verfügen hier über Anhänger. 2013 wurden diesen Organisationen 2.500 Personen zugeordnet.
Zu den Themen, die von Rechtsextremisten wie Rechtspopulisten gleichermaßen aufgegriffen werden, gehört die angebliche „Islamisierung“ Deutschlands. Die Grenze zwischen verfassungsfeindlicher Agitation und zulässiger Kritik am Islam ist dabei häufig fließend.
Ebenso aufmerksam beobachtet das LfV Hamburg rechtsextremistische Tendenzen bei einigen Burschenschaften. Die Entwicklung innerhalb des Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“ (DB) ist seit mehreren Jahren von einem politischen Richtungskampf zwischen liberal-konservativen und rechtsgerichteten Burschenschaften geprägt. Die in der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ (BG) organisierten Bünde vertreten teils nationalistisch-revisionistische Positionen und halten am volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff fest (VSB 2011, S. 181; VSB 2012, S 173f.).
Ende 2012 gelang es der DB vorübergehend, die Dachorganisation zu stabilisieren. Dies wurde möglich, da anlässlich eines außerordentlichen Burschentages als Kompromiss anstelle der geforderten Auflösung der BG die „Initiative Burschenschaftliche Zukunft – IBZ“ gegründet wurde. Die IBZ gilt als liberal-konservativer Gegenpol zur BG. Einigen Verbindungen ging dieser Kompromiss jedoch nicht weit genug, da sie den Einfluss des von der BG repräsentierten national-konservativen Flügels innerhalb der DB nicht verringert sahen. In der Folge verließen bis Ende 2013 knapp 40 Burschenschaften den Dachverband.“

Seite 177:
… „Die PB! Chattia richtete 2013 für den APR auch den alljährlichen Pennälertag aus. Hierzu stellte die Hamburger Burschenschaft Germania ihre Räumlichkeiten in der Sierichstraße zur Verfügung. Nach Angaben der Schülerverbindung waren zu diesem überregionalen Ereignis über 40 Teilnehmer aus neun Mitgliedsbünden des APR nach Hamburg gekommen“.

Link zum Hamburger Verfassungsschutzbericht 2013

Im ersten Verfassungsschutzbericht des Jahres – aus Bayern – wurde die DB-Burschenschaft Danubia München (Aktivitas) als rechtsextremistische Organisation eingestuft.

 

Advertisements

Gerne können Sie sich mit einem Kommentar in die Diskussion einbringen. Motto: Farbe tragen heißt Farbe bekennen, heißt Namen nennen. So wie wir. Sonst no comment. Und aus gegebenem Anlass: Bitte bleiben Sie sachlich beim Kommentieren. Für den Inhalt der Kommentare sind die Kommentarschreiber verantwortlich. Und geben Sie sich einen eindeutigen Nickname, denn lauter "Anonyms" können nicht besonders gut miteinander diskutieren. Danke für Ihren Beitrag.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s