Diskussion: Wäre der alte Verband zu retten gewesen? Was bringt ein neuer Verband?

marke-burschenschaftAuf Anregung unserer Leser widmen wir uns zum Wochenende der Diskussion, ob und wie der alte Dachverband zu retten gewesen wäre und wie die Chancen eines neuen Verbandes gesehen werden. Zwei Burschenschafter haben hier im Blog als Kommentatoren Otto Framm und Erwin Alemin ihre interessanten Meinungen zu dieser Diskussion dargelegt, die wir hier kurz als Anregung wiedergeben möchten. Beide gehören Bünden an, die ehemals Mitglied im alten Dachverband waren, wie sie deutlich gemacht haben.
Gerne können Sie als Leser unten ihre Kommentare zu diesen Themen einbringen. (Natürlich weisen wir darauf hin, dass die Meinungen der Kommentatoren deren Meinungen sind)

Der Weg nach rechts war vorgezeichnet
OF meint, die Umwertung burschenschaftlicher Ideale geschehe nicht erst seit 5 Jahren. Seit den 60er Jahren habe es den Ruck nach rechts gegeben, was er z.B. am Applaus für Südtirolaktivisten festmache. Als Wendepunkt sieht er den „fatalen Kompromiss“, die Aufnahme österreichischer Burschenschaften. Seitdem wären auf Burschentagen „pausenlos faule Kompromisse“ geschlossen worden. OF sieht auch weitere Probleme: der Wahlspruchbestandteil „Vaterland“ könne Missstände erzeugt haben. Problematisch sei das Stimmprinzip, dass eine Burschenschaft eine Stimme habe: dadurch würden kleine Bünde große Bünde überstimmen können.
Auch EA sieht eine „lange, unheilvolle Entwicklung“. Beispielsweise habe sein Bund ständig Probleme mit dem Rechtsausschuss gehabt. Nach der Wiedervereinigung sei der alte Dachverband als „politische Instanz, Mahner und Bewahrer des Einheitsgedankens obsolet“ geworden. Problematisch wären bundübergreifende Altherren-Stammtische gewesen. Dort hätte man die Meinung gehabt, dass „Aktive und Kritiker“ vielleicht „etwas sehr empfindlich“ gewesen wären – es sei im Verband „doch gar nicht so schlimm“.

Kaum Veränderungschancen im alten Verband
OF stellt sich die kritische Frage, ob „wir alten Säcke“ alle geschlafen hätten oder ob das doch irgendwie toleriert wurde. Den Blog BPA hätte man auch schon 1971 schreiben können. Jedoch wäre die „Bundeszukunft eines Blogschreibers wie BPA 1971 sehr überschaubar“ gewesen. Es habe aber immer schon kritische Buxenstimmen gegeben. Jedoch hätte mehr Transparenz in den 90er Jahren den Zerfall des Verbandes nicht verhindert. Der alte Verband habe sich überlebt.

EA meint, dass Liberale zwar geschimpft hätten, aber  „aus (falsch verstandenem) Traditionsbewusstsein“ im Dachverband geblieben seien. Man habe an Verbesserung geglaubt, wenn man sich im Verband nur entsprechend engagieren würde. Jedoch habe man sich auch abgewandt und verstärkt interkorporativ engagiert. Die „Abstrusität der Diskussionen und Forderungen“ im alten Verband sei immer unerträglicher geworden, woraufhin eine fruchtbare Debatte im Austritt gemündet sei. EA nennt den Blog BPA „im allerbesten Sinne“ eine „politische Arbeit gegen braunen Ungeist und freche Umwertung burschenschaftlicher Ideale durch völkisch-nationalistische Rassisten im Akademiker-Mäntelchen“.

Eher Skepsis gegenüber neuem Verband
OF sieht Verbände als Dienstleister, die für ihre Arbeit honoriert würden. Er fragt, welche Dienstleistungen der 3. Buxenverband bieten könne. Seine Begeisterung für Verbandsneugründungen halte sich stark in Grenzen, da Burschenschaften, die sich heute „ach so liberal geben und laute Empörungsschreie über die üblen Rechtstenzenden des Verbandes ablassen“, in den 90ern ein liberales Reformprogramm für den alten Verband genauso wie die rechten Burschenschaften torpediert hätten. Er kenne diese liberalen „Pappenheimer“.

Auch EA sieht die Gründung eines neuen Dachverbandes kritisch. Er fragt, ob sich Burschenschaften nicht langsam ihre „gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit“ eingestehen sollten. Frische Ideen seien aus den Reihen der Burschenschaften seit Jahrzehnten nicht mehr an die Öffentlichkeit gelangt. Die Rollen als Vordenker und Wegbereiter würden schon lange andere Vereinigungen übernehmen.

Diese zusammengefassten Meinungen der beiden Burschenschafter machen deutlich, wie kritisch der alte Verband gesehen wird und welche Arbeit vor dem neuen Verband liegt.

Wie ist Ihre Meinung zu diesen Fragen des alten und neuen Verbandes? Dabei sollte nicht vergessen werden, dass es mit der NeuenDB seit 1996 bereits einen liberalen Dachverband als Alternative gibt. Wo kann sich der neue Verband zwischen rechtem und liberalen Dachverband noch positionieren?

Gerne können Sie Ihren Kommentar hier einstellen. Wir bedanken uns für Ihre sachlich vorgetragene Meinung.

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13 Antworten zu “Diskussion: Wäre der alte Verband zu retten gewesen? Was bringt ein neuer Verband?

  1. Ich finde es gut, dass wir hierüber eine Diskussion starten und greife gerne als erster das Thema auf.
    über das, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten in der Deutschen Burschenschaft falsch gelaufen ist, brauche ich als Vertreter eines Bundes, der diesen Dachverband verlassen hat nicht weiter zu referieren.
    Ich teile aber die Sichtweise, dass bei einer Neugründung eines dritten Dachverbandes die Mitgliedsbünde wiederholt in die alten Denk- und Handlungsweisen der letzten Jahrzehnte verfallen. Wir unterhalten uns wieder über Satzungsfragen oder versinken in Diskussionen über administrative Sachstände. Falls das wieder passiert wird der Anfangsschwung, den viele verbandsfreie B!B! in die Neugründung hineinbringen bald verschwinden.
    Vor allem sollte die NDB in diesen Prozess unbedingt miteinbezogen werden. Aus einem Zusammengehen können nur beide Seiten profitieren. Die Einbeziehung der NDB-Akademie als Weiterbildungsstätte eines neuen Dachverbandes steigert die Attraktivität nach innen und aussen.
    Aus meiner Sicht ist es vorrangig, dass auf dem Weg in die Neugründung alle verbandsfreien und willigen B!B! in der Vorbereitung mitgenommen werden.
    Um die Strukturen in einem neuen Verband effizient und effektiv zu gestalten müssen, darf es nur einen schlanken Aufbau geben. Auf den wenigen Posten müssen auch fachkompetente Burschenschafter sitzen. In den Reihen finden sich doch auf jeden Fall Führungspersonal aus Firmen, Finanzexperten oder Pressefachpersonal.
    Und eins ist ganz besonders wichtig. Bei politischen Äusserungen ist ganz genau hinzuschauen. Auch nach dem vierten oder sechsten Bier ist eine Äusserung über Neuziehung von Grenzen o.ä. nicht akzeptabel. Von Anfang muss eindeutig eine klare Linie gezogen werden. Ein neuer Dachverband muss die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland als Vorgabe seines politischen Willens anerkennen und auch in den eigenen Reihen durchsetzen.
    Jeglicher politischer Extremismus darf nicht noch einmal den Fuss in einen burschenschaftlichen Dachverband stellen.

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  2. Ein neuer Verband ist meiner Meinung nach Unsinn.

    Ein Verband von Burschenschaften kann den einzelnen Burschenschaften eines nicht abnehmen: nämlich für sich selbst die Frage nach der Berechtigung ihres Daseins zu klären. Was ich von der anstehenden Neugründung wahrnehme ist im Prinzip ein Altmännertraum von einer DB ohne „die bösen Rechten“. Die Kernfrage wird aber weder in den eigenen Burschenschaften gestellt, noch gibt es bei den an einer Verbandsneugründung interessierten Burschenschaften die Absicht, sie in den Verband einzubringen.

    Nur Burschenschaften, die ihre eigene Daseinsfrage für sich geklärt haben, sind kooperationsfähig. Gibt es eine genügende Anzahl von Burschenschaften, die für sich jeweils zu ähnlichen Antworten gelangt sind, kann über einen Dachverband nachgedacht werden. Vorher nicht.

    Durch die Absicht, den Verband negativ-politisch („ohne die Rechten“) zu definieren,wird es im Ergebnis wieder ein politischer Verband. Die einzelnen Burschenschaften müssen sich nicht als politischer Bund verstehen. Da sind die selben Konflikte vorprogrammiert wie es sie in der DB gab.

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    • @KritischerBuxe und @BonnerBuxe et al.: ein Argument für den neuen Verband, das immer wieder zu hören ist, möchten wir doch auch in die Diskussion werfen: er sei notwendig, um in Öffentlichkeit und Medien ein starkes Gegengewicht gegen den alten Verband aufzubauen, ohne das Gegengewicht würde die Marke Burschenschaft öffentlich ausserhalb der Korporationsszene nur durch die Rechten definiert werden. Ein einzelner Bund oder Kartelle könnten das nicht leisten. Was halten Sie davon?

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    • Sie schreiben es.
      1) Dem Altmännertraum „von einer DB ohne “die bösen Rechten”“ ist ein noch viel gravierender 2. Altmännertraum zur Seite zu stellen: „von dem ewig währenden Bund“. Wenn jedoch beispielsweise eine Marburger Burschenschaft (in der Alt-DB) aus knapp über 100 AH´s und 2 (in Buchstaben „zwei“) Aktiven besteht, davon 1 Doppelbändermann, so hat der Realitätsverlust mittlerweile ungeahnte Ausmaße angenommen. Und von dieser Sorte Bünde gibt es etliche! Diese Bünde sind tot, existieren nur mehr auf dem Papier, als voll-stimmberechtigtes Mitglied auf BT´s und in…Träumen.
      2) Wenn eine Burschenschaft in ihrer Souveränität beschliesst ausländische Studierende aufzunehmen (so wie wir das unternehmen), muss zwangsweise der Wahlspruchbegriff „Vaterland“ neu definiert werden. Auch eine festgeschriebene Bindung an das deutsche GG ist dann hinfällig (ein e.V. ist sowieso an das deutsche Recht gebunden).
      3) „Politisches Prinzip“: soll der neue Verband wie die weiland DB etwa wieder Stellungsnahmen zu politischen Tagesfragen von sich geben, pro/contra Euro, Krim/Ukraine, Türkei in EU, uvam? Das mit jenen ominösen Mehrheitsfindungen? Ist ein burschenschaftlicher Verband ein Ersatz- oder neue politische Partei? Oder soll eine Burschenschaft versuchen, ihre Mitglieder zu politisch handelnden, verantwortlichen Bürgern zu erziehen? Wenn dem so ist, wird der Buxe schon die richtigen Entschlüsse hierzu treffen und braucht keine politischen Stellungsnahmen durch Verbandshyänen. Womit man bei Punkt
      4) angelangt ist: welche Leistungen kann/soll ein neuer Buxenverband seinen Mitgliedern denn bieten? Das Beispiel NDB reizt etwas zum Spotten: Arminia Stuttgart ist vor kurzem dort ausgetreten, über weitere Austrittskandidaten wird schon offen gesprochen. Befragt man diese Bünde über was „warum“, erfolgt eine identische Antwort: „die bietet nichts, kostet Geld, Zeit und Aufwand“. Tolle Empfehlung!
      5) Diese rasante „neue-Verbandsgründung“ weckt bei mir den Eindruck, dass es da so zugeht wie nach einer geschiedenen Ehe: der gewohnte Partner ist weg (Gott sei Dank), bin jetzt abends alleine, suche auf Teufel komm raus einen neuen Partner.
      Die Bünde sollten sich die Zeit nehmen zu sich selbst zu finden, ihre Ziele anzupassen oder neu zu definieren und das in praxi leben.
      Neue Verbände laufen nicht weg.

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  3. Ich gebe Kritischer Buxe in seinen Kernaussagen recht. Ein Konsens bei einer Verbandsgründung kann nicht das „gemeinsame gegen etwas sein“, vielmehr muss ein „für etwas“ die Basis eines gemeinsamen Handeln sein. Hierzu weise ich auch nochmal auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland hin. Das Einstehen für die freiheitlich demokratische Grundordnung und unseren Rechtsstaat kann als Grundstein für eine gemeinsame Zielrichtung genommen werden. Die Burschenschaft Marchia Bonn hatte dazu ein sehr gutes Positionspapier erarbeitet. Vielleicht liegt das auch dem Admin vor, so gut wie er informiert ist. das könnte doch als Download hier angeboten werden. Es ist zu empfehlen.

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      • @Bonner Buxe und BPA-Buxen: Großen Dank für diesen wertvollen Link auf die HP der B! Marchia Bonn. Das war seit langer Zeit mal wieder eine inspirierende Standortbestimmung für ein zeitgemäßes burschenschaftliches Selbstverständnis. Das haben die Märker sehr gut hinbekommen.

        Zu den Chancen eines neuen Dachverbands: Hier befürchte ich ebenfalls die Fortsetzung der DB-Streitigkeiten unter neuen Vorzeichen. Heute schmücken sich sogar frühere BG-Bünder mit dem Attribut „liberal“. Wobei dies ausdrücklich im Vergleich zur DB-Resterampe postuliert wird. Wes Geistes Kind diese „Neo-Liberalen“ tatsächlich sind, wird die Zukunft zeigen. Ich persönlich bin überaus skeptisch, ob da ein echter Gesinnungswandel vollzogen wurde.

        Ich glaube auch nicht. dass es gelingt, einen gemeinsamen „Wertekanon“ zu definieren, der über die kollektive Ablehnung einer extremistischen Alt-DB hinaus geht. Wie bereits oben erklärt, reicht eine Positionsbestimmung durch Ablehnung als dauerhafte Grundlage eines neuen Verbands sicher nicht aus. Meines Erachtens ist das auch das Grundproblem der NeuenDB. Es scheint nicht gelungen, ein eigenes Profil zu entwickeln, das über das Statement „Wir sind die Guten“ hinaus geht.

        Damit ist man auch kein Thema für die Medien. Das wird auch bei einem dritten Verband so sein. Ein Verhalten innerhalb der gesellschaftlichen Norm, ist eben gerade keine Nachricht wert. Es sei nur daran erinnert, dass Korporierte (Männer wie Frauen) ohnehin nur noch eine verschwindende Minderheit an den Hochschulen darstellen. Die FAZ (26.01.2013; Nr. 22, S. C2) geht von etwa 2% aller Studierenden aus.

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    • Das mit dem Grundgesetz ist ein guter Punkt. Wenn man aber auch zur Aufnahme von Studenten mit anderer Staatsangehörigkeit bereit ist als die der Bundesrepublik Deutschland, darf man diese nicht formell auf die hiesige Verfassung verpflichten. Das könnte in ihren Herkunftsländern problematisch sein. Richtig ist es, auf die Werte des Grundgesetzes zu verpflichten, wie sie z.B. in den Grundrechten zum Ausdruck kommen. Und die finden sich teilweise wörtlich in den Forderungen der Burschenschaft von 1817 wieder. Eine Geistesgeschichte, die im alten Verband auch bekannt ist. Und die eigentlich verpflichten müsste, problematische Clubs wie Dresdensia-Rugia zu entsorgen. So betrachtet ist der alte Verband an den eigenen Maßstäben gescheitert. Und das – nur das – gibt einem neuen Verband die Daseinsberechtigung. Aber jeder Bund, der da mitmachen will, muss für sich selbst erst die Rahmenbedingungen klären. Dabei bleibe ich. Die Marke Burschenschaft ist nicht geschützt. In Hessen nennt die Landjugend sich so („Kirmes-Burschenschaft“), und das hat mit den akademischen Burschenschaften nichts zu tun.

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      • „Wenn man aber auch zur Aufnahme von Studenten mit anderer Staatsangehörigkeit bereit ist als die der Bundesrepublik Deutschland, darf man diese nicht formell auf die hiesige Verfassung verpflichten. Das könnte in ihren Herkunftsländern problematisch sein.“
        Natürlich darf man. Wenn sie das nicht mittragen können, weil das in ihren Herkunftsländern problematisch wäre (wüsste auch nicht weshalb), dann sollen sie halt nicht eintreten. Es geht darum, ihnen die Tür zu öffnen, aber nicht dabei darum, deshalb GUTE Grundsätze aufzugeben.

        „Und die eigentlich verpflichten müsste, problematische Clubs wie Dresdensia-Rugia zu entsorgen.“
        Man kann davon ausgehen, dass die in Stuttgart gescheiterten Anträge der IBZ (Ausschlussanträge gegen Dresdensia-Rugia, Raczeks und Danubia waren nur ein kleiner Teil davon) idelle Grundlage für die Satzungsgestaltung des neuen Verbandes sein werden.

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  4. Im Augenblick scharen sich die meisten Burschenschaften unter den Mantel der IBZ. Ich finde es gut, dass viele Burschenschafter nicht in Leere fallen wollen. Aber eine Bestimmung des Selbstverständnisses des eigenen Bundes ist unabdingbar.
    Hier in Bonn finden sich die AHV-Vorsitzenden der Alemannen, Franken, Germanen, Märker und Norddeutschen und Niedersachen zu gemeinsamen Gesprächen zusammen. das verfolge ich mit grossem Wohlwollen.

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  5. @ BPA-Buxen,

    dieses Thema wird hier keine Diskussion entfachen. Das X hoch n´te Palaver über „was ist des Deutschen Vaterland“ oder „wie soll ein neuer Buxenverband aussehen“ ist doch nur ein Ablenkungsmanöver mit „Problemen“ randständiger Priorität.
    Die Hauptprobleme vieler Buxenbünde lauten völlig anders:
    – wie bekommen wir Semester für Semester geeigneten Nachwuchs?
    – wie finanzieren wir unser Haus samt Betrieb, wenn der Altersbauch der AH-schaft auf der „2 Meterssohle“ liegt, und der AH-Nachwuchs nicht da ist mangels Masse?
    Auch der lesenswerte Aufsatz des Münchner Stauffen Feldmann umgeht diese Fragen. Seinen theoretischen Betrachtungen könnte man entgegenhalten: Lebensbund und politischer Auftrag/Mandat schließen sich aus. Oder möchte ein Lebensbundbuxe gerne für diesen den Parteispott hören: „wer solche Parteifreunde (Bundesbrüder) hat, braucht keine Feinde mehr“?
    Nach 200 Jahren Burschenschaft hat sich das politische Verbandsprinzip überlebt. In einem demokratischen Rechtsstaat gibt es für jeden Bürger, jegliche politische Auffassung genügend politische Institutionen/Parteien, in denen er sich tummeln kann. Dazu bedarf es wahrlich nicht eines Lebensbundes. Der hat andere Ziele/Aufgaben.

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    • @Otto Framm:
      „…
      Die Hauptprobleme vieler Buxenbünde lauten völlig anders:
      – wie bekommen wir Semester für Semester geeigneten Nachwuchs?
      – wie finanzieren wir unser Haus samt Betrieb, wenn der Altersbauch der AH-schaft auf der “2 Meterssohle” liegt, und der AH-Nachwuchs nicht da ist mangels Masse?
      …“

      Das ist korrekt und umschreibt treffend was die Hauptaufgabe jeder Burschenschaft ist, das personelle und damit das finanzielle Überleben des eigenen Bundes.
      Und jeder Dachverband wird in Zukunft wieder Mitglieder verlieren wenn er nicht etwas für seine Mitgliedsbünde anbietet. Für eine schlechte PR und miserable Aussendarstellung muss ich, oder vielmehr mein Bund nicht in einem Dachverband sein.
      Es können aber keine 20-jährigen Jungsemester aufgrund fehlender Lebenserfahrung Verantwortung in Spitzenpositionen übernehmen. Die 30- bis 40-jährigen stehen gerade in Familienplanung und beruflichem Karrieresprung. Pensionäre hätten Zeit, sie reden aber nach meinen Erfahrungen meisten darüber was früher besser war und haben selten noch den Bezug zu den aktuellen Bedürfnissen junger Menschen und den Bezug zu den modernen Medien. Vielmehr ist der Bedarf zur personellen Führung eines Dachverbandes eng einzugrenzen. Ein aufgebauschter Führungs- und Verwaltungsapparat kostet Zeit und meistens auch Geld und ist selten schnell handlungsfähig. Die personelle Besetzung von Positionen sollte sich nach Fähigkeiten und Berufserfahrung der Interessen richten. Vor allem müssen Langzeitstudenten, respektive Berufsburschenschafter aussen vor gelassen werden.
      Das reicht erstmal.

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      • Kaum Widerspruch.
        Nur, wie vielen Bünden, gleich ob in der DB oder außerhalb steht denn das Wasser bis an die Gurgel? Es sind befürchtungsweise mehr als wir denken. Und die haben in dieser Situation Zeit/Mittel/Energie, sich um einen „Neuen Verbandskrempel“ zu kümmern?
        Mein Bund, „Flegel auf Reisen“ oder „Rinderwahn“ (ganz nach Belieben) hat diese Probleme nach dem Austritt aus der DB 1996 mit gesamter Energie angepackt und recht erfolgreich gelöst. 230 vollzahlende Alte Herren, 30 Aktive vor Ort (bei 2 Pflichtmensuren). Füchse fallen übrigens auch im Oberharz nicht vom Himmel. Zeit für Verbandsgequase hatten wir nicht (obwohl man uns förmlich angefleht hat). Wir könnten jetzt so ein richtig schickes Beratungsunternehmen aufmachen (Buxensanierung), wenn man die Zahl der Hilferufe nimmt. Leider müssen wir immer antworten, dass diese Probleme von Hochschulort zu Hochschulort und Bund zu Bund sehr unterschiedliche Ursachen haben können.
        Das wären beispielsweise Dienstleistungen, die ein Buxenverband seinen Mitgliedsbünden bieten könnte (die Curry- oder Katholenverbände betreiben das schon seit längerem), anstatt Fragebögen über Themen der „burschenschaftlichen Abende“ auszuwerten und Vorschriften zu erlassen, inquisitorisch nach Staatsbürgerschaften von Bundesbrüdern zu fragen (um von uns einen Tritt in den A…..zu bekommen), oder Geld für Kommerse in einem Königsberger Kellerloch auszugeben, und das als „Arbeit für das Deutschtum“ zu deklarieren). Von dem unerträglichen Politgequatsche der Ösis + hiesigen Genossen ist schon genug geschrieben worden.
        Fazit: aus meiner Sicht sind die Zeiten aufgeblähter Korporationsverbände und dann noch mit politischem Auftrag endgültig vorbei. Buxenbünde, die das nicht realisieren (wollen), bekommen gerade ihre Quittung oder werden sie in 10 – 15 Jahren auf den Tisch gelegt bekommen. Unser Problem ist es nicht mehr.

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