1000. Blogartikel – Neuer Burschenschafterverband: 2. Gründungstagung in Stuttgart am Wochenende

marke-burschenschaft2015 soll ein neuer Dachverband für Burschenschaften aus der Taufe gehoben werden. Zur Vorbereitung treffen sich Burschenschafter für die zweite „Verbandsgründungstagung“ vom 4. bis 6. April in Stuttgart. Der online veröffentlichten Einladung nach stehen auf dem Programm neben Gründungs-Gesprächen u.a. ein Vortrag des Politologen Prof. Tilman Mayer von der Uni Bonn sowie eine Diskussion über Europa. Die Veranstaltung werde vom Stuttgarter Deputierten-Convent, der Initiative Burschenschaftliche Zukunft (IBZ) und dem Jenenser Burschenschafter-Convent organisiert und durchgeführt, informiert die Webseite zur Tagung.
Die Gründung eines neuen Verbandes hatten diese Burschenschaften bei der ersten Tagung im März 2013 in Bonn angekündigt. 41 Burschenschaften waren dazu in Bonn.
Weitere Informationen zur Tagung inkl. Einladungskarte unter wir-sind-burschenschaft.de

Der alte Dachverband Deutsche Burschenschaft wird vermutlich mit  Neugier und Sorge nach Stuttgart schauen. Treffen sich dort doch viele seiner ehemaligen Mitglieder. Seit 2012 wird er von einer Austrittswelle erfasst, die auch 2014 weiterging. Und selbst lange Jahre wohlgesonnene bürgerlich-konservative Medien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung attestieren ihm wenig Schmeichelhaftes: „Als repräsentativ für den Verbindungstypus Burschenschaft beziehungsweise das burschenschaftliche Milieu wird man die DB heute kaum noch bezeichnen können.“

Der neue Verband kann bereits vor der Gründung mit seiner Webseite Wir-sind-Burschenschaft ein Ausrufezeichen in Sachen Transparenz im Vergleich zum alten Verband setzen.

 

IN EIGENER SACHE: Dieser Artikel ist der 1000. Beitrag im Blog Burschenschafterpacktaus seit Start im Juli 2012. Danke an unsere vielen Stammleser wie Burschenschafter, Journalisten, Politiker, Kommentatoren und am Thema Burschenschaft Interessierte. Und ein besonderes Dankeschön an unsere zahlreichen Unterstützer, ohne die diese 1000 Artikel nicht möglich gewesen wären. Auf die nächsten 1000!

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9 Antworten zu “1000. Blogartikel – Neuer Burschenschafterverband: 2. Gründungstagung in Stuttgart am Wochenende

  1. 1.000 Beiträge sind ein guter Anfang! Vielen Dank für Ihr anhaltendes Engagement und Ihre im allerbesten Sinne politische Arbeit gegen braunen Ungeist und freche Umwertung burschenschaftlicher Ideale durch völkisch-nationalistische Rassisten im Akademiker-Mäntelchen.

    Was Gründung und Zukunft eines neuen Dachverbandes betrifft, bleibt beim kritischen Betrachter eine große Skepsis: Sollten die Burschenschaften sich nicht langsam ihre gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit eingestehen? Es sei jedem Bund eine erfolgreiche Zukunft als Verwalter eigener Tradition gegönnt. Frische Ideen sind aus den Reihen der Burschenschaften jedoch schon seit Jahrzehnten nicht mehr an die Öffentlichkeit gelangt. Weder m Rahmen der europäischen Integration noch zu relevanten gesellschaftlichen Themen. Die Rolle der Vordenker und Wegbereiter nehmen schon lange andere Vereinigungen und Organisationen ein.

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    • @Erwin Alemin, vielen Dank für Ihr Lob. Nach 1000 Artikeln geht es dem braunen Buxensumpf nicht mehr so richtig gut. Was man mit ein wenig Transparenz und Aufklärung doch so alles erreichen kann.

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    • @ Erwin Alemin, Sie haben ja völlig Recht. Nur, die Umwertung, der Missbrauch burschenschaftlicher Ideale geschieht doch nicht erst seit 5 Jahren. Befürchtungsweise hat dies eine sehr lange „Tradition“. Ich weiss nicht, welchem Buxenjahrgang Sie zugehören, ich bin es seit WS58/59 und wurde in einer (für die damaligen Verhältnisse) sehr liberalen Oberharzer Burschenschaft aktiv. Den 1. Burschentag erlebten wir jungen Aktiven 1960. Was da so alles geboten wurde. Wir konnten nicht entscheiden, ob die Tränen in unseren Augen durch Weinen oder Lachen hervorgerufen wurden. Gut, damals herrschte noch die deutsche Teilung und das Schicksal der verlorenen Ostgebiete stand noch hoch in den öffentlichen Diskussionen, rechtfertigte folglich auch scharfe Aussprachen auf dem BT. Nicht jedoch die Verharmlosung des 3. Reichs, so schlimm war Hitler auch wiederum nicht, auch Onan war ein Jude, incl. den von vielen Buxen hoch-applaudierte Südtirolterrorismus. Genau das oder Ähnliches setzte sich von BT zu BT lückenlos fort, immer eine Minderheit, aber eine beachtliche. Durch den „historischen Kompromiss“ wurde alles noch schlimmer, leider mit Zustimmung einer großen Mehrheit (auch mit unserer Stimme).
      Haben wir „alten Säcke“ alle geschlafen, alle Augen incl. Hühneraugen fest geschlossen? Oder wurde das doch irgendwie toleriert? Den Blog „BPA“ hätte man auch schon 1971 schreiben können.
      Hinsichtlich einer neuen Buxen-Verbandsgründung teile ich widerspruchslos Ihre Ansicht. Verbände sind Dienstleister, welche für ihre Arbeit honoriert werden. Punkt. Welche Dienstleistungen ausser dem Verbreiten eines Negativimages hat denn die DB den Mitgliedbünden geboten? Bietet die NDB mehr? Was kann denn ein 3. Buxenverband bieten?
      Mein Bund als einer der mitgliedstärksten, pflichtschlagenden Burschenschaften wird dieses Spielchen nicht mitspielen.

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      • @Otto Framm Da liegen uns natürlich zwei Fragen auf der Lippe. Was meinen Sie, warum noch niemand vorher als Insider über den Sumpf der Braunbuxen gebloggt hat? Und wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten ein: hätte sich die Entwicklung zur rechten Dominanz aufhalten lassen können, wenn früher, z.B. schon in den 90ern mehr Transparenz geherrscht hätte?

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      • @ Otto Framm, ich stimme Ihnen zu, dass nicht erst seit den letzten fünf Jahren der Wurm in der DB nagt. Sie haben völlig Recht, wenn Sie auf eine lange, unheilvolle Entwicklung verweisen. Ich selbst kann das Drama aus Sicht von bald dreissig Jahren beurteilen – seit ich in einer süddeutschen, sich selbst als liberal verstehenden, „Corps-Burschenschaft“ aktiv geworden bin. Wir hatten damals ständig Probleme mit dem „Rechtsausschuss“ der DB. Der Name war im doppelten Sinne Programm.

        Andererseits gab es innerhalb der DB noch viele Gleichgesinnte, denen das nationalistische und völkische Geschrei von BG-Buxen und „Ostmärkern“ mächtig gegen den Strich ging. Auch diese „Liberalen“ wurden regelmäßig durch den Rechtsausschuss mundtot gemacht. Man hat laut geschimpft, blieb aber aus (falsch verstandenem) Traditionsbewusstsein im Dachverband. Schließlich glaubte man in solchen Bündern häufig noch an Verbesserung, wenn man sich nur entsprechend in der DB engagiere. Das bittere Ergebnis ist bekannt.

        Die DB war für uns junge Aktive als Dachverband schon vor dreissig Jahren nur noch peinlich. Als Konsequenz hat man sich interkorporativ arrangiert und hielt nur Kontakt mit den „vernünftigen Bündern“. Problematisch waren die vielen freundschaftlichen Beziehungen Alter Herren innerhalb der VABen. Da wurde damals politisch vieles nicht ganz so heiß gegessen, wie es bei der offiziellen DB gekocht wurde. Der Schluss vieler in den VABen organisierter Alter Herren war dann, dass es doch gar nicht so schlimm sei. Aktive und DB-Kritiker wären vielleicht etwas sehr empfindlich. Pass, Hautfarbe und Wehrdienst eines Bundesbruders waren bei uns im Bund in den 1980er Jahren (und auch später) übrigens kein großes Thema, wohl aber in der DB.

        Die berühmt-berüchtigten Burschenschaftlichen Blätter wanderten seinerzeit bei den allermeisten Empfängern direkt in den Mülleimer. Eine Belästigung, mit der man keine Zeit verschwendet hat. Waren ja doch meist nur Themen für Randgruppen und extreme Mindermeinungen.

        Im eigenen Bund gab (und gibt) es keine Reichskriegsflaggen, Nazilieder auf Kneipen oder großdeutsche Fantasien. Auch nicht zu „fortgeschrittener Stunde in feucht-fröhlicher Runde“. Und Füxe mit entsprechenden Vorlieben wären umgehend abgegeben worden. Solche Jungs haben dann lieber gleich ein „konservativeres“ Umfeld aufgesucht.

        Nicht zuletzt die erfolgreiche Wiedervereinigung brachte für uns in Sachen Dachverband eine entscheidende Wende. Die DB war als politische Instanz, als Mahner und Bewahrer des Einheitsgedankens obsolet. Die Abstrusität der dort geführten Diskussionen und Forderungen wurde jetzt aus Sicht vieler Mitglieder von Jahr zu Jahr unerträglicher, so dass der Wunsch zum Austritt aus diesem Verein in einer fruchtbaren Debatte mit entsprechendem Ausgang mündete. Nach dem Austritt aus der DB in den 1990er Jahren hat übrigens kein einziges Mitglied deswegen den Bund verlassen.

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  2. Dieser Artikel zeigt mal wieder, wes Geistes Kind der Autor ist. Andere Verbindungen außerhalb der DB als die Guten darzustellen geht überhaupt nicht. Genauso elitärer, nationalistischer Kackscheiß wie die DB! Verbindungen kappen – jetzt und überall!

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    • Lieber @Anonym, wenn Sie als Braunbuxe sich hier schon „anonym“ als Möchtegern-Antifaler geben, dann sollten Sie sich das mit der verdeckten IP doch mal von Münchener Brüdern zeigen lassen, lieber Dr. Freddy. Wann lassen Sie eigentlich Kommentarschreiber David Goldberg wieder aufleben?

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  3. @BPA-Buxen: schwierige Fragen, weil jegliche Stellungsnahme die Gefahr einer Verallgemeinerung beinhaltet, die dringend vermieden werden sollte. Abgesehen davon bin ich weder Historiker, noch Soziologe, sondern Bergmann.
    1) Natürlich gab es zu jener Zeit kritische Buxenstimmen, auf BT´s, „Kartelltreffen“, hier und dort auch in den Medien. Nur, so einfach wie heute über das Internet war es früher nicht. Studentenverbände fungierten damals in den Medien unter „ferner liefen“. Sie waren uninteressant, lieferten wenig Material welches nicht irgendwie in den damaligen Zeitgeist hineingepasst hätte. Das änderte sich erst nach jenem fatalen Kompromiss, einem Kuhhandel nach einer Erpressung. Die Aufnahme der Ösi-Vereine etablierte endgültig eine ultra-rechte Sperrminorität, ohne die nichts mehr lief. Es wurden pausenlos auf BT´s faule Kompromisse geschlossen „willste das, krieg ich jenes“.
    2) Die Zusammensetzung der Altherrenschaften war nach WKII eine andere als heute. Kameradschafts AH´s, aktive Kriegsteilnehmer aus beiden Weltkriegen und „Weimar“ bildeten das Rückgrat des Lebensbundes. Die hatten meist eine andere Mentalität (nicht abwertend gemeint), andere Vorstellungen von burschenschaftlichen Zielen und Traditionen. Derartige Situationen ändern sich langsam durch die Biologie. Vermutlich wäre die Bundeszukunft eines Blogschreibers wie Sie 1971 sehr überschaubar gewesen (bei uns wahrscheinlich nicht).
    3) Neben den durch den Wahlspruchsbestandteil „Vaterland“ erzeugten Missstand hat die DB einen weiteren schweren Defekt: sie ist zutiefst undemokratisch: das Prinzip „one fraternity, one vote“. Normale Bünde mit einem soliden AH- und Aktivenbestand werden von Kleckerbünden (50 AH´s, 5 Aktive, die meisten mit einem Brustpanzer an Bändern bewehrt) majorisiert. Unser Geld wurde zwar gerne genommen, das wars dann aber auch.
    4) Nebensächlichkeiten: die Selbstausschlussklausel, die Diktatur des RA, uvam.
    5) Als Pessimist bin ich der Ansicht, dass mehr Transparenz in den 90ern den Zerfall dieses Verbandes nicht verhindert hätte. Er hat sich überlebt. Vielleicht wäre etwas mehr Zeit darüber vergeudet worden. So wird nun jeder Bund gezwungen, sein eigenes Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Mal sehen wer und wie die sich arrangieren.

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  4. @Erwin Alemin,
    dem ist wenig hinzuzufügen. Natürlich auch bei uns: falsch verstandene Solidarität aus traditionellen Erwägungen, gepaart mit der Hoffnung etwas verändern zu können wenn der Bund sich einbringt. Genau das haben wir getan, und 93 den DB-Vorsitz übernommen. Wir haben niemanden im Unklaren gelassen, dass es mit uns an eine Reform der DB an Haupt und Gliedern gehen wird. Das wurde vor der Vorsitzübernahme „sogar“ in den Bbl veröffentlicht (die machten bei uns einen Umweg vor der Mülltonne: Klolektüre).
    Bekanntlich sind wir kläglich gescheitert. Nicht nur, weil BG + Konsorten und als die „Metternichs vom Oberharz“ titulierten (damit hatten wir schon gerechnet), sondern dieses Reformprogramm wurde mit bestem Wissen und Gewissen von Burschenschaften torpediert, die sich heute als ach so liberal geben und laute Empörungsschreie über die üblen Rechtstendenzen des Verbands ablassen. Deswegen hält sich auch unsere Begeisterung für Verbandsneugründungen sehr stark in Grenzen.
    Wir kennen diese Pappenheimer.

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