Drei Bonner Burschenschafter in AfD- und JA-Ämtern

logo-burschenschafter-gegen-neonazisMehrere Medien schrieben im Oktober letzten Jahres, dass einige rechte Burschenschaften für die Partei Alternative für Deutschland (AfD) werben würden. Offenbar gehen die Verbindungen noch weiter. Das Blog NRW Rechtsaußen über „die extreme Rechte in NRW“ hat rechte Burschenschafter in Ämtern der AfD entdeckt und sieht die „AfD-Jugendorganisation “Junge Alternative” auf Rechtsaußenkurs“. So seien drei Burschenschafter der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn in AfD- und Junge Alternative (JA)-Ämtern in NRW und Rheinland-Pfalz: der stellvertretende Vorsitzende der JA NRW, der Landesschriftführer der AfD Rheinland-Pfalz und ein Vorstandsmitglied des AfD-Kreisverbandes Rhein-Sieg. Im November hatte AfD-Chef Bernd Lucke nach den Medienmeldungen über „Buxen werben für die AfD“ im Interview noch die Losungen ausgegeben „Das sind unwillkommene Trittbrettfahrer. … Manche Burschenschaften sind politisch problematisch, aber keineswegs alle …“

Aufhänger der Blog-Meldung von NRW Rechtsaußen ist der Vortrag des rechtslastigen britischen UKIP-Vorsitzenden Nigel Farage in Köln am 27.3. auf Einladung der Jungen Alternative NRW. Am 3. Februar hatte die AfD noch die Meldung „Die Meldungen der Presse über UKIP-Kontakte der AfD sind falsch“ auf ihrer Website veröffentlicht.

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15 Antworten zu “Drei Bonner Burschenschafter in AfD- und JA-Ämtern

  1. Es gibt auch sehr liberale Burschenschafter, die beim AfD sind.
    Sie tun niemandem einen Gefallen, wenn Sie auf dem Ticket fahren AfD = rechts= Burschenschaft

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    • @ Anonym Nur weil es auch Liberale in der Partei gibt, werden deshalb Rechte nicht weniger rechts. Diese Relativierung hat auch schon im Buxen-Verband nicht funktioniert. Vielleicht sollte die Partei ein Auge auf ihre Rechten haben und die Liberalen aufklärerisch über die rechten Buxen wirken. Damit mit der Partei nicht dasselbe passiert wie mit dem Verband – von rechts unterwandert.
      Man sollte doch lernfähig sein als liberaler Burschenschafter und sich von den Rechten abgrenzen. Und nicht wieder eine Wagenburg aufbauen, nur weil man gemeinsam in einer Partei ist.

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  2. @ man w/o shadow : Nein, es sind Mitglieder sehr angesehener Burschenschaften.SK bzw. NDB oder verbandsfrei.Deshalb auch mein Einwand. Ich selber erlebe in der Parteiarbeit keine solchen Typen.

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    • @Anonym

      In Ordnung, unter diesem Gesichtspunkt kann ich Ihren Einwand verstehen.
      Nur was gedenken Sie dann, gegen den stellv. Bundesvorsitzenden der JA zu tun? Denn diese Person ist aufgrund ihrer rassistischen Grundeinstellung und der Unterstützung von einer nach dem bayerischen Verfassungsschutzbericht als „rechtsextremistisch“ eingestufen Organisation (Aktivias eines Münchener Resterampen-Clubs) wohl kaum für eine demokratische Partei tragbar.

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    • @ Anonym Liberale und konservative Buxen haben im Verband schon über Jahrzehnte das Treiben von rechten Buxen nicht stoppen können. Der Fehler wird hoffentlich in der Partei nicht noch einmal gemacht.

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  3. Vielleicht sollte man bedenken, dass Aufnahmeverfahren bei politischen Parteien einerseits und Korporationen andrerseits doch sehr unterschiedlich sind (sein sollten). Bei Parteien reicht das Ausfüllen eines Mitgliederantrags, der dann meist kommentarlos durchgewunken wird mangels besserer Kontrollmöglichkeiten. Parteien sind doch froh darüber, wenn überhaupt da jemand Mitglied werden will.
    Bei Korporationen sieht das doch erheblich anders aus (so kenne ich das zumindest). Da werden die potentiellen Aufnahmekandidaten genauer geprüft, passen die rein, wie geben die sich, was bringen die mit (oder auch nicht), etcetc. Danach wird mit qualifizierter Mehrheit darüber auf dem Convent abgestimmt. Mag sein, dass der quälende Nachwuchsmangel die eine oder andere Korporation zu leichtfertigem Handeln verführt hat. Das wäre eine Begründung für den ultra-rechten Müll in den Ösivereinen und ihren bundesdeutschen Pendants. Vielleicht haben die das auch von Anbeginn an so gewollt, ich weiss es nicht.
    Bei Korporationen gibt es mehr oder weniger klare Richtlinien wie Bundesbrüder wieder abgegeben werden. Für Parteien gestaltet sich das wesentlich schwieriger. Ihre „Bandbreite“ ist größer, ihre Kontrollmöglichkeiten schwächer. Man denke nur an „Gefälligkeits/ScheckbuchdoktorInnen“, Liebhabern nackter Knabenphotos als „Kunstprodukt“, Karrierehyänen, und was sonst noch in diesen Richtungen kreucht und fleucht.
    Bei „Parteifreunden“ wird man zwangsweise toleranter, dickfelliger, schon weil man es kaum kontrollieren noch verhindern kann.

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  4. @ Man w/o shadow warten wir einmal ab, wie lange die JA dieJugendorganisation des AfD bleibt. Das wäre nicht die erste demokratische Organisation, die sich von ihrer Jugendorganisation trennt. Im Übrigen – das hat ja die SPD mitbekommen – ist es ziemlich schwer, einen Danuben in der Partei loszuwerden.
    @ Otto Framm Ich denke, nur so ist zu erklären, wie die B! der Raczeks kippen konnte. Die Wiener Bünde dürften es ähnlich handhaben

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    • @Anonym
      Jede Person, die das Urteil gegen die SPD kennt, weiss, dass in der Konsequenz eine Einzelfallentscheidung mit einer Einzelfallprüfung durchgeführt werden muss, wenn ein Mitglied aus einer politischen Partei ausgeschlossen werden soll.
      Allerdings reicht eine Mitgliedschaft in einer Organisation aus, zu der die Partei durch eine demokratische Entscheidung einen Unvereinbarbeitsbeschluss herbeigeführt hat. Dieser existierte damals bei der SPD, als das Verfahren eingeleitet wurde nicht.
      Es ist mir nicht bekannt, welche Unvereinbarkeitsbeschlüsse die AfD gegenüber anderen Organisationen hat. Allerdings wenn man das Verhalten der betreffenden Person hier:
      http://www.sueddeutsche.de/politik/wahlkampf-der-afd-jugend-zu-weit-rechts-1.1922788
      sieht, ist zu prüfen, ob der Tatbestand des parteischädigenden Verhaltens erfüllt ist. Denn in der veröffentlichten Stellungnahme der Person ist mindestens eine Lüge enthalten, die des Beweises zugänglich ist.

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    • Dieser Erklärung neige ich aus Gutwilligkeit auch zu.
      Jedoch, es ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass das „politische Prinzip“ der Burschenschaften, wie auch immer ausgelegt, der Fahrlässigkeit Tür und Tor öffnet. Das vor allem, wenn bei der Keilarbeit dieses „Prinzip“ überhaupt keine Rolle spielt, so nach ein paar Bierchen am Rande erwähnt wird, wenn überhaupt. Schlimmer: der Wahlspruchbegriff „Vaterland“, unendlich und krass gegensächlich auslegbar, öffnet der Fahrlässigkeit Scheunentore! Wer ist denn Bürger dieses Vaterlandes? Wie sehen denn dessen Grenzen aus? Das „Heilige Römische Reich deutscher Nation“? Deutschland in den Grenzen von 1914? Mit oder ohne Österreich? Gehört die Deutsch-Schweiz, Elsaß-Lothringen, Luxemburg dazu? Wir kennen doch alle dieses Affentheater.
      In meinem Bund sind 2 „stock-welfische“ Bundesbrüder aktiv. Deren Vorstellung hinsichtlich „Vaterland“ lauten: Auflösung des Landes Niedersachsen, Unterstellung des ehemaligen Kur-Hannovers (also bitte ohne die „Katho-Münsterländischen Teile“ Niedersachsens) und des Herzogtums Braunschweig unter die britische Krone, also Schaffung eines stammessächsischen „Großreichs“.
      Müssen wir die rausschmeissen? Wohl nicht.
      Der Begriff „Vaterland“ hat sich in seiner traditionellen, herkömmlichen Form völlig überlebt.

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  5. @man w/o shadow
    Von der BN war auch nicht viel mehr zu erwarten
    @ Otto Framm:
    Achtung Ironie! „Wo je ein deutscher Latschen stand, bleibt ewig deutscher Badestrand- Lybien bleibt deutsch!“ „Die Neger in Namibia die rufen allzugleich: Wir wollen deutsche Neger sein, wir wollen heim ins Reich“ (Berliner Volksmund im Kaiserreich),Ironie aus, der Begriff „Neger“ ist hier leider unvermeidbar.
    Das ist doch die Denke dieser Herrschaften, nur dass sie es nicht ironisch meinen.

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    • Die N.’s aus dem Lied wohnten in Ostafrika, nicht in Namibia.

      Die Frage nach dem „Vaterland“ ist nicht einfach und schnittartig zu beantworten. Hier mit Rumspekulieren über Grenzen anzufangen wird m.E. Deutschland vor seiner Geschichte seit der Nationwerdung im frühen Mittelalter nicht gerecht. Zum anderen ist es auch im Zeitalter des zusammenwachsenden Europas unangebracht, eine Kulturnation über Grenzen definieren zu wollen.

      Auf die Menschen und deren Selbstverständnis zu gucken, und zwar unabhängig von Grenzen, ist der richtige Weg. Insofern ist der Volkstumsbezogene Vaterlandsegriff, wie er ursprünglich in der Deutschen Burschenschaft entwickelt und gepflegt wurde, wesentlich zeitgemäßer als alles andere.

      Dass die Resterampevereine ihn selbt nicht mehr verstehen zeigt sich allerdings daran, dass er im letzten Jahr durch eine rassistische Komponente („Abstammung“) verändert wurde. Gerade deshalb finde ich es wichtig, dass Burschenschaften die sich der Resterampe nicht mehr zugehörig fühlen, diese Fragen immer wieder aufs neue behandeln und beantworten.

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      • Natürlich ist die Frage nach dem „Vaterland“ nicht holzschnittartig zu beantworten, war es übrigens noch nie. Deswegen sind Überlegungen, diesen Begriff als Wahlspruchsbestandteil ersatzlos zu streichen nicht von der Hand zu weisen. Er führt, wie bekannt, nur zu Spaltungen, Spannungen, nutzlosen Diskussionen, weil keine Einigung über die Definition erzielt werden kann.
        Wie wollen Sie denn „volkstumsbezogen“ oder „Kultur“ definieren? Abstammung? Sprache? Sonstige „Fantasie-Gemeinsamkeiten“?
        Hätte ich meinen sehr niedersächsisch/lutherischen Großeltern berichtet, dass die Österreicher „volkstumsbezogen“ zu unserem Vaterland gehören, hätten die mir lächelnd geantwortet: „das tun die Engländer, Niederländer, Skandinavier auch. Die stehen uns jedoch wesentlich näher.“
        Kulturnation? Wo liegt denn der kulturelle Unterschied, ob ich Shakespeare, Goethe oder Cervantes lese, Bach oder Couperin höre, Dürer, Michelangelo oder Monet ansehe? Betrachte ich hingegen die Wirtschaftskultur, Arbeitsethik, so möchte ich mit den GIPS-Ländern nicht in einen Topf geworfen werden.
        Sie sehen, der Begriff „Vaterland“ ist eine Schimäre, ein Produkt aus Wunschdenken und jeweiligen Interessen. 1817 ergab er, politisch betrachtet, noch Sinn, war verständlich. 2014 kann man damit nichts mehr anfangen, es sei denn, wir bleiben bei der politischen Definition: mein Vaterland ist die Bundesrepublik Deutschland. Punkt. Ende der Durchsage.

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