Fazit: rechte Burschenschafter erlebten ihr Waterloo in Innsbruck

buschenschafter packt ausWill man ein Fazit ziehen zum Wirbel um die Innsbrucker Burschenschafter-Tagung finden sich zwei Begriffe in den Kommentaren von Journalisten und Lesern immer wieder:
Blamage und „zur Wehr setzen„.
Blamage nennt es ein Standard-Leser, weil sich die Buxen im Gewerbegebiet statt in der Messe treffen mussten. Früher war die Messe ein Selbstverständlichkeit. Die Liste ließe sich fortsetzen.
Früher hielten Oberbürgermeister noch Festreden oder übernahmen die Schirmherrschaft. Heute sorgen Oberbürgermeisterinnen für den Rausschmiss.
Früher stand die Innsbrucker Stadtpolitik hinter den rechten Buxen. Heute sagen Stadtpolitik und Landesregierung gemeinsam nein.
Früher wie heute versuchten Buxen, auch Linke auf ihre erklärten Gegner, z.B. OB mit Band, zu hetzen. Doch heute funktioniert selbst diese versuchte Hetze nicht mehr.
Früher redeten Regierungspolitiker wie der Bundeskanzler bei rechten Buxen. Heute sagt selbst ein lokaler EU-Repräsentant wieder ab.
Früher berichteten einzelne österreichische Medien, wenn Buxen kommersten. Heute klären fast alle relevanten österreichischen sowie zahlreiche deutsche Leitmedien auf, wenn rechte Buxen über Rechtes tagen wollen.
Früher unterstützten zumindest zahlreiche rechte Medien reflexartig die Buxen nach solchen Events. Davon ist heute kaum noch etwas zu spüren.
Früher unterstützte wenigstens die österreichische Buxenpartei ihre Steigbügelhalter in solchen Notsituationen mit politisch relevanten Maßnahmen. Heute müssen 19 Zeilen des Chefs als Symbolpolitik ausreichen.
Früher war es relevant, was die Buxen auf ihren Treffen getrieben haben. Heute reicht es, dass sie sich treffen.
Früher stellten sich fast nur politisch links Orientierte gegen die rechten Buxen. Heute stellen sich den rechten Buxen auch Vertreter des liberalen und konservativeren Bürgertums wie Rosi Hirschegger entgegen, die Gestapo-Verhöre ertragen musste, oder eine bürgerliche IBK-Bürgermeisterin wie Christine Oppitz-Plörer oder ein bürgerlicher CSU-Innenminister Joachim Herrmann.
Früher leisteten rechte Buxen noch Widerstand, heute verkriechen sie sich mit „Wir sind die neuen … „-Gejammer in ihrer Wagenburg.
Auch die Innsbrucker Blamage hat also gezeigt, wie sich die Welt für rechte Buxen geändert hat.
„Zur Wehr setzen“ ist der zweite Begriff, der sich immer wieder findet. „Eine Stadt wehrt sich“ titelt Süddeutsche.de, „Innsbruck wehrt sich gegen Burschenschafter-Aufmarsch“ schreibt Spiegel.de, „Innsbruck wirft die Burschen raus“ berichtet Zeit.de.
Medien klärten auf, Politik entschied und die Zivilgesellschaft vergrößerte die Relevanz.
Innsbruck hat gezeigt, dass sich erstmals eine Einheit von Politik und Öffentlichkeit gegen die rechten Buxen erfolgreich wehrte.
Dieser Präzedenzfall wird nachhaltig wirken.

Fazit: Innsbruck wird als das Waterloo der rechten Buxen in die jüngere burschenschaftliche Geschichte eingehen.

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