„Dinghofer“-Preis von DBler für DB: Gründungsvater des antisemitischen Dt.-Nationalismus als Namenspatron

buschenschafter packt ausWenn eine Organisation nach vielen bad news auch mal good news gestalten möchte, dann greift sie gern zum Instrument einer Preisverleihung. Damit die PR-Rakete auch zünden kann, ist Glaubwürdigkeit das A & O – und eine PR-Strategie. Man braucht einen glaubwürdigen Preisverleiher (1), einen glaubwürdigen Empfänger (2) und Adressaten (3) und eine glaubwürdige Begründung (4) und eine glaubwürdigen Namen des Preises (5) und einen glaubwürdigen PR-Verkünder (6). Sonst könnte sich das Projekt ins Gegenteil drehen und weitere bad oder ridiculous news produzieren.

Ein Fall aus der Praxis: (1) Ein scheidender österr. Parlaments-Präsident, FPÖ, und Mitglied einer DB-Burschenschaft, die in den 60er Jahren in Österreich verboten war wegen nicht gerade demokratieförderlicher Aktivitäten, übergab im Oktober die Franz-Dinghofer-Medaille in Wien an … die Dt. Burschenschaft. Dinghofer als Namenspatron (5) gilt laut Kritikern als einer der „Gründungsväter des parteiförmigen, antisemitischen Deutsch-Nationalismus“, Empfänger (2) war ein Vertreter der Wiener Burschenschaft Teutonia als DB-Vorsitzende, bekannt für eine Veranstaltung des Hitler-Vorbilds im Bereich Antisemitismus, von Schönerer; Adressat war die Dt. Burschenschaft (3), der die Vorsitzende der NeuenDB, Arminia Marburg, „offenen Rechtsradikalismus“ vorwirft. Als ein Verkünder des Preises (6) auf einem rechten Portal fungiert ein Bielefelder DB-Burschenschafter.

Und als Krönung die Begründung (4) der Preisverleihung: „Leistungen im Bereich Demokratie“.

Wie ist es um die Glaubwürdigkeit der Positionen (1) bis (6) bei dieser Preisverleihung bestellt?

Einige Kommentare dazu hier im Blog BPA:

Roger: Ein Wiener Olympe dankt stellvertretend Teutonia Wien für burschenschaftliche Verdienste um die Demokratie???
Mit anderen Worten: Ein Vertreter eines Bundes, der wegen Unterstützung des Südtirol-Terrors verboten war, ehrt Vertreter eines Bundes, die erst im letzten Jahr eine Kneipe zu Ehren des antisemitischen Leitwolfes Georg von Schönerer feierten. Dazu passt , dass die Ehrenmedaillie nach dem Gründer einer zutiefst antiesemitischen Partei benannt wurde.
Glückwunsch aber auch, für solche Vorbilder dankt jede Demokratie! O Deutsche Burschenschaft, was für ein beispielloser Niedergang, dass solche Leute heute deine einst stolze Tradition besudeln dürfen.

Anonym: Sehr durchsichtiges Unterfangen. Ein Institut, dessen Führung aus FPÖ-Politikern besteht, die zufällig österreichische Burschenschafter sind, überreicht eine Auszeichnung an die DB-Vorsitzende, die zufällig eine Burschenschaft aus Wien ist…Vivat, crescat, floreat im eigenen Saft!

Erwin Alemin: Peinlich, peinlich, wenn man solche “Auszeichnungen” nötig hat und auch noch stolz darauf ist. Da zeigt sich dieser Burschen Ehre doch wieder von der schönsten Seite.

 

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