NRW-Innenminister warnt, dass Burschenschaften eine Zielgruppe des Rechtsextremismus sind

logo-burschenschafter-gegen-neonazisEine klare Kante zeigte NRW-Innenminister Ralf Jäger bereits beim Verbot von Kameradschaften in seinem Bundesland. Nun widmet er sich ganz rechten Burschenschaften. In der Antwort auf eine Kleine parlamentarische Anfrage der Piratenfraktion warnt Jäger davor, dass „Teilbereiche des Rechtsextremismus“ Burschenschaften als Zielgruppe sehen. Er nennt dabei explizit die NPD sowie die „Neue Rechte“. Das strategische Interesse beruhe darauf, dass Teilbereiche des Rechtsextremismus „Einfluss auf Diskurse“ nehmen und „eigene Positionen“ dort verankern wollten. Ziel sei die Meinungsführerschaft – die kulturelle Hegemonie. Daher hätten „Teile des Rechtsextremismus“ strategisches Interesse an Burschenschaften. Vereinzelt seien Burschenschafter Mitglieder rechtsextremistischer Organisationen. Es beständen auch Kontakte rechtsextremistischer Personen oder Organisationen zu einzelnen Burschenschaften. In den Häusern einzelner Burschenschaften in NRW hätten Vorträge von Rechtsextremisten stattgefunden.

Ausserdem betont NRW-Innenminister Ralf Jäger, dass in Bezug auf Verbote „fortlaufend sorgfältig“ geprüft werde, ob in NRW vereinsrechtlicher Handlungsbedarf und vereinsrechtliche Handlungsmöglichkeiten beständen.

Die Antwort der NRW-Regierung auf die Kleine Anfrage der Piratenfraktion „Studentische Verbindungen in NRW“ ist online verfügbar.

Endstation Rechts vergleicht die unterschiedlichen Einschätzungen von Jäger und der Bundesregierung: „Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums strecken die NPD und die „revisionistische Neue Rechte“ gezielt ihre Finger nach den Burschenschaften aus. Ziel sei, „die kulturelle Hegemonie“ zu erlangen, heißt es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Piraten. Damit widersprach Ressortchef Ralf Jäger indirekt der Darstellung der Bundesregierung, die dem Dachverband der Burschenschaften erst im Juni einen „Demokratiestempel“ erteilt hatte.“

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8 Antworten zu “NRW-Innenminister warnt, dass Burschenschaften eine Zielgruppe des Rechtsextremismus sind

  1. Die „neue Rechte“ ist ein sehr heterogener Haufen, der i.d.R. im konservativen Spektrum verortet ist. Die Abneigungen gegen totalitäre und radikale Politik ist in diesen Kreisen oft stärker als es mancher Braunbuxe wahr haben mag. Der Verfassungsschutz NRW wirf diese Kreise traditionell gerne mit NPD & Co. in einen Eimer, das sollte man aber nicht tun. Auch ist die „neue Rechte“ ein eher intellektuelles Phänomen. In den z.B. von einer Burschenschaft aus Bonn hofierten Kreisen um PRO NRW und Kameradschaften (Verbindungen zur NPD gibt es da auch) hält man davon wenig. „Die reden nur, tun aber nichts.“

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  2. Da bleibt es einem ja nur, sich vor allem bei den verbleibenden Verbandsburschenschaften in Bonn, Bielefeld und Düsseldorf sowie bei einer gewissen Pennalie, die sicher zweien der dreien aktive Mitglieder beisteuert, „herzlich“ für den hart erarbeiteten Ruf zu „bedanken“.

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    • Was mit Düsseldorf ist, weiß ich nicht. Pennalien müssen die DB und ihre Angehörigen nicht interessieren, weil sie mit denen nicht verbunden sind. Was zumindest Bonn angeht, sind die ziemlich ruhig geworden. Dass man nichts vernimmt liegt aber vielleicht auch daran, daß die aus Bonn in der Rest-DB sehr kritisch gesehen werden. Selbst wenn die sich neue Medienaktionen leisten sollten, wird denen aber vermutlich nichts passieren. Der Zug ist abgefahren, seit die Mehrheitsverhältnisse aufgrund des massenhaften Exodus gekippt sind.

      Es ist meiner Meinung nach auch nicht zulässig, von einzelnen Bräunlingen in einer Burschenschaft aus Bonn oder Bielefeld Rückschlüsse zu ziehen auf die Masse der Burschenschafter von wo anders, die mit Bräunlingen nichts am Hut haben. Selbst verwahre ich mich dagegen.

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      • @DB-Buxe
        Wenn eine gewisse ideologisch ausgerichtete Pennalie in Bonn, Köln und Düsseldorf eine nicht unbedeutende Anzahl an Aktiven Mitgliedern in DB-Bünden stellt, ist man guten beraten sich sehr wohl dafür zu interessieren. Die Bonner befinden sich derzeit in der totalen Isolation, nachdem sie faktisch alleine sind und die rekonstituierte Bonner Burschenschaft (ÖB), die aus den Nicht DB-Bünden besteht, demonstrativ nicht mit ihnen zu tun haben will.

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  3. @ Man w/o Shadow: ich weiß nicht, um welche Pennalie es sich handelt und von wie vielen Personen in diesem Zusammenhang Sie sprechen. Ersteres finde ich nicht so wichtig, das zweite würde mich interessieren.

    Die Bonner machen auf ihrer Homepage eine klare Ansage, welchen Typus des kernigen jungen Mannes sie wollen. Die dort landen sind überwiegend möchtegern-kernig, soweit ich sie kennengelernt haben. Da geht doch eh nur hin, wer mit der politischen Paria-Rolle kein Problem hat und nicht den Anspruch, nach Ende des Studiums politisch noch von irgendwem ernst genommen zu werden.

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    • @DB-Buxe
      Es handelt sich um die Pennalie, in der ein gewesener Schriftleiter auch Alter Herr ist und die stellte im Laufe der Zeit etwa ein Dutzend Mitglieder in den drei angedeuteten DB Bünden.
      Der zweite Eintrag auf dieser Seite: http://www.rheno-germania.de/gaestebuch/index.html gibt da Aufschluss. Der Schreiber ist oder war m.W. auch Mitglied der letzten verbleibenden Giessener DB-Verbindung.

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      • Mit dem Gästebuch kann ich nicht so viel anfangen. Das einzige Doppelmitglied zwischen Bonn und Gießen, das ich kenne, ist der Kreuzverbrenner, der den versprochenen Prozeß gg. BPA scheinbar doch nicht gestartet hat.

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