Interview über gespaltenes Jena: 3 liberale Ur-Burschenschaften und 1 rechtsextreme B! im NSU-Umfeld

marke-burschenschaftAuch in der Stadt der ersten vor fast 200 Jahren gegründeten Burschenschaft – in Jena – zeigt sich symbolischerweise die Spaltung der burschenschaftlichen Welt in liberal und ganz rechts. Bereits vor längerem sind die Ur-Burschenschaften aus der Dt. Burschenschaft ausgetreten. Wir haben der Jenaer Hochschulzeitung Akrützel zu diesem Themenkreis ein Interview gegeben.

Hier einige Auszüge:

„Inwiefern tun sich Jenaer Burschenschaften hervor mit ihrem Umgang mit dem Rechtsextremismus?
Jena ist zweigeteilt: Einerseits gibt es die drei Urburschenschaften Arminia, Germania und Teutonia. Daneben gibt es die von Behörden als rechtsextrem eingestufte Burschenschaft Normannia Jena, die auch Kontakte zum Thüringer Heimatschutz hatte.
Die drei liberalen Burschenschaften sind für andere Burschenschaften ziemlich wichtig, einfach weil sie die Ersten – die Urburschenschaften – waren. Sie sind für viele wie eine Art Leuchtturm. Sie sind schon vor ein paar Jahren aus der DB ausgetreten und haben seit etwa sechs Jahren eine Veranstaltungsreihe, die „Deutschlandgespräche“. Aus denen heraus haben sich die „Bonner Märzgespräche“ entwickelt, bei denen man sich öffentlich zur Gründung eines neuen Verbands entschlossen hat. Da sind die Jenaer ganz vorne mit dabei und gehören zu den Antreibern der Erneuerung. Die würde ich sogar als progressiv für Burschenschaften einstufen.

Was sollten gerade die liberalen Burschenschaften im Hinblick auf einen neuen Verband tun?
Jetzt ist es wichtig, dass die Burschenschaften, die austreten oder ausgetreten sind, sich die wesentlichen Fragen stellen: Wozu braucht man eine Burschenschaft heute noch? Welche Werte gibt es? Welche Werte lohnt es sich auch zu transportieren? Und es wird nötig sein, dass die Burschenschaften sich im neuen Verband tatsächlich mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandersetzen, um daraus ein Konzept abzuleiten, wie man das in Zukunft verhindern kann. Für die Burschenschaften ist das ein ganz wichtiges Jahr der Neuausrichtung. Es wird nichts bringen, einfach nur einen neuen Verband zu gründen, wenn der nur ein bisschen liberaler ist als der andere. Dann wird man irgendwann die selben Probleme wieder haben können wie im alten Verband. Der neue Verband sollte für Erneuerung und eine Strategie gegen rechtsextreme Burschenschafter stehen. Außerdem müssen Burschenschaften in Zukunft mehr in die Öffentlichkeit gehen.“

… weiter bei Akrützel im Artikel „Gegenwehr kannten die nicht“

Die Hochschulzeitung gehört zu den auflagenstärksten ihrer Art in Deutschland.

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Eine Antwort zu “Interview über gespaltenes Jena: 3 liberale Ur-Burschenschaften und 1 rechtsextreme B! im NSU-Umfeld

  1. Haha,

    das ist an Scheinheiligkeit schon nicht mehr zu überbieten! Ich halte mal fest: die guten liberalen Buxen sind diejenigen, die wegen der Rechtslastigkeit aus der DB ausgetreten sind, während die selben Mitglieder die für den Austritt gestimmt haben, mehrfach Bandentzug wegen Absingens böser Lieder oder ähnlichem genossen haben!

    Mal ganz ehrlich ihr Buxen; seit den 90ern denken doch alle daran auszutreten, weil es der Dachverband nicht mehr gebracht hat, wer es schon wieder vergessen hat, dem gebe ich mal einige Stichworte mit auf dem Weg – die DB als Hotelverein, das Geldversenken beim Aufbau „Ost“(gaanz weit im Osten) … Geld, Geld, Geld – keiner war oder ist mehr bereit gewesen einen Dachverband zu finanzieren von dem man ausser Verpflichtungen nichts hat! … von wegen rechtslastig und so …

    Als

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