Doktor der „Neuen Rechten“ bei Gothia: Burschenschaft wieder in Berliner Medien wegen Vortrag/taz

plakat-eisenach-aktuell-demokratie-ohne-schriftDie taz berichtet wieder über die Berliner Burschenschaft Gothia im Artikel (Print 12.4.) „Burschen laden rechten Gastredner ein“. Anlass ist ein Vortrag heute von Dr. Erik Lehnert auf dem Gothen-Haus. Er ist Geschäftsführer des Instituts für Staatspolitik (IfS), das als „Denkfabrik der Neuen Rechten“ gilt.  Lehnert habilitiert über Hans-Joachim Schoeps (1909-1980), der 1933 den Verein „Der deutsche Vortrupp. Gefolgschaft deutscher Juden“ gegründet hatte, der dem Nationalsozialismus positiv gegenüberstand und national gesinnte Juden in den Nationalsozialismus integrieren wollte.

Das IfS wurde von Götz Kubitschek und Karl-Heinz Weißmann gegründet und gibt die Zeitschrift „Sezession“ heraus. Weißmann hatte das IfS als „Reemtsma-Institut von rechts“ angekündigt. Der Verfassungsschutz hat das IfS als „Teil des Projekts Junge Freiheit“ gewertet und im nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzbericht 2002 heißt es: „Ziel des IfS ist die Bildung ‚geistiger Eliten’.

Vor einer Woche hatte die Berliner Zeitung über die Burschenschaft Gothia berichtet – wegen eines „hämischen Kommentars zu einem Medienbericht über den Hamburger Polizeiskandal im Zusammenhang mit einer jüdischen Schule.”

Informationen zum Thema:

Institut für Staatspolitik
Netz-gegen-Nazis über IfS
Wikipedia IfS
Wikipedia über Erik Lehnert
Wikipedia über HJ Schoeps

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5 Antworten zu “Doktor der „Neuen Rechten“ bei Gothia: Burschenschaft wieder in Berliner Medien wegen Vortrag/taz

    • Darf ich Ihnen eine kleine Kostprobe geben?
      „Wir akzeptieren, daß die burschenschaftlichen Positionen überzeitlichen Charakter haben ….“
      Hoffentlich reichen auch möglichst viele Mitglieder ihre Konzept-Änderungsvorschläge bis Ende Mai ein. Sollen wir Ihnen unser Ideen auch mailen? Die Neupositionierung weg von Ö71 hin zur braunen Möchtegern-Polit-Sekte hat uns sehr gefreut.

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  1. Sie zitieren den Verfassungsschutzbericht NRW zum Thema Junge Freiheit. Der Fairness halber sollte man noch erwähnen, dass das Bundesverfassungsgericht das, was der Verfassungsschutz da berichtete, nicht gebilligt hat. Vielmehr sah es im Bericht einen Grundrechtsverstoß und untersagte diese Berichtspraxis:
    http://www.bverfg.de/entscheidungen/rs20050524_1bvr107201.html

    Die dazu gehörende Presseerklärung fasst das gut zusammen:
    http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg05-057.html

    Dass der Verfassungsschutz durch seine Berichte aktiv und unzulässig in den politischen Meinungskampf eingegriffen hat, geht aus dieser Passage der Presseerklärung hervor: „Obwohl die
    Behörde nur von Anhaltspunkten für einen Verdacht ausgegangen ist, hat
    sie die Bf ohne jede Differenzierung in der Gliederung oder in den
    Überschriften des Berichts auf die gleiche Stufe gestellt wie Gruppen,
    für die sie verfassungsfeindliche Bestrebungen festgestellt hat.“

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    • @Kritischer Buxe
      Auch das was Sie hier anführen ist leider nur die halbe Wahrheit. Fakt ist; das ganze Verfahren endete letztendlich vor dem VG Düsseldorf 2006 mit einem VERGLEICH und nicht mit einer Verurteilung des Landes NRW.
      Aus guten Gründen verzichtete die JF darauf jede Erwähnung in einem NRW-Bericht nach den neuen, vom Bundesverfassungsgericht aufgestellten Maßstab, messen zu lassen.
      Denn wer seit 2003 den „Schmittismus“ predigt und öffentlich die Meinung vertritt, die Grundrechte seien „unveräußerliche Eselsrechte“ und die Verfechter dieser Grundrechte als „Grundgesetzler“ diffamiert, hat auch nach diesen neuen Maßstab zumindest in einigen Fällen sehr schlechte Karten.
      Auch nach dem VERGLEICH sudelte die JF lustig weiter. Man denke beispielsweise an den Hetzartikel „Tabus und Lebenslügen“ (JF 5/07, S.18) zurück in dem der Autor eine bemerkenswert feindliche Haltung zu Artikeln des Grundgesetzes offenbart, die er nicht verstanden hat. Lustig ist auch der Beitrag „Die Utopie ist tot, lang lebe die Utopie: Wird die Menschenrechtsideologie zum neuen Sündenfall der Intellektuellen?“ auf S.11 derselben Ausgabe. Auch hier negiert der Autor offen die in Art. 1 GG festgeschriebene Menschenwürde.
      Geht man die JF durch findet man sehr viele weitere Beispiele. Das nur einmal als Fakt.

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